Diversity: Generation 50+ startet die dritte Karriere

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Diversity: Generation 50+ startet die dritte Karriere

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Wilhelm Dieter, 65, tourt seit der Pensionierung vor zwei Jahren für Bosch als Senior-Berater durch die Welt

Als Senior-Experte nach Indien, zum berufsbegleitenden Zweitstudium an die Uni, vom Fließband an die Sprossenwand: Weil der Anteil älterer Mitarbeiter in den Unternehmen wächst, müssen Personaler neue Wege gehen, um die Arbeitskraft der Generation 50plus für ihre Unternehmen möglichst lange zu erhalten.

Temperaturen von bis zu 37 Grad Celsius, fast täglich heftige Monsunregen, auf den Straßen ein Höllenverkehr: Bangalore, mit mehr als acht Millionen Einwohnern Indiens drittgrößte Metropole, ist ein heißes Pflaster. In den vergangenen zwei Wochen schuftete Wilhelm Dieter im dortigen Bosch-Werk, in dem der schwäbische Technologiekonzern etwa Zündkerzen und Anlasser produziert, und tüftelte mit seinen indischen Kollegen an der Verbesserung der Produktionsabläufe. Weihnachten verbringt der Ingenieur mit seiner Familie in Tübingen, zu der mittlerweile auch zwei Enkel gehören, Ende Januar 2013 ist der nächste Einsatz schon fest eingeplant.

Dieter ist 65, war vier Jahrzehnte für Bosch als Prozessberater in den Bosch-Fabriken in der ganzen Welt unterwegs. Immer noch weiter arbeiten, obwohl er vor zwei Jahren offiziell pensioniert wurde? Eine Frage, die sich der Ingenieur nie gestellt hat.

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„Jetzt hast du das so lange gemacht, und nun sollst du das alles zum Fenster rauswerfen?“, fragte sich Dieter stattdessen und ließ sich in die Experten-Kartei der Bosch Management Support GmbH (BMS) aufnehmen. Das Konzept der Konzerntochter: Frühere Bosch-Beschäftigte vom Meister bis zum Manager springen ein, wenn es Engpässe gibt – ob bei der Qualitätssicherung einer neuen Produktionsstätte in China, dem Aufbau einer Personalabteilung in Vietnam oder eben der Optimierung von Produktionsabläufen in Indien. 13 Mal war allein Dieter seit seiner Pensionierung im Einsatz, darunter acht Mal in Indien und drei Mal in der Türkei.

Was erfolgreiche Unternehmen für ihre Mitarbeiter tun

  • 72,3 Prozent berücksichtigen...

    Bedürfnisse von Familien.

    Befragt wurden 1853 Personalverantwortliche von erfolgreichen (gemessen an Umsatz und Beschäftigungsentwicklung 2007-2012) Unternehmen.

    Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

  • 69,9 Prozent fördern...

    Ideen von Mitarbeitern.

  • 66,2 Prozent unterstützen...

    Arbeitszufriedenheit.

  • 65,4 Prozent vergüten...

    leistungsorientiert.

  • 63,3 Prozent binden...

    Mitarbeiter und helfen diesen bei der Weiterentwicklung.

  • 54,0 Prozent ermöglichen...

    eine hierarchieübergreifende Teilnahme an Vorstandssitzungen.

  • 53,5 Prozent fragen...

    Mitarbeiterzufriedenheit regelmäßig ab.

  • 51,9 Prozent bilden...

    innerbetriebliche Arbeitskreise.

  • 51,8 Prozent haben...

    ein Qualitätsmanagement.

  • 37,1 Prozent analysieren...

    Mitarbeiterpotenziale.

  • 26,4 Prozent bieten...

    ihren Mitarbeitern an, ihre Führungskräfte zu analysieren.

Von einer „dritten Karriere“ spricht Alfred Odendahl, Geschäftsführer des konzerneigenen Beratungsunternehmens. Der 66-Jährige ist mit über 30 Jahren Betriebszugehörigkeit ebenfalls ein „alter Boschler“. Statt sich zur Ruhe zu setzen, leitet er nun in Teilzeit zusammen mit einem Kollegen die BMS. Rund 1400 Senior-Berater im Alter zwischen 60 und 75 Jahren arbeiten hier mittlerweile, zuletzt unterstützten sie mit ihrer Expertise mehr als 900 Projekte im In- und Ausland.

Jugendwahn ist vorbei

Vor ein paar Jahren wäre ihr Berufsleben wohl längst beendet gewesen. Doch statt Mitarbeiter mit Ende 50 in Altersteilzeit oder Vorruhestand abzuschieben, gilt es, sie künftig bis zur Rente mit 67 oder darüber hinaus möglichst fit und motiviert zu halten. Der Jugendwahn ist in deutschen Personalabteilungen vorbei – einfach, weil es nicht genug Junge gibt. Galten bereits über 40-Jährige noch vor zehn Jahren auf dem Arbeitsmarkt als schwer vermittelbar, bleibt Unternehmen nun gar nichts anderes übrig, als auf die Älteren zurückzugreifen.

Versandhändler Otto beispielsweise holt seine Ruheständler zurück, um, so der Konzern, „Lücken in Arbeitsprozessen zu schließen“. Auch ABB, Daimler oder VW setzen Ex-Mitarbeiter weiter ein – von komplexen Beratungsprojekten bis zur Werksführung.

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