Druck und Versagensängste treiben Manager zur Ego-Droge : Mit Koks schaff’ ich alles - Seite 3

Druck und Versagensängste treiben Manager zur Ego-Droge : Mit Koks schaff’ ich alles

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Arbeitgeber stecken in einem Dilemma: Zum einen haben sie eine Fürsorgepflicht gegenüber dem Mitarbeiter, zum anderen müssen sie Schaden vom Unternehmen abwenden. Im Verdachtsfall empfiehlt Michael Kliemt, Arbeitsrechtler in Düsseldorf, ein klärendes Gespräch mit der Bitte um einen Drogentest. „Heimlich eine Haarprobe zu nehmen, ist nicht erlaubt.“ Der Anwalt rät Unternehmen deshalb, Drogentests gleich vertraglich festzuschreiben. „Solche Klauseln stehen inzwischen in jedem dritten neuen Arbeitsvertrag.“ Werden Mitarbeiter regelmäßig gescreent, ist allerdings eine Betriebsvereinbarung nötig. Verweigert der Verdächtigte, der nicht mehr die geforderte Leistung erbringt, einen freiwilligen Test, kann die Firma abmahnen – kündigen oder freistellen. Anwalt Kliemt: „Dies finanzielle Druckmittel wirkt meist. Denn jetzt muss der Mitarbeiter beweisen, dass er drogenfrei ist. Ist er abhängig im Sinne einer Krankheit – was aber die wenigsten zugeben wollen –, muss ihm die Firma die Chance geben, sich zu kurieren. Nur wenn der Entzug ohne Erfolg bleibt, darf sie kündigen“, so Kliemt. „Bei Freizeitkoksern geht das schon vorher.“ Allein finanzieller Druck scheint auch Kate Moss bewogen zu haben, in Entzug zu gehen. H&M, Chanel und Burberry haben ihr die lukrativen Werbeverträge aufgekündigt. Ohne Job und Familie konnte sich auch Manager Krüger nicht mehr viel vormachen. „Im Delirium bin ich selbst in die Suchtklinik gegangen. Auf zehn Tage Entzug folgten vier Wochen Therapie – den ganzen Tag Gespräche, Sport und Malen. Das half.“ Kostenpunkt: 450 Euro pro Tag. In Hamburg etwa können Betroffene nach dem Klinikentzug in ambulante Nachsorge gehen (www.line-out.info). Denn Rückfälle sind sehr häufig. Mediziner Sprenger: „Das Unstete ist typisch für Kokser.“ Auch Stephan Krüger hatte „zwei Ausrutscher“. Inzwischen hat er sich als Finanzberater selbstständig gemacht. Das Geschäft läuft gut. Doch er weiß: „Wer einmal abhängig war, ist immer abhängig.“ Zielzahlen setzt er sich jetzt selbst – und nicht mehr für ein Jahr. „Von Tag zu Tag standhaft bleiben, das ist heute mein Ziel.“

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