Egoismus: Ende des Ego-Trips

Egoismus: Ende des Ego-Trips

Der Mensch denkt nur an sich, immer und überall? Von wegen. Neue Studien zeigen: Wir sind gar nicht so selbstsüchtig wie gedacht.

Haben Sie schon mal jemandem das Leben gerettet? Kollegen aus der Patsche geholfen? Einem Kellner in einer fremden Stadt Trinkgeld gegeben? Falls Sie bei einer der Fragen genickt haben – kein Wunder: Immer mehr Wissenschaftler sind mittlerweile davon überzeugt, dass der Mensch gar nicht das egoistische Wesen ist, für das man ihn so lange gehalten hat. Stattdessen beweisen zahlreiche Umfragen, Studien und Experimente: Wir sind mehrheitlich dazu bereit, auf unsere Mitmenschen und Kollegen Rücksicht zu nehmen, ihnen Unterstützung anzubieten und Mithilfe zu leisten.

Zu den Vertretern dieser neuen Denkrichtung gehören auch Richard David Precht und Stefan Klein. Erst vor wenigen Wochen haben beide, der Philosoph Precht und der Physiker Klein, jeweils ein neues Buch auf den Markt gebracht. Und das nicht nur zur selben Zeit, sondern auch zum selben Thema: Egoismus.

Anzeige

„Den Selbstlosen gehört die Zukunft“, resümiert Klein. „Von Natur aus sind wir eher auf Kooperation als auf Konfrontation angelegt“, sagt wiederum Precht.

Das zeigt etwa ein Experiment der beiden Wissenschaftler Felix Warneken und Michael Tomasello vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Vor einigen Jahren ließen sie 18 Monate alte Babys dabei zuschauen, wie ein für sie fremder erwachsener Mann vergeblich versuchte, eine Schranktür zu öffnen – denn in seinen Händen hielt er einen Stapel Bücher.

Zunächst beobachteten ihn die Knirpse kritisch. Als ihnen jedoch dämmerte, dass der Mann es alleine nicht schaffen würde, tappten die Kleinkinder zum Schrank und öffneten ihm die Tür. Dasselbe Verhalten zeigten die Babys, wenn es darum ging, einen Stift aufzuheben oder einen Schwamm zurückzubringen: Jedes Mal boten sie dem Fremden ihre Hilfe an. Einfach so. Ohne Gegenleistung. Das Resultat ist deshalb so bemerkenswert, weil kleine Kinder noch nicht dazu fähig sind, aus reinem Kalkül zu handeln.

Inzwischen wissen Hirnforscher: Nicht unser persönlicher Vorteil ist das Hauptmotiv unserer Handlungen – vielmehr ist es der Wunsch nach sozialer Anerkennung. Und die bekommen wir eben nicht auf einem Egotrip, sondern am ehesten, wenn wir zusammenhalten. „Wer auf Dauer sozial komplett isoliert ist, geht biologisch zugrunde“, sagt etwa der Psychiater Joachim Bauer von der Uni Freiburg.

Unterfüttert wird dies auch durch die jüngste Ausgabe einer internationalen Langzeitstudie, die Gert Wagner vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin vor kurzem veröffentlichte. Über 25 Jahre hatte das „Sozio-ökonomische Panel“ die Zufriedenheit der Bundesbürger verfolgt.

Dabei fanden die Forscher heraus: Am glücklichsten waren nicht etwa jene Menschen, die beruflichen oder materiellen Erfolg anstrebten – sondern diejenigen, die sich gemeinnützig oder in der Familie engagierten.

Den kompletten Text über Egoismus lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der WirtschaftsWoche.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%