Einkommen: Der Aufschwung verstärkt die Ungleichheit

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Einkommen: Der Aufschwung verstärkt die Ungleichheit

Die Einkommen in Deutschland entwickelten sich 2012 wieder auseinander. Auf- und Absteiger werden seltener, zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

Im Jahr 2011 scheint der Trend rückläufiger Einkommensungleichheit ins Stocken geraten zu sein. Wie eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die heute vorgestellt wurde, zeigt, hat sich die Ungleichheit 2011 verstärkt. Entscheidend dafür war die wieder gestiegene Ungleichheit der Markteinkommen und hier unter anderen der Kapitaleinkommen. Das heißt konkret: Der Konjunkturaufschwung und die wieder gestiegenen Kurse an den Börsen nach dem Krisenjahr 2009 kamen, wie üblich, nur einer kleinen Minderheit der Deutschen zugute.

Die verfügbaren Haushaltseinkommen haben sich in den Jahren 2000 bis 2011 sehr unterschiedlich entwickelt, stellen die Autoren Markus Grabka und Jan Göbel vom DIW fest: Die Einkommen des einkommensstärksten Dezils (10 Prozent der Deutschen) sind um 13 Prozent gewachsen, auch das neunte und achte Dezil konnte drei bis vier Prozent Einkommenszuwächse erzielen. Im siebten bis fünften Dezil stagnierten die Einkommen, und im vierten bis ersten Dezil gab es Einkommensrückgänge von bis zu fünf Prozent. Zwischen 2005 und 2010 hatten Grabka und Göbel einen leichten Rückgang der Ungleichheit festgestellt, den sie auf die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zurückführen.

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Die Einkommensmobilität, das heißt der Auf- oder Abstieg einzelner Personengruppen in der Einkommenshierarchie, ist seit der Wiedervereinigung deutlich zurückgegangen. Das heißt: Arme bleiben eher arm und Reiche bleiben eher reich. „Die Chance, innerhalb eines Vierteljahres aus dem Armutsrisiko zu entkommen, ist in den vergangenen Jahren um zehn Prozentpunkte auf 46 Prozent gesunken“, erläutert DIW-Forscher Markus Grabka.

Zur Messung der Einkommensmobilität unterschieden die DIW-Forscher die relative Positionierung in der Einkommenshierarchie nach sieben Gruppen und kamen zu dem Ergebnis, dass die Mobilität an den Rändern der Einkommensverteilung Mitte der neunziger Jahre höher war als in den 2000er Jahren. So befanden sich 44 Prozent der im Jahr 1994 einkommensarmen Personen drei Jahre später noch in der gleichen Position. Im Zeitraum zwischen 2008 und 2011 ist der entsprechende Anteil auf 54 Prozent gestiegen. Auch am oberen Rand der Einkommenshierarchie nahm die Einkommensmobilität ab: Personen mit einem Einkommen von 200 Prozent und mehr des Medianeinkommens blieben zwischen 1994 und 1997 nur zu 59 Prozent in ihrer Einkommensklasse, seit 2004 trifft dies auf 65 Prozent zu.

Ein selten beachteter Grund für die große Einkommensungleichheit ist auch die Alterung der Gesellschaft. Mit dem Anteil der Rentner steigt auch der Anteil derjenigen, die über geringere Einkommen verfügen. "Der demografische Wandel ist eine der Ursachen, die sich auf die Entwicklung der Einkommensungleichheit auswirkt", sagt Grabka.

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Grabka und Göbel haben für Ihre Studie die aktualisierten Analysen zur personellen Einkommensverteilung auf Basis der vom DIW Berlin zusammen mit TNS Infratest erhobenen Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) ausgewertet. Aufgrund der jährlichen Wiederholungsmessung ist dabei nicht nur die Analyse der personellen Einkommensverteilung, sondern auch des Auf- oder Abstiegs innerhalb der Verteilung möglich. Als vom Armutsrisiko betroffen gilt, wer weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens hat (im Jahr 2011 netto 980 Euro pro Monat für einen Einpersonenhaushalt). Das Medianeinkommen teilt die Bevölkerung in zwei gleich große Hälften: die mit einem höheren und die mit einem niedrigeren Einkommen.

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