Neustart 2018: So gelingt der Sprung in den Chefsessel

GastbeitragEndlich Chef: So klappt's 2018 mit der Beförderung

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Deutschlands schlechteste Bosse.

Ihr Chef ist (menschlich) ein Versager? Sie könnten den Job besser? Dann machen Sie es doch! Wieso Sie es bisher nicht nach oben geschafft haben und wie es 2018 klappt mit dem Aufstieg in den Chefsessel.

Der oder die Falsche für den Job: Fehlbesetzungen in deutschen Unternehmen

  • Zur Untersuchung

    Die Internationale Hochschule Bad Honnef Bonn verglich die mittels Kompetenzanalyse ermittelten Fähigkeiten von 1300 Menschen mit deren Jobs.

  • Allgemein: 33 Prozent sind für ihren Job wirklich geeignet

    Nur ein Drittel aller Teilnehmer sind wirklich goldrichtig auf ihrer Position. Alle anderen könnten in einer anderen Funktion genauso gut oder sogar besser arbeiten.

  • 30 Prozent in großen, 32 Prozent in kleinen Unternehmen

    Der Anteil der Fachkräfte in großen Unternehmen (mehr als 500 Mitarbeiter), die perfekt sind, für ihren Job, liegt bei 30 Prozent. 70 Prozent könnten also mehr leisten, wenn sie einen anderen Job hätten. Bei den Fachkräften aus Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern sind 32 Prozent wie gemacht für ihren Job. Die restlichen 68 Prozent sind mit ihren Fähigkeiten auf ihrer Position irgendwie fehl am Platz.

  • Manager in großen und kleinen Unternehmen

    Der Anteil der Führungskräfte in großen Unternehmen (mehr als 500 Mitarbeiter), die mit ihren Kompetenzen in keiner anderen Rolle besser eingesetzt wären, ist mit 38 Prozent nur unwesentlich höher als bei Führungskräften aus Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern. Hier liegt er bei 37 Prozent.

  • 31 Prozent der erfolgreichen Manager...

    ...wären in einer anderen Funktion noch besser und effektiver.

  • 57 Prozent der mäßig erfolgreichen Manager...

    ... wären auf einer anderen Position besser aufgehoben.

  • 37 Prozent der jungen Mitarbeiter...

    Der Anteil relativ neuer Fachkräfte, die mit ihren Kompetenzen in einer anderen Rolle deutlich besser eingesetzt wären, liegt bei 37 Prozent.

  • 43 Prozent der erfahrenen Fachkräfte...

    Der Anteil der langjährigen Mitarbeiter, die auf einer anderen Position effektiver arbeiten würden, liegt bei 43 Prozent.

  • Fehlbesetzungen in Abhängigkeit von der Ausbildung

    Der Anteil der Fachkräfte mit beruflicher Ausbildung, die mit ihren Kompetenzen in keiner anderen Rolle besser eingesetzt wären (31 Prozent), ist annähernd identisch mit den Fachkräften mit Hochschulabschluss (30 Prozent).
    Dagegen ist der Anteil der Führungskräfte mit beruflicher Ausbildung, die besser einen anderen Job machen würden, markant höher als bei Führungskräften mit Hochschulabschluss (30 Prozent).

  • Fehlbesetzungen nach Unternehmensbereich

    Nur 43 Prozent der im Vertrieb tätigen Personen haben auch ihre optimale Rolle in diesem Bereich. Damit ist der Vertrieb der Unternehmensbereich mit den meisten Fehlbesetzungen.

Jeder zweite Deutsche stellt seinem Chef ein eher maues Zeugnis aus: Aus Sicht der Mitarbeiter fehlt es den Vorgesetzten an inhaltlichen und betriebswirtschaftlichen Kompetenzen, sie netzwerken zu wenig, sind nicht modern genug und von vorbildlichem Führungsverhalten kann keine Rede sein. Entsprechend schlecht ist die Stimmung im Team.

Sie können das alles und werden doch nicht in den Chefsessel befördert?

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Chefs lieben Fleißbienen, befördern sie aber nicht

Das könnte daran liegen, dass Sie in die Kategorie Fleißbienchen fallen. Fleißbienchen sind Teil des Teams und in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich äußerst engagiert. Solche Leute brauchen Chefs, damit sie Zeit für das Wesentliche haben. Fleiß und harte Arbeit machen Sie also zum Liebling Ihrer Vorgesetzten, aber nicht zum Chef.

Widerspruch Schleimer gefährden den Unternehmenserfolg

Schleimer gefährden den Erfolg ganzer Unternehmen. Doch manche Chefs scheinen immun gegen diese Spezies zu sein. Einige bevorzugen Ja-Sager ganz besonders, bestätigen Wissenschaftler.

Schleimer gefährden den Erfolg ganzer Unternehmen. Quelle: Getty Images

Die traurige Wahrheit ist: Schleimen hilft. Mitarbeiter, die sich beim Chef anbiedern, ihre Fahne nach dem Wind drehen und Komplimente mit mathematisch genauer Berechnung streuen, legen in vielen Unternehmen einen kometenhaften Aufstieg hin.

Der Schmeichelei gehen nämlich selbst kluge Menschen auf den Leim.

Die gute Nachricht: Um aufzusteigen, müssen Sie niemandem in den Hintern kriechen, aber Ihr Licht unter den Scheffel stellen sollten Sie auch nicht. Wichtig ist, dass Sie authentisch bleiben. Das gilt auch für Kleidung, Schuhe oder sogenannte Prestigeobjekte. Sich einen Ferrari für einen Tag mieten, nur um damit neben dem Chef in der Tiefgarage zu parken, täuscht nicht darüber hinweg, ob Sie es fachlich draufhaben oder nicht. Wenn die Leistung nicht stimmt, fliegt jeder noch so gute Schleimer auf.

Zur Autorin

  • Nela Novakovic

    Nela Novakovic ist Financial & Operations Director des japanischen Pharmaunternehmens Kyowa Kirin GmbH. Dort leitet, verwaltet, entwickelt und perfektioniert sie strategische Maßnahmen im Bereich Finanzen, Operations, HR und IT.

Deshalb: scheuen Sie sich nicht, erneut die Schulbank zu drücken. Jede Weiterbildung ist grundsätzlich sinnvoll. Natürlich sollte sie dem entsprechen, was man tut oder erreichen will: Wo liegen Ihre Schwächen? Woran wollen Sie wachsen? Was wollen Sie wirklich erreichen? Das gilt sowohl für fachliche Weiterbildung als auch für eine Entwicklung auf persönlicher beziehungsweise psychologischer Ebene. Übrigens: Getreu dem Motto „Man lernt nie aus“ sind regelmäßige Weiterbildungen auch für gestandene Führungskräfte von Vorteil, denn die Welt steht nicht still. Erst recht nicht im digitalen Zeitalter.

Und da wären wir auch schon bei einem weiteren, wichtigen Thema auf dem Weg zum Chefsessel: Networking. Beruflicher Erfolg hängt nicht allein von der Leistung ab. Unsere Kompetenz und Leistung hat Studien zufolge nur einen recht geringen Anteil daran – vielmehr kommt es darauf an, wen man kennt und welche Fürsprecher man hat. Hinzu kommt: Viele Stellen werden überhaupt nicht mehr ausgeschrieben. Aufträge, Projekte und Jobs werden vergeben an Personen, die man kennt – und denen insofern ein Vertrauensvorschuss entgegengebracht wird. Pflegen Sie also Ihr fachliches Netzwerk – analog und digital.
Trotzdem kann es sein, dass der nächste Karriereschritt auf sich warten lässt. In der Autoindustrie zum Beispiel ist nach ungefähr zwei bis drei Jahren mit einer Beförderung zu rechnen, in der Medienbranche deutlich früher. Man sollte also sein Unternehmen, für das man tätig ist, in ein entsprechendes Zeitraster einordnen und sich eine individuelle und vor allem realistische Frist setzen. Wird diese allzu sehr strapaziert und ist der Wunsch nach mehr Verantwortung immer noch ausgeprägt hilft nur eines: Wegbewerben!

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