Festivals 2015: Immer mehr Besucher wollen Luxus-Camping

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Festivals 2015: Immer mehr Besucher wollen Luxus-Camping

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Festivals werden zumeist mit Schlamm, billigem Bier und Exzessen assoziiert. Ein neuer Trend auf Festivals will damit aufräumen.

Der Markt der Festivals ist weltweit hart umkämpft. Die Veranstalter ködern deshalb neue Zielgruppen – mit Luxusangeboten.

Auf einem Acker bei Mendig in der Vulkaneifel faltet Christian Schmeing einen roten Klappstuhl auf. Er setzt sich langsam hin, dann blinzelt er durch die Gläser seiner dunklen Sonnenbrille. Ein Sonntagnachmittag Anfang Juni beim Musikfestival Rock am Ring. Die Sonne brennt vom Himmel, der Wind trägt die Gitarrenriffs der Band Eagles of Death Metal herüber, die gerade ein paar Hundert Meter entfernt die Bühne betreten haben.

Schmeing nippt an seinem Bier und lächelt zufrieden. Er hat gut geschlafen – nicht unbedingt normal für eine Festivalnacht.

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Der Grund dafür steht etwa einen Meter hinter ihm: Ein dunkelroter Container mit beiger Tür und zwei kleinen Fenstern, knapp 15 Quadratmeter groß.

Studie von Spotify Streaming hilft dem Live-Geschäft

Musik-Streaming hilft Künstlern, bekannter zu werden - besonders auf und nach Live-Festivals. Das behauptet eine neue Studie. Der Einfluss von Facebook und Twitter sei dagegen begrenzt.

huGO-BildID: 39942093 epa04462578 US R&B singer, songwriter and pianist John Legend (John Stephens) performs on the stage during a concert of the tour 'All of Me Tour' in Warsaw, Poland, 24 October 2014. EPA/RAFAL GUZ POLAND OUT +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Der Boden ist dunklem Holz nachempfunden, darauf stehen zwei Betten mit echten Matratzen. Es gibt Stauraum für Klamotten, einen Stromanschluss und eine Belüftungsanlage, dazu exklusiven Zugang zu sauberen Duschen und Toiletten.

Was spartanisch klingt, ist für Festivalbesucher der pure Luxus.

20 Jahre lang war Schmeing Dauergast „am Ring“. Und zwar ohne Komfort. Zuerst schleppte er Berge an Ausrüstung und Verpflegung vom Parkplatz zum Camp. Dann schlief er im Zelt, bei Regen, Sturm und eisigen Temperaturen. Währenddessen konnte er tagelang auf saubere Duschen und Toiletten verzichten – doch dieses Jahr war Schluss. „Ich wäre nicht mehr gekommen, wenn es all das nicht gegeben hätte“, sagt der 41-jährige Betriebswirt. Er ist langsam in einem Alter, in dem die meisten Menschen eine warme Matratze dem kalten Matsch vorziehen.

Für solche Besucher hat der legendäre deutsche Konzertveranstalter Marek Lieberberg das Experience Camp bauen lassen, eine Art Wohnsiedlung für 800 Komfortbewusste. Sie liegt gleich neben den normalen Campingplätzen.

„Die Ansprüche der Fans sind gestiegen“, sagt der 69-jährige Lieberberg, „und darauf müssen wir uns einstellen.“

Mit seiner Agentur MLK organisiert er bereits seit 30 Jahren Rock am Ring. Doch erst seit Kurzem wollen die Fans mehr Bequemlichkeit, Sauberkeit und Luxus – und weniger Stress, Unordnung und Chaos. Vor allem aber sind sie bereit, dafür auch ordentlich zu zahlen.

Abschied von der Anarchie

Diese Einstellung gibt es auf Festivals noch nicht allzu lange. Denn traditionell waren sie eher große Gleichmacher. Die Abteilungsleiterin zeltete neben dem Erstsemester-Studenten, der Abiturient saß mit der Ärztin unterm Pavillon. Es gab keine Hierarchien, keine Abgabetermine, keine Projektbesprechungen. Alltagsflüchtlinge lauschten der Musik oder frönten dem Alkohol. Meistens beides gleichzeitig.

Wo Gitarren jaulen und Bässe wummern, sind die Sorgen weit, weit weg. Das Versprechen: vier Tage Anarchie. Bis das Auto wieder für die Rückfahrt in den Alltag gepackt werden muss.

Doch nun hält der Markt endgültig Einzug. Zum einen, weil Festivals wie Live-Auftritte für die Musikbranche insgesamt wichtiger werden. Hier gibt es noch Gewinnpotenzial, in den aufkommenden Musikstreamingdiensten dagegen kaum.

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