Finanzkrise: US-Eliteunis haben Milliarden verloren

Finanzkrise: US-Eliteunis haben Milliarden verloren

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Absolventen der Harvard University Business School winken mit Fahnen bei der Verleihung der Diplome

von Matthias Hohensee

Die US-Eliteuniversitäten haben Milliarden verloren. Sie sind damit ärmer, aber nicht arm.

Im Prestigeduell mit den US-Eliteunis Yale, Princeton und Stanford kann Harvard nicht nur akademisch und bei der Bezahlung seiner Spitzenkräfte punkten. Die 1636 gegründete Universität ist nicht nur die älteste der Vereinigten Staaten, sondern auch die reichste. Ihr von der Harvard Management Company (HMC) verwaltetes Vermögen beträgt derzeit rund 26 Milliarden Dollar – ungefähr 2,5 Milliarden Dollar mehr als der Unterhaltungselektronikgigant Apple auf der hohen Kante hat.

Trotzdem muss die Universität jetzt kräftig sparen. Professoren wurden in den Ruhestand versetzt, Förderprogramme für Studenten gestrichen. Um kurzfristige Verpflichtungen zu bedienen, war HMC-Chefin Jane Mendillo sogar zu Notverkäufen gezwungen. Der unter ihrem Vorgänger Larry Summers, jetzt Wirtschaftsberater von US-Präsident Barack Obama, begonnene Universitätsneubau wurde gestoppt. Dabei handelte es sich um ein Prestigeprojekt für 1,2 Milliarden Dollar, entworfen vom Stuttgarter Architektenbüro Behnisch. Grund: Das märchenhafte Harvard-Vermögen ist alles andere als flüssig – und zudem auf Jahrzehnte hinaus verplant.

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US-Unis verloren im Schnitt 19 Prozent

Vor allem aber ist es in den vergangenen beiden Jahren dramatisch gesunken. Noch im Sommer 2008 war das von reichen Absolventen und Gönnern beigesteuerte und durch Investitionen in Immobilien, Rohstoffe, Aktien, Unternehmen und Wagniskapital stetig gemehrte Stiftungskapital auf den Rekordwert von knapp 37 Milliarden Dollar angewachsen.

Doch dann wütete die globale Wirtschafts- und Finanzkrise im Portfolio der erfolgsverwöhnten Universität. Fehlspekulationen bei Immobilien kamen hinzu. Da tröstete es wenig, dass es den Konkurrenten von Yale (minus 7 Milliarden Dollar), Princeton (minus 4,4 Milliarden Dollar) und Stanford (minus fünf Milliarden Dollar) nicht besser erging.

Bei der Stanford-Universität im Silicon Valley wurden zwar auch Neubauprojekte zusammengestrichen und verschoben, doch auf den bestehenden Baustellen wird weitergearbeitet. Auch bei Princeton hat sich die Lage etwas verbessert. Andrew Golden, Chef der Princeton University Investment Company, hatte ursprünglich mit Verlusten von bis zu 30 Prozent durch die Wirtschaftskrise gerechnet. Tatsächlich waren es 23,7 Prozent.

Mit dem Aufschwung an den US-Börsen und der Erholung der Weltwirtschaft hat sich auch der Wert der Uni-Vermögen etwas erholt. Die Verluste sind in der Summe wohl doch nicht so schlimm wie ursprünglich angenommen. Laut einer aktuellen Umfrage unter Investmentmanagern von US-Universitäten und -Hochschulen betrugen sie im Schnitt zwischen Juli 2008 und Juni 2009 rund 19 Prozent und lagen damit weit unter den Horrorverlusten von Harvard.

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