Frauenförderung: EU droht mit Zwangsquote

Frauenförderung: EU droht mit Zwangsquote

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Von der Quote umzingelt. In welchen europäischen Ländern die Frauenquote gefördert wird. Für eine Großansicht bitte auf das Bild klicken.

von Silke Wettach

In Deutschland ist die Frauenquote umstritten, doch sie wird kaum zu verhindern sein. EU-Kommissarin Viviane Reding bereitet schon eine europaweite Einfühung vor. Eine letzte Chance für eine freiwillige Regelung gibt sie Unternehmen noch.

Eigentlich hält sie die Quote für „ein eher grobes Instrument“. Dennoch sind die Zahlen für Viviane Reding deutlich: 88 Prozent der Vorstandsmitglieder in Europas größten Unternehmen sind Männer – gerade mal um einen halben Prozentpunkt pro Jahr hat sich der Frauenanteil in diesen Konzerngremien seit 2003 erhöht. „Bei dieser Geschwindigkeit sind weitere 50 Jahre nötig, bis in den Vorständen Ausgewogenheit herrscht“, sagt die Luxemburger EU-Justizkommissarin.

Deshalb will sie am 8. März 2012 – dem nächsten Weltfrauentag – prüfen, ob die Wirtschaft tatsächlich ausreichend Frauen auf Spitzenpositionen vorrücken lässt. Entspricht der Anteil nicht ihren Vorstellungen – wie die aussieht, hat sie bislang offen gelassen –, wird sie eine Quote einführen: Bis 2015 sollen dann 30 Prozent der Vorstandsposten in jedem EU-Mitgliedstaat mit Frauen besetzt werden, bis 2020 gar 40 Prozent.

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Gemischte Gremien funktionieren besser

Dass es an Frauen mit entsprechenden Qualifikationen mangele, lässt Reding nicht gelten. Da 60 Prozent der Universitätsabsolventen weiblich seien, könne die Eignung kein Problem sein. In ihrer eigenen Generaldirektion, traditionell eine Männerdomäne, hat sie 60 Prozent der Stellen mit Frauen besetzt.

EU-Corporate-Governance-Kommissar Michel Barnier will das Thema ebenfalls vorantreiben. Sein Argument: Gemischte Gremien funktionierten besser. Und auch das EU-Parlament regte Anfang März mehrheitlich eine Frauenquote an.

Unter den EU-Mitgliedstaaten dürfte sich ebenfalls eine Mehrheit für die Quote finden lassen. Frankreich, Spanien, Italien und die Niederlande haben Quoten schon beschlossen, in Belgien wird sie diskutiert. In Dänemark und Finnland gelten für staatseigene Betriebe geschlechtsspezifische Vorgaben für Top-Jobs. Und Polen zwingt seit Kurzem Parteien dazu, bei Wahlen mindestens 35 Prozent Kandidatinnen aufzustellen.Sollte Reding 2012 einen Gesetzesentwurf für eine Quote vorlegen, würde es rund zwei Jahre dauern, bis der seinen Weg durch die Brüsseler Entscheidungsabläufe genommen hätte. Etwa 2015 könnte dann in ganz Europa eine Frauenquote für Unternehmen gelten.

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