Geschäftsessen: Beim Business-Lunch wird weniger getrunken

Geschäftsessen: Beim Business-Lunch wird weniger getrunken

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Kürzer, teurer und mit weniger Schuss – Das Geschäftsessen hat sich verändert.

Das erste Geschäftsessen steht vor der Tür? Alles halb so wild – solange Sie sich nicht an den Erzählungen der Kollegen orientieren, die die Erfahrung schon vor 40 Jahren gemacht haben. Ein kleiner Leitfaden.

Gut im Berufsleben angekommen? Dann kommt irgendwann der Moment, in dem Vorgesetzte, Partner oder Kunden zum Geschäftsessen laden. Ein sogenannter Business-Lunch oder auch die förmlichere Variante am Abend sind eine gute Gelegenheit, Berufliches in angenehmer Atmosphäre zu klären - oder einfach nur die Geschäftsbeziehungen zu pflegen. Allerdings nimmt man sich für das Geschäftsessen heute nicht mehr so viel Zeit wie noch in den Siebzigerjahren.

Das zeigt eine Umfrage des Online-Reservierungs-Systems Bookatable unter 600 Angestellten und Selbstständigen in Deutschland. 48 Prozent der Teilnehmer sagten, dass heute nicht mehr so viel Zeit für ein Kunden-Treffen im Restaurant bleibt. Während man früher durchaus auch mal zwei oder drei Stunden zusammen saß und sich am drei Gänge-Menü gütlich tat, beschränken sich sich die meisten Termine heute auf ein bis maximal zwei Stunden.

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Auch das früher übliche Spesenkonto für Geschäftsessen gibt es kaum noch.

Diese Regeln gelten bei einem Geschäftsessen

  • Aperitif

    Wenn der Aperitif vor dem Essen gereicht wird, sollte das Glas nicht zum Tisch mitgenommen werden; das erledigen Kellner. Eingedeckte Gläser werden von rechts nach links, Besteck von außen nach innen verwendet. Gläser werden nur bis zum ersten Drittel eingeschenkt und nur am Stiel angefasst, falls sie einen haben.

  • Beginn

    Es wird nicht getrunken, bevor der Gastgeber dazu aufgefordert hat. „Guten Appetit“ wird kaum noch gewünscht. Kommt das vom Gastgeber und Koch, riecht es nach Eigenlob; wünscht es der Gast, könnte man meinen, es sei nötig. Wünschen Sie lieber einen netten Abend und gute Gespräche. Und angestoßen wird nur mit weinhaltigen Getränken, zunicken und zuprosten ist aber dezenter. Cheers!

  • Besteck

    Einmal aufgenommenes Besteck berührt die Tischdecke nicht wieder, bei Pausen wird es auf dem Teller geparkt.

  • Büfett

    Erlaubt ist, jederzeit zum Büfett zu gehen, um einen weiteren Gang zu holen. Tabu ist hingegen, den Teller bis zum Anschlag vollzupacken. Speisen nie am Büfett verzehren oder probieren! Und nie mit gebrauchtem Geschirr zurück ans Büfett (Ausnahme: privat).

  • Couvert-Brot

    Das Brot vor dem Essen ist keine Vorspeise, sondern eine Beilage zur Vorspeise. Es wird nur gebrochen, nie wie eine Stulle mit Butter bestrichen und gegessen! Richtig: Brot in Happen brechen, jedes Stück einzeln bestreichen und essen.

  • Espresso

    Heiße Getränke, die in Tassen nach dem Essen gereicht werden, dürfen erst serviert werden, wenn alle Besteckteile (Messer, Gabel, Teller) abgeräumt sind.

  • Fingerfood

    Artischocken, Austern, Canapés, Garnelen, Muscheln, Spareribs, Wachteln dürfen mit den Fingern gegessen werden. Ebenso Geflügel – aber nur, wenn es nicht anders geht.

  • Malheur

    Sie stoßen ein Weinglas um und bekleckern den Nachbarn: alles kein Desaster! Bitten Sie den Kellner diskret heran. Er beseitigt die Spuren. Den Nachbarn bitten Sie um Entschuldigung und bieten an, für etwaige Reinigungskosten aufzukommen. Sind nur Sie betroffen, ziehen Sie sich diskret auf die Toilette zurück.

  • Order

    Gastgeber mit Stil fragen: Was halten Sie von einem Menü? Wollen wir eine Vorspeise nehmen? Möchten Sie Wein dazu trinken? Anschließend passt er sich den Wünschen der Gäste an und lässt ihnen bei der Bestellung den Vortritt. Er bezahlt auch nicht am Tisch, sondern am Empfang.

  • Serviette

    Wird ausgebreitet und einmal gefaltet auf den Schoß gelegt. Fällt sie beim Essen runter, bitten Sie das Personal um eine neue. Nicht aufheben! Wer aufstehen muss, legt die Serviette locker links neben den Teller (amerikanisch: auf den Stuhl). Der Gastgeber deutet mit derselben Geste an, dass das Essen beendet ist.

  • Schminken

    Niemals bei Tisch! Make-up auffrischen, Lippenstift nachziehen, Augen nachtuschen – dazu zieht sich die Dame stets zurück.

  • Suppe

    Einzig richtig: nicht pusten, nicht mit dem Brot tunken, den Löffel nur mit der Spitze zum Mund führen. Cremesuppen und Suppen mit Einlagen werden nur ausgelöffelt, klare Brühen dürfen auch ausgetrunken werden.

Auch wenn die Firma zahlt: Der Hummer nebst Champagner-Cocktails sollte es nicht sein. 62 Prozent der Befragten gaben an, dass sie durchschnittlich 40 Euro pro Kopf bei einem Business-Lunch ausgeben. Und auch beim Alkohol sollte man sich zurück halten - auch wenn die älteren Kollegen von regelrechten Exzessen bei Geschäftsessen zu berichten wissen.

Noch vor 20 Jahren waren drei bis vier Gläser Wein oder Bier beim Mittagessen mit Partnern völlig normal, heute trinkt man in der Regel deutlich weniger. 60 Prozent gaben an, beim geschäftlichen Mittagessen gar keinen Alkohol zu trinken und nur abends ein Gläschen Wein zu bestellen.

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