Gescheiterte Gründer: "Der Kampf ist vorbei"

Gescheiterte Gründer: "Der Kampf ist vorbei"

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Musik per Kopfhörer Foto: Obs/plawa-feinwerktechnik GmbH & Co."

Über das Scheitern des eigenen Unternehmens zu sprechen ist nicht einfach, doch der Gründer des Musik-Startups Kazzong tut es. Er erklärt, wie er sich vom ursprünglichen Konzept abbringen ließ und gibt wertvolle Tipps für andere Startups.

"Hoffnung heißt nicht zu hoffen, dass etwas gut ausgeht. Hoffnung heißt zu hoffen, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.” Dieses Zitat, das Matthias Riedl von einem “christlichen Prediger oder so” aufgeschnappt hat, ist ihm zum Leitsatz geworden. Riedl gründete zusammen mit Martin Simma die Musikdownload-Plattform Kazzong. Ihr Start-up führten sie leider nur knapp eineinhalb Jahre lang, dann mussten sie Insolvenz anmelden. Ein Investor war abgesprungen.

Die Idee von Kazzong war vielversprechend: Riedl und Simma hatten erkannt, dass Social Communities aufgrund ihres breiten Nutzerspektrums die perfekte Plattform für Musikdownloads sind. Die beiden Schwaben entwickelten einen Dienst, mit dem Künstler ihre Musik auf Websites wie MySpace zum Verkauf anbieten konnten.

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Den ersten Versuch machte Kazzong mit einigen freien Künstlern, die sich über die neue Verdienstmöglichkeit sehr begeistert zeigten. “Schnell waren wir auf den Startseiten sämtlicher Künstler verlinkt”, erzählt Riedl. Die beiden Jungunternehmer unterschrieben Verträge mit 20 Social Networks.

Von bodenständigem Finanzierungsmodell abgekommen

Trotz des rasanten Aufstiegs zog sich im Herbst des vergangenen Jahres der Investor plötzlich zurück. Riedl zuckt mit den Schultern: “Es war halt die Medien-Hochphase der Finanzkrise.” Als gebrochener Trauerkloß ging Riedl jedoch nicht aus dem Insolvenzverfahren hervor, im Gegenteil.

Nach der Insolvenz klärte Riedl die Rechte, verkaufte die Software und lizenzierte die Widgets, an denen sie zuletzt getüftelt hatten. Ihm war es wichtig, Kazzong nicht untergehen zu lassen sondern weiter zu verwerten. Zwar weiß er, dass er mit der Idee nun nicht mehr reich werden kann. Aber darum geht es ihm nicht. “Die Idee ist gut und bleibt es auch dann, wenn sie in anderer Form weiterlebt!”

Reichweite statt Systemgebühr

Ein bisschen bitter ist es allerdings schon, wie es zum Aus kam. Denn zunächst hätten sie ein sehr bodenständiges Finanzierungsmodell gehabt, erzählt Riedl. Von jedem Künstler, der über Kazzong Songs verkauft, wollten die Gründer die ersten fünf Euro als Systemgebühr behalten. Viele Berater rieten ihnen jedoch ab und meinten, dass Kazzong auf “Reichweite” gehen solle. Immerhin gab es schon nach dem ersten Jahr 20 Millionen Seitenaufrufe im Monat.

Also folgte als neue Idee die Gewinnbeteiligung an jedem verkauften Song, daneben Affiliate-Lösungen und Werbung. Im Nachhinein hat Riedl bereut, dass sie sich von ihrem ersten Konzept abbringen ließen. Denn dies hätte schnelles Geld bedeutet: „Am Ende haben 5000 Bands über Kazzong ihre Songs vermarktet! Hätten wir von jeder fünf Euro bekommen, hätten wir uns den Investor schenken können!”

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