Gesellschaft: Männer: Job oder Baby?

Gesellschaft: Männer: Job oder Baby?

Kinder und Karriere – beides miteinander zu vereinen wird auch für Männer neuerdings immer mehr zum Problem.

An die Reaktion seines Chefs erinnert sich Olaf Tidelski genau. Um ein halbes Jahr Babypause hatte der 36-jährige promovierte Volkswirt gebeten – als erster Mann in der Führungsetage der Allianz Privaten Krankenversicherung. Sein Vorgesetzter war sprachlos. „Der ist tief in seinen Sessel gerutscht und war einfach nur baff“, resümiert Tidelski, der damals gerade frisch zum Referatsleiter befördert worden war und eine neue Abteilung übernehmen sollte. Tidelski wähnte sich bereits im beruflichen Aus: Karriere zu Ende. Als Weichei gebrandmarkt. Ab aufs Abstellgleis. Doch es kam anders: Der Chef willigte ein, schickte den Jungmanager in Elternzeit und übertrug ihm nach der Rückkehr sogar noch mehr Verantwortung. Tidelski führt das vor allem auf seine bis dahin erbrachten guten Leistungen zurück: „Mein Chef wusste, er kann sich auf mich verlassen.“ Von einer Lösung wie bei Aufsteiger Olaf Tidelski träumen inzwischen immer mehr Männer, doch nur für wenige wurde der Traum Wirklichkeit. Männer ernähren, Frauen erziehen – über Generationen hinweg war das ein ehernes Gesetz. Seit aber vor allem immer mehr junge Akademikerinnen nicht mehr auf Karriere verzichten wollen und von ihrem Ehemann mehr Verantwortung für das Aufziehen von Kindern fordern, stehen auch immer mehr Männer vor der Frage: Kinder oder Karriere?

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