Gesellschaftliche Debatte: Latente Unterstellung gegen Arbeitgeber

Gesellschaftliche Debatte: Die Intoleranz der Toleranten

Latente Unterstellung gegen Arbeitgeber

Hinter dessen Erziehungsziel "Akzeptanz von Sexueller Vielfalt" verbirgt sich, wie die Petition, die nun in der Stuttgarter Landesregierung und auch in der Öffentlichkeit für so viel Empörung sorgt, durchaus korrekt anmerkt, die wissenschaftlich höchst umstrittene so genannte Gender Theorie  von der sozialen Konstruktion des Geschlechtes. Kretschmann ist davon überzeugt: „Im Kern ist das, was da steht, einfach richtig". Die meisten Biologen, Anthropologen und Theologen können mit dem Menschenbild der „Gender Studies“ dagegen nicht viel anfangen. Doch von denen ist im Stuttgarter Bildungsplan keine Rede.  

Toleranz ist eigentlich eine Haltung, die davon ausgeht, dass Aussagen über Menschen nicht „einfach richtig“ sind, sondern verschiedene Ansichten geduldet werden sollten. Doch gerade diejenigen, die heute am lautesten Toleranz fordern, zeigen sich oft erstaunlich intolerant gegen andere Menschenbilder als ihre eigenen. Wer leise Zweifel an der Gender-Theorie von der Konstruktion der Geschlechter äußerst, ist ein „Antifeminist“ (und damit nach dem „National Statute for the Promotion of Tolerance“ in eine Reihe mit Antisemiten zu stellen) und wer nicht findet, dass der Lebensbund von Schwulen und Lesben steuerlich begünstigt werden sollte, gerät schnell in den Ruf „homophob“ zu sein. Der nicht gerade als urkonservativer Betonkopf geltende Norbert Blüm durfte diese Erfahrung jüngst nach einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung machen. In mancher Online-Diskussion genügt es schon, das Outing von Thomas Hitzelsperger nicht für eine heroische Tat zu halten, um sich beschimpfen zu lassen.

Wir leben in einer freien, aufgeklärten Gesellschaft, die längst in ihrer übergroßen Mehrheit akzeptiert hat, dass Homosexualität keine Krankheit und nicht pervers, sondern völlig normal ist. Doch gerade weil das so ist, empfinden viele Menschen die dauernde Aufforderung zur Toleranz in Lehrplänen und Gesetzen nicht als befreiend, sondern fühlen sich bedrängt. Muss wirklich jeder Schüler im Detail darüber "aufgeklärt" werden, was transsexuelle oder "queere" Menschen im Bett miteinander tun? Wen es interessiert, dem stehen im Internet schließlich Informationen in Hülle und Fülle zur Verfügung.

Arbeitsleben Geschlechterkonflikt beim Daimler

Unternehmen peitschen den Frauenanteil in Führungspositionen hoch. Kritik daran scheint tabu zu sein. Bei Daimler kam es nun zu einer Revolte erzürnter Männer.

Quelle: dpa

Wenn heute der Gesetzgeber für mehr Toleranz zu sorgen vorgibt, dann bedeutet das für viele Menschen, vor allem für Unternehmer und Personalverantwortliche, nicht mehr sondern weniger Handlungsfreiheit. Der Gesetzgeber tut damit nämlich so, als habe sich in der Gesellschaft und gerade in der Wirtschaft seit dunklen, vormodernen Zeiten wenig geändert, und als seien die Personalabteilungen bevölkert von latenten Sexisten, Rassisten und Schwulenhassern. Weil das Antidiskriminierungsgesetz die Beweislast weitgehend umkehrt, steht jeder Arbeitgeber heute unter Dauerdruck zu zeigen, dass er Frauen, Migranten und Homosexuelle besonders fördert und jegliche Benachteiligung im Ansatz bekämpft. Die Antidiskriminierungspolitik schafft dadurch in vielen Betrieben ein Klima der Verdruckstheit.   

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