Gesellschaftsstudie: Bertelsmann-Stiftung warnt vor schrumpfender Mittelschicht

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Gesellschaftsstudie: Bertelsmann-Stiftung warnt vor schrumpfender Mittelschicht

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Der soziale Aufstieg gelingt immer seltener.

Arme werden ärmer, Reiche immer reicher, behauptet mal wieder Studie. Seit 1997 ist der Anteil des Mittelschicht an der Gesamtbevölkerung zurückgegangen. Eine gute Ausbildung sei heute kein Garant mehr für ein Leben in gesichertem Wohlstand.

Der soziale Aufstieg wird schwieriger in Deutschland. Das geht aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor, die sie zusammen mit dem Deutschen Institut der Wirtschaft (DIW) und der Universität Bremen gemacht hat. Besonders ausgeprägt ist dieses Problem in der unteren Hälfte der Einkommensmittelschichten. Der Anteil der Menschen in den unteren und untersten Einkommensschichten ist um knapp vier Millionen Menschen gewachsen.

Die Entwicklung der Mittelschicht ist allerdings in der aktuellen öffentlichen Diskussion durchaus umstritten. Erst im September hatte die Konrad-Adenauer-Stiftung eine Studie veröffentlicht, die der Mittelschicht in Deutschland Stabilität bescheinigt.

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Laut Bertelsmann-Stiftung ist jedoch besonders auffällig, dass in der Mittelschicht jeder Vierte sich "latente Sorgen" macht, seine Status zu verlieren. Das sind deutlich mehr Deutsche als noch vor vier Jahren. Der Grund für die Entwicklung: Immer weniger Menschen gelingt der Aufstieg aus den unteren Einkommen in die Mittelschicht. Und selbst eine gute Ausbildung sei heute kein Garant mehr für ein Leben in gesichertem Wohlstand.

Zwei Entwicklungen bestimmen laut Studie dabei die Dynamik der gesellschaftlichen Mitte: Der Aufstieg in die Mittelschicht gelingt immer seltener und die Mitte wächst nicht mehr durch einen Zustrom aus unteren Einkommensschichten. Darüber hinaus nehmen Verharrungstendenzen zu. Auf der anderen Seite verfügt die Mittelschicht aber über zunehmend bessere Bildung und höhere berufliche Positionen. Aus der Mitte heraus bestehen also Aufstiegschancen nach oben; Menschen verlassen also die Mittelschicht, die dadurch kleiner wird. Obwohl die Einkommensmobilität insgesamt eher gering ist, sind die unteren Einkommen der Mittelschicht gefährdet, in einkommensschwache Bereiche abzurutschen - es überwiegt die Abstiegs- gegenüber der Aufstiegsmobilität. Die Studie zeigt jedoch, dass es weniger Bewegung zwischen den Einkommensschichten gibt. Nach dem Abstieg einer Person aus der Mittelschicht, fällt es heute schwerer, wieder in höhere Einkommensschichten aufzusteigen. 70 Prozent der unteren Einkommen finden sich nach drei Jahren immer noch in der gleichen Schicht wieder. Es hat sich also auch das Risiko, eine hohe Einkommensschicht wieder zu verlassen, in den vergangenen Jahren verringert.

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Die Studie beruht auf dem sogenannten sozioökonomisches Panel, für das jährlich 20.000 Erwachsene befragt werden. Zur Mittelschicht gehört, wer zwischen 70 und 150 Prozent des mittleren Einkommens verfügt. Das sind beispielsweise Familien mit zwei Kindern unter 18, die rund 2400 bis 5100 Euro monatlich zur Verfügung haben.

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