Gleichberechtigung: Wie Frauen für mehr Wachstum sorgen

Gleichberechtigung: Wie Frauen für mehr Wachstum sorgen

Bild vergrößern

Maria Rauch-Kallat

von Mark Fehr

Der US-Volkswirt und Wirtschaftsnobelpreisträger Edmund Phelps sowie der deutsche Unternehmer Peter Jungen luden kürzlich die globale Ökonomenelite nach Berlin, um über die Zukunft des Kapitalismus zu diskutieren. Unter den handverlesenen Gästen war auch Maria Rauch-Kallat, Ex-Frauenministerin Österreichs. Sie wagte zu fragen, warum keine einzige Frau auf dem Podium sitze, doch die hochrangige Runde verweigerte die Antwort.

wiwo.de: Frau Rauch-Kallat, wie kommt es, dass niemand auf Ihre Frage antworten wollte?

Rauch-Kallat: Vermutlich hat man bei der Planung der Veranstaltung einfach vergessen, dass es auch in den Wirtschaftswissenschaften zahlreiche Frauen gibt, die Hervorragendes leisten. Es fehlte etwa Elinor Ostrom, die in diesem Jahr als erste Frau den Ökonomie-Nobelpreis erhalten hat – zahlreiche männliche Laureaten waren stattdessen anwesend.

Anzeige

Eine Nobelpreisträgerin lässt man doch nicht einfach unter den Tisch fallen.

Nein. Ich unterstelle den männlichen Kollegen in diesem Fall auch keine böse Absicht, doch mir fiel auf, dass sich kein Ökonom traute, dieses heiße Eisen anzupacken. Alle anderen Fragen aus dem Publikum wurden dagegen ausführlich diskutiert.

Auch "Quotenmänner" sitzen auf hohen Posten

Vielen Frauen ist die Diskussion über Gleichberechtigung in Wissenschaft und Wirtschaft unangenehm.

Das liegt daran, dass sie sich mit Qualität durchsetzen wollen statt mit Quote...

...was sehr löblich ist.

Mag sein, aber dabei wird vergessen, dass es auch zahlreiche „Quotenmänner“ gibt, die nicht wegen ihrer Qualifikation in verantwortungsvolle Positionen gekommen sind, sondern weil sie bestimmten Gruppen angehören, wie Parteien, Gewerkschaften, Arbeitgebern oder Agrarlobby.

Was muss passieren?

Eine natürlich nicht ganz ernst gemeinte Antwort wäre: Erst, wenn auch dumme Frauen im Parlament sitzen, ist Gleichberechtigung erreicht. Frauen müssen außergewöhnlich gut sein, um an die Spitze zu kommen. Zahlreiche weniger begabte Männer schaffen es dagegen immer wieder in wichtige Positionen.

Was Frauen in der Wirtschaft besser machen

Das mag für Politik und Wirtschaft gelten, aber in der Wissenschaft fällt mangelnde Begabung doch sofort auf.

Natürlich erntet kein unfähiger Mann Ruhm als Wissenschaftler. Aber ich bin überzeugt, dass auch weibliche Forscher immer noch überdurchschnittlich mehr vorweisen müssen, um gleich stark aufzufallen.

Was bringt es denn, wenn mehr Frauen führen oder Ökonominnen werden?

Mehr Wachstum. Studien in den USA und Europa zeigen, dass Aktiengesellschaften mit Frauen in Top-Positionen höhere und nachhaltigere Gewinne machen.

Das freut die Aktionäre.

Nicht nur die. Frauen stärken die gesamte Volkswirtschaft. Die Schweizer Bank Crédit Suisse schätzt, dass das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone bereits um 0,75 Prozent steigen könnte, wenn nur ein Prozent mehr Frauen eine Arbeit aufnehmen würden. Die Vereinten Nationen haben errechnet, dass das amerikanische Bruttoinlandsprodukt um neun und das der Eurozone sogar um 13 Prozent steigt, wenn der Anteil arbeitender Frauen so groß wird wie der der Männer.

Weil mehr Arbeitskräfte quantitativ mehr leisten. Doch was machen Frauen qualitativ besser?

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%