Gründer: Startups mit dem Gespür für die richtigen Trends

Gründer: Startups mit dem Gespür für die richtigen Trends

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Chromotek-Gründer Schatz, Schmidthals, Rothbauer, Zolghadr, Helma (v. links)

Risikokapitalgeber und Business Angels werden immer vorsichtiger bei der Finanzierung von Startups. Um zu den Auserwählten zu gehören, brauchen Gründer das Gespür für die richtigen Trends. Wiwo.de stellt 30 Startups vor, die dieses Gespür haben.

Fünf Euro und ein paar freie Tage in den Weihnachtsferien – mehr hat Leonard Quack aus Grevenbroich nicht in sein Unternehmen investiert. Mit dem Geld kaufte der Gymnasiast Ende 2007 die Internet-Adresse Schnaeppchenfuchs.com. Anschließend nahm er sich ein wenig Zeit, um ein paar Artikel zu schreiben – über preiswerte Zeitschriftenabos, Kameras, Festplatten, Uhren. Schnäppchen eben, die er zuvor lange und vergeblich im Netz gesucht hatte.

Er half seinen Lesern beim Geldsparen – und verdiente selbst ein paar Euro, indem er Werbebanner schaltete. Die ersten Einnahmen investierte Quack in ein Notebook und verloste es unter seinen Lesern.

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Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Knapp 7.000 Internet-Nutzer klicken heute täglich seine Seite an. Und der 19-Jährige, der schon morgens vor den Abschlussklausuren am PC frühstückt und seine Seite befüllt, verdient jeden Monat ein 100-Faches seines Starteinsatzes. Manchmal vierstellige Beträge. Inzwischen muss er sogar Mitarbeiter suchen.

Quack hat damit instinktiv zwei entscheidende Erfolgsstrategien umgesetzt: Erstens macht sein Startup die zunehmend chaotische Welt der Online-Angebote übersichtlicher – einer der aktuellen Haupttrends im E-Commerce. Zweitens musste er dafür nur wenig investieren; seine laufenden Kosten steigen erst mit der Nachfrage. So kann er sein Unternehmen optimal skalieren und ist nicht auf Banken oder Investoren angewiesen.

Denn die halten ihr Geld derzeit zusammen: Neun von zehn Risikokapitalgebern und 70 Prozent der Business Angels sagen, dass es derzeit nicht nur weniger Kapital für Gründer gibt als im vergangenen Jahr, sondern dass sich einzelne Investoren auch dauerhaft zurückziehen werden.

Das zeigt eine exklusive Umfrage der WirtschaftsWoche, für die 140 Kapitalgeber und Netzwerke zu den Folgen der Wirtschaftskrise befragt wurden. Die deutliche Mehrheit rät ihren Portfolio-Unternehmen, knallhart Kosten zu senken und sich aufs Kerngeschäft zu konzentrieren. Grund: Auch Anschlussfinanzierungen werden rar.

"Moonlight-Startups" boomen

Wer ein Unternehmen gründen will, sollte deswegen versuchen, sich so gut es geht aus den laufenden Einnahmen zu finanzieren. Das kann auch bedeuten, dass man sein Unternehmen phasenweise nur noch abends nebenher betreibt, wenn Aufträge ausbleiben. Gegenwärtig wächst die Zahl dieser sogenannten Moonlight-Startups, wie Alexander Hüsing vom Szene-Nachrichtenportal Deutsche-Startups.de beobachtet hat. In der Warteschleife können die Gründer die Kosten niedrig halten, bis der große Auftrag kommt.

Dabei kommt ihnen zum einen entgegen, dass in der Krise Mieten sinken und Mitarbeiter günstiger zu haben sind. Zum anderen profitieren sie aktuell von den Ideen zahlreicher anderer Startups: Über Commercetools aus München etwa lässt sich ein skalierbarer Online-Shop einrichten, ohne dass dafür Investitionen in Hardware oder Software anfallen; das Unternehmen Billomat aus Herdorf hilft dabei, Rechnungen und Angebote zu schreiben.

Nfon aus München stellt eine Telefonanlage im Internet zur Verfügung, die mit dem Bedarf wächst; bei Ebuero in Berlin besorgen sich die Gründer eine Sekretärin, die Anrufe annimmt. Bei Designenlassen.de aus Nürnberg warten kreative Köpfe nur darauf, ihr Corporate Design zu entwickeln, und anstatt Mitarbeiter einzustellen, können Gründer beim Dortmunder Startup Humangrid „Clickworker“ anheuern, die für sie arbeiten, ohne sie je zu Gesicht zu bekommen.

Trotz Sparappellen und Konjunkturstottern – es gibt auch positive Nachrichten: An guten Ideen mangelt es hierzulande nicht. Rund 95 Prozent der befragten Investoren glauben, dass es trotz Krise „genügend vielversprechende Unternehmen gibt, in die es sich zu investieren lohnt“. Gründer in den Bereichen Cleantech (60 Prozent), Medizintechnik/Biotechnologie (54 Prozent) und Internet/E-Commerce (46 Prozent) haben aus Sicht der Geldgeber derzeit besonders gute Karten. 30 der aussichtsreichsten Startups stellen wir in dieser Übersicht vor. 

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