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Gründertagebuch: Mit ungewöhnlichen Schritten will Chocri die USA erobern

von Jens Tönnesmann

Die Gründer des Startups Chocri wandeln ihr Unternehmen in eine GmbH und haben wegen der Marke Ärger mit Italienern. Um den US-Markt zu erobern, müssen sie teurer werden und eine noch ausgefallenere Geschmacksvariante anbieten.

Die Chocri-Gründer Duge (lins) und Bruck mit Schokoladensäcken Quelle: Hans Scherhaufer für WirtschaftsWoche
Die Chocri-Gründer Duge (lins) und Bruck mit Schokoladensäcken Quelle: Hans Scherhaufer für WirtschaftsWoche
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Franz Duge und Michael Bruck haben derzeit viel zu tun: In der Zentrale ihres Startups Chocri in Berlin herrscht schon morgens um sechs Hochbetrieb. Männer und Frauen mit dunklen Schürzen und weißen Haarnetzen halten rechteckige Plastikformen unter Maschinen, aus denen warme Schokolade fließt. Dann streuen sie Zutaten wie Gummibären oder Pekannüsse auf die braune Masse. Später bekommt jede Tafel ein individuelles Etikett, bevor sie die Schokoladenmanufaktur per Post verlässt.

Bis zu acht Tonnen Schokolade im Monat verwandeln die Chocri-Mitarbeiter so in Schokotafeln, die die Kunden vorher auf der Internet-Seite des Startups kreiert haben: aus rund 100 Zutaten, von Ananasstückchen bis Zimt-Cornflakes.

Schokolade nach Maß für die Masse: Mit dieser Idee haben die Gründer den diesjährigen WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb gewonnen. Ein Jahr lang berichtet Franz Duge nun im Gründertagebuch, wie sich Chocri entwickelt. In Folge zwei verrät er, wie er auch die Amerikaner von der Wunsch-Schokolade überzeugen will und warum er zum Arzt muss, um einen Kredit von seiner Bank zu bekommen.

17. September

Wir fahren zur Preisverleihung des WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerbs. Als wir in der Münchner Residenz ankommen, warten schon 200 geladene Gäste an festlich gedeckten Tischen.

Noch weiß keiner von ihnen, wer gewonnen hat. Dann bittet Franz Rother uns nach vorne: Unter viel Applaus überreicht uns der stellvertretende Chefredakteur der WirtschaftsWoche den Preis. Wir freuen uns und danken den Juroren und Sponsoren.

18. September

Freunde und Verwandte melden sich bei uns, weil sie von unserem Sieg in den Medien gelesen und gehört haben. Wir belohnen uns mit ein paar freien Tagen: Micha reist in die Türkei, und ich besteige die Zugspitze. Der Urlaub ist auch ein wichtiger Test: In den nächsten Tagen sind unsere 20 Mitarbeiter in Berlin für ein paar Tage nur auf sich gestellt – zum ersten Mal!

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5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.09.2010, 23:53 UhrAnonymer Benutzer: Monika

    Wenn das die Sponsoren (Wunschschokolade) sind die massig die tollen LCD TV Herstellen lassen und diese dann RTL2 für die Sendung Zuhause im Glück usw.sponsoren . Dann möchte ich diesen kräftig in ihren Arsch treten.
    Nach einem Jahr bekam ich jetzt diese schaurige Nachricht von Samsung.
    Hier kam mein toller Gewinn her Samsung LCD TV :
    vielen Dank für ihre Anfrage.

    Laut dem von ihnen genannten Modellcode bzw. der Seriennummer besitzen Sie kein original Samsung Produkt. Es handelt sich um ein sogenanntes "refurbished" Gerät. Dies bedeutet, dass das Gerät aufbereitet wurde bzw. dass mehrere defekte Geräte zu einem funktionstüchtigen Fernseher
    zusammengebaut/recycelt wurde.

    Die ungarische Firma Koambra kauft defekte Geräte auf, überholt diese bzw. bereitet diese auf.
    Leider ist es so, dass diese Geräte vereinzelt ihren Weg nach Deutschland finden.

    Da es sich um kein Produkt von uns handelt, also kein original Samsung Gerät ist, geben wir keine Garantie auf diese Geräte. Eventuelle Ansprüche können hier nur über den Händler geltend gemacht werden.

  • 26.11.2009, 09:43 UhrAnonymer Benutzer: Bea

    Testbericht: Gute idee, schlecht ausgeführt

    im September habe ich von chocri gelesen, war sofort begeistert und bestellte 3 Tafeln. Die erste Ernüchterung kam sofort: 2 Wochen Lieferzeit!

    Als die Schokolade dann da war, wurde sie erst mal von der ganzen Familie begutachtet. Die Verpackung machte einen sehr ordentlichen Eindruck. Durch ein Klarsichtfenster kann man seine Schokolade schon mal betrachten, ohne sie zu öffnen.

    Die ganze Familie machte sich voller Erwartung über die erste Tafel her, und ...
    ... wir waren uns alle einig, dass die Grundmasse, also die Schokolade selbst, von minderer Qualität ist. Da kann man eigentlich im Supermarkt kaufen, was man will (hochpreisig, quadratisch oder lila), alle schmecken um Klassen besser.

    Nachdem der erste Appetit vorüber war, wurden die verbliebenen beiden Tafeln noch näher begutachtet. ich stellte fest, dass die Tafeln recht dünn sind. Das ist erst mal nicht negativ, aber seltsamerweise waren die Tafeln kein bisschen größer als herkömmliche 100g-Tafeln. Daher habe ich nachgewogen und tatsächlich: 88 g, satte 12% zu wenig, denn gekauft und bezahlt habe ich 100g. Da stelle man sich mal vor, man bekäme 12% weniger Gehalt, von dem man sich die Schokolade ja schließlich kaufen muss.

    Darufhin habe ich das Chocri-Team über ihre Website kontaktiert und um Aufklärung gebeten. Resultat: Schweigen.

    Nun gut, es soll Fälle geben, wo die Technik versagt. Also noch mal per E-Mail geschrieben. Diesmal nicht über die Unternehmens-Website, sondern "normal". Resultat: nichts. Was soll man daraus schließen? Hat das am Ende Methode? Also ich fühle mich betrogen.

    Fazit:
    Trotz hohem Verkaufspreis wird gespart, wo es nur geht: an der Menge (12% zu wenig inhalt), an der Qualität der Schokolade, an den weiteren Zutaten, die man dazukauft, und am Service (keine Antwort auf Mails). Daher nicht empfehlenswert.

  • 07.11.2009, 18:52 UhrAnonymer Benutzer: Christian Kraus

    immer wieder merkwürdig, dass erwachsene Unternehmen als "Gründer" angepriesen werden, obwohl es sie bereits seit mehreren Jahren gibt, die belegschaft schon mehr als 10 Mitarbeiter zählt und auch bereits investitionen in Millionen-Höhe eingefahren wurden. Was hat das eigentlich mit Gründung oder Startup zu tun? in diesem Sinne sind wohl heutzutage alle Unternehmen "perpetual startups". Nur Schade, dass gerade die kleinen, die wirklich am Anfang stehen in der berichterstattung (und auch bei den großen Gründerwettbewerben) einfach untergehen, denn die könnten die beratung von Jung von Matt und co. wohl am ehesten gebrauchen...

    Unabhängig davon wünsche ich Chocri weiterhin viel Erfolg. ich liebe Schokolade :-) Außerdem sind die "mix it yourself" Dienste (Müsli, Schoko, Tee ..) aus meiner Sicht weiter sehr spannend, solange noch Nischen offen sind und die Mitbewerber nicht zu viele und zu stark werden.

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