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Gründertagebuch: Startup Suncoal: Voller Energie

von Redaktion: Jens Tönnesmann

Zeit für eine Zwischenbilanz: Im Gründertagebuch berichtet Hans-Joachim von Massow von einem Kraftwerksbesuch und erklärt, warum es wichtig ist, auch die kleinen Baustellen in einem Startup im Auge zu behalten.

Suncoal-Gründer: v. Ploetz, v. Ohlshausen, Wittmann, v. Massow (v. links) Quelle: Hans Scherhaufer für Wirtschaftswoche
Suncoal-Gründer: v. Ploetz, v. Ohlshausen, Wittmann, v. Massow (v. links) Quelle: Hans Scherhaufer für Wirtschaftswoche
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Ein Abstecher ins Kohlekraftwerk, Besuche auf Fachmessen in ganz Deutschland, Gespräche mit Lieferanten: Hans-Joachim von Massow, Friedrich von Ploetz, Tobias Wittmann und Christian von Olshausen sind zurzeit viel unterwegs. Die vier Gründer von Suncoal Industries planen den Bau einer großen Produktionsanlage, um im industriellen Maßstab Kohle aus Biomasse herzustellen.

Im kleinen Maßstab funktioniert das bereits: In einer Halle im Hafen von Königs Wusterhausen steht ein Kessel, in dem das Team um die vier Gründer Grünschnitt mit Wasser verkocht. Bei 200 Grad entsteht so „Suncoal“: ein dunkler, energiehaltiger Schlamm, der zu Pulver getrocknet wird und sich als Energieträger verwenden lässt. Die Technologie soll das Klima schonen, weil sie fossile Kohle mit ihren schädlichen Kohlendioxidemissionen durch einen regenerativen Energieträger ersetzt. Außerdem soll Suncoal Entsorgungsprobleme lösen, da sie aus Bioabfällen hergestellt wird.

Mit der Idee haben die Gründer im vergangenen Jahr den WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb gewonnen, der zurzeit erneut ausgeschrieben ist. Seitdem berichtet Mitgründer von Massow in der WirtschaftsWoche regelmäßig über die Fortschritte des Teams. In dieser Folge zieht er außerdem eine Zwischenbilanz der vergangenen Monate.

Wichtiger Termin in einem Kohlekraftwerk

2. April

Telefonkonferenz mit den Experten der Agentur Jung von Matt. Wir erklären unsere Vision: Suncoal leistet einen realistischen Beitrag zum Klimaschutz. Eine Energiewirtschaft auf Basis erneuerbarer Rohstoffe ist möglich. Die Werbeprofis stellen Fragen, schreiben mit und machen sich daran, den „Claim“ zu entwickeln: eine Art Slogan, der kurz und prägnant unsere Idee rüberbringen soll.

7. April

Wichtiger Termin in einem Kohlekraftwerk: Wir schauen uns an, welchen Weg die Kohle zurücklegt, bis aus der darin gebundenen Energie Strom wird. Aus dem Kohlebunker transportieren Laufbänder die Kohle in die Kohlemühlen. Dort wird sie zu feinem Staub gemahlen, bevor sie verbrennt. Die entstehende Hitze verwandelt Wasser in Wasserdampf, der eine Turbine antreibt und so Strom erzeugt. Die entscheidende Frage für uns: Kann Suncoal in diesem Prozess so problemlos verwendet werden wie normale Kohle? Testläufe zeigen: Es funktioniert. Außerdem ist Suncoal schon pulverförmig, weswegen weniger Energie nötig ist, um sie zu mahlen.

13. April

Unser Mitarbeiter Georg präsentiert uns sein IT-Sicherheitskonzept, mit dem wir die Ergebnisse unserer Testläufe gegen Computerabstürze und Datenklau schützen können. In jedem Startup gibt es viele kleine Baustellen: Sie sind zwar auf den ersten Blick nicht so bedeutend, aber in der Summe unheimlich wichtig – deswegen sollte man sich permanent darum kümmern. So versuchen wir, den Einkaufsprozess zu standardisieren, die Finanzbuchhaltung zu verbessern und den Recruiting-Prozess zu verkürzen, um effizienter und mit höherer Qualität zu arbeiten.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 18.06.2009, 12:16 UhrAnonymer Benutzer: Apokalyptus

    Wie wäre es mit dem Slogan "Suncoal is cool son" Der ist mir spontan eingefallen und den gibts gratis hier für die Gründer der sehr interessanten Technologie

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