Gute Vorsätze: Wer sich ändern will, braucht einen Aufpasser

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InterviewGute Vorsätze: Wer sich ändern will, braucht einen Aufpasser

von Ferdinand Knauß

Winter wird es auch in unserem Kopf. Der Hirnforscher Gerhard Roth über Lichtmangel, böse Geister und drei Methoden, ein anderer Mensch zu werden.

WirtschaftsWoche: Die Weihnachtszeit und der Jahreswechsel stehen bevor. Das sind zwar gesellschaftliche Ereignisse, aber sie finden nicht zufällig zur Zeit der größten Dunkelheit, der Wintersonnenwende, statt. Ist das auch ein biologisches Ereignis? Bekommt unser Gehirn mit, dass die Tage jetzt am kürzesten und die Sonneneinstrahlung am geringsten sind?

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Hirnforscher Gerhard Roth erklärt, wieso die wenigsten Neujahrsvorsätze auch wirklich eingehalten werden, und wie man mit kleinen Schritten ans Ziel kommt Quelle: dpa

Hirnforscher Gerhard Roth erklärt, wieso die wenigsten Neujahrsvorsätze auch wirklich eingehalten werden, und wie man mit kleinen Schritten ans Ziel kommt

Bild: dpa

Gerhard Roth: Natürlich. Besonders die Lichtmenge ist ein sehr wichtiger Faktor für die Gehirnaktivität bei vielen Tieren – und bei uns Menschen auch. Wir haben einen eigenen neuronalen Apparat, der diese Bedingungen misst, weil sich der Körper darauf einstellen muss. Diese Lichtmengensteuerung ist elementar. Auch wenn man künstlichem Licht über längere Zeit ausgesetzt ist, kommt der Tagesrhythmus völlig durcheinander. Das ist ganz tief in unserer Biologie. Dunkelheit verträgt der Mensch nicht besonders gut. Wir stammen von Vorfahren ab, die in Afrika das ganze Jahr über denselben Lichtrhythmus hatten.

Welche konkreten Auswirkungen hat der Lichtmangel? Sind wir weniger leistungsfähig?

Ja.  Und unkonzentrierter. Das liegt insbesondere an den veränderten Lichtrhythmen. Wir merken das ja auch bei Interkontinentalflügen. Viele Menschen leiden da tagelang drunter. Auch dauerhaft bei künstlichem Licht zu arbeiten, schadet der Leistungsfähigkeit und vor allem der Konzentration. Es kostet uns ja auch viel mehr Überwindung im Winter früh morgens aufzustehen, wenn es noch stockduster ist. Im Sommer ist man sehr viel aktiver. Das hängt damit zusammen, dass bestimmte Stoffe in unserem Körper - besonders Serotonin, das uns motiviert aber auch beruhigt - sehr stark vom Licht abhängig sind. Die Selbstmordraten in den nordischen Ländern steigen ja im Winter dramatisch. Das hängt relativ direkt damit zusammen, dass Serotonin nicht in ausreichender Menge ausgeschüttet werden kann.  

Fünf Wege aus der Depression

  • 1. Den Sinn der Depression erkennen

    Die Therapeutin und Autorin Ursula Nuber zeigt in ihrem Buch "Wer bin ich ohne dich?" fünf Wege aus der Depression. Die 1. Strategie lautet: Den Sinn der Depression erkennen. Dabei ist es für betroffene Frauen wichtig herauszubekommen, welcher Sinn, welche Botschaft für sie in der Krankheit enthalten ist. Dazu gehört auch, dass sie nicht ausschließlich auf hormonelle Veränderungen, biochemische Ungleichgewichte im Gehirn oder Erbfaktoren zurückgeführt und damit zu einem rein medizinischen Problem reduziert werden sollte. Wenn es gelingt, die Botschaft zu entschlüsseln, kann sich die Depression als grundlegende Veränderung zum Positiven nutzen lassen.

    So wie Angst ein Signal für Gefahr ist, so ist die Depression häufig ein Signal, dass eine Frau sich vor vergeblichen Anstrengungen schützen sollte.

  • 2. Selbst aktiv werden

    In dieser Phase können Frauen viel Neues über sich lernen. Sie bekommen eine Ahnung, was genau ihnen nicht gut tut, wo sie die Weichen anders stellen müssen. Sie achten nicht nur darauf, wann sie sich besonders niedergeschlagen und ungeliebt fühlen, sie achten ebenso darauf, wer und was ihnen dabei hilft, damit die Depression weniger intensiv spürbar ist. Sie erkennen, dass sie kein passives Opfer der Krankheit sein müssen, sondern durchaus Einfluss auf sie nehmen können - zum Beispiel indem sie sich in Bewegung setzen.

  • 3. Hilfe annehmen

    Die Erfahrung, nicht auf sich allein gestellt zu sein, kann auf dem Weg aus der Depression so etwas wie ein Leitstern werden. Vor allem Freundinnen können hilfreich im Prozess der Selbstfindung sein. Es ist eine weibliche Anti-Stress-Strategie, sich in schwierigen Zeiten mit Geschlechtsgenossinnen zu verbünden und gemeinsam mit ihnen den Stürmen zu trotzen.

    Nachhaltig helfen kann auch eine rechtzeitige psychotherapeutische Behandlung, die das Risiko, an weiteren Depressionen zu erkranken, deutlich senkt. Der richtige Therapeut kann also ein äußerst wichtiger Begleiter bei der Depressionsarbeit sein. Ausschlaggebend für den Erfolg ist nicht in erster Linie die Methode, sondern die Beziehung, die zwischen dem Therapeuten und der Klientin entsteht.

  • 4. Wenn ich nicht für mich bin, wer ist es dann?

    Niemanden behandeln Frauen, ganz besonders depressive Frauen, so schlecht wie sich selbst. Depressionsgefährdete Frauen neigen dazu, mit sich selbst ungeduldig zu sein und sich selbst zu kritisieren, sie beschuldigen sich für ihr Versagen und werfen sich vor, anderen Menschen Probleme zu bereiten.

    Doch wichtig ist vor allem die Selbstfürsorge und das Mitgefühl für sich selbst. Kommt die Selbstfürsorge dauerhaft zu kurz, dann kann das auch zu einem Stressfaktor werden, der in die Depression führen kann. Frauen müssen erkennen, dass ihr Leben nicht dadurch lebenswert wird, indem sie möglichst viel für andere leisten, sondern dass es vielmehr darauf ankomme, dass sie sich möglichst viel ersparen.

  • 5. Nett war gestern

    Die reife Form der Aggressionsverarbeitung kann man nur dadurch erwerben, dass man Erfahrungen mit seiner Aggression macht. Wir alle haben das Recht auf alles, was wir fühlen. Das geringe Selbstwertgefühl Depressiver hat eine wichtige Wurzel in ihrer nicht gewagten, nicht gekonnten Aggressivität. Depressive Frauen müssen lernen, den Ton lauter zu stellen. Frauen, die ihre Depression überwinden wollen, müssen ihre Rolle als nettes Mädchen aufgeben. Denn Nettsein ist eine Einbahnstraße. Wer nett ist, ist beliebt, aber er wird ausgenutzt und bekommt nicht, was er sich wünscht, nämlich Anerkennung und eine Gegenleistung für das Nettsein.

    (Quelle: Ursula Nuber, "Wer bin ich ohne dich?", Campus-Verlag)

Kann man sich auf den Winter einstellen?

Vielleicht kann man einfach etwas mehr schlafen, also früher ins Bett gehen. Aber im Grunde bleibt uns nichts anderes übrig, als das hinzunehmen.

Und was sollten Arbeitgeber tun, um diese Anpassung zu erleichtern?

Unser ganzes Berufsleben ist ja nicht mehr vom natürlichen Lichtfluss gesteuert. Eigentlich wäre es sinnvoll, im Winter erst später mit der Arbeit zu beginnen. Aber das dulden die Unternehmen und Behörden nicht. Auch der Schulbeginn um 8 Uhr ist für Kinder im Winter eigentlich zu früh. Die Firmen sollten wenigstens dafür sorgen, dass das künstliche Licht am Arbeitsplatz dem Tageslicht ähnelt.

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