GWA-Nachwuchswettbewerb: Fiktive Werbekampagne: Hör auf deine Eier

GWA-Nachwuchswettbewerb: Fiktive Werbekampagne: Hör auf deine Eier

Bild vergrößern

Anzeige der Gewinner des GWA-Wettbewerbs

Coole Marke, lässiges Produkt – im ersten Moment schien es einfach: Eine fiktive Kampagne für die neuen Kopfhörer der italienischen Marke Diesel sollten sich die Design- und BWL-Studenten aus Aachen überlegen. 100 000 Euro virtuelles Budget gabs von Diesel.

Mit einer fiktiven Kampagne für Diesel-Kopfhörer gewinnen Studenten aus Aachen den 17. GWA-Nachwuchswettbewerb. Die Aufgabe für das 22-köpfige Team: vor allem über Online-Werbung und auffällige Inszenierung in Diesel-Läden auf einen Kopfhörer aufmerksam zu machen, der ab Juni für 140 Euro auf den Markt kommen soll. „Wir haben uns einerseits darauf gefreut, uns austoben zu können“, sagen Aylin Özkarakas, Designstudentin der FH Aachen, und Franziska Miebach, BWL-Studentin aus dem RWTH-Strategie-Team. „Aber wir wussten auch: Die Latte hängt verdammt hoch.“

Also war erst mal knochentrockene Analyse angesagt: Wofür steht die Marke Diesel? Welche Zielgruppen spricht sie an? „Gutes Research“, trichterte Sönke Bruns von der betreuenden Agentur DDB Tribal Düsseldorf seinen Studenten immer wieder ein, „ist die halbe Miete.“ Die Erkenntnisse deckten sich mit einem Motto von Diesel-Gründer Renzo Rosso: „Mode ist wie Musik.“

Anzeige

Daraus entwickelten die Aachener Studenten zwei Ideen: Sie riefen die „Brave-o-lution“ aus und kreierten den Phono sapiens fantasticles – einen sportbegeisterten Musikjunkie, dem seine Kopfhörer heilig sind, entdeckt im Forschungslabor Testickle Lab.

Studenten fit wie Profis

In der ersten Phase ihrer Kampagne setzen die Studenten auf PR in Blogs, Online-Magazinen und auf Facebook sowie einen Verweis auf die Diesel-Homepage. In den Diesel-Läden gibt es im Laborstil eingerichtete Ecken mit Trimm-dich-Rädern, auf Bildschirmen wird die Zeit heruntergezählt bis zum Verkaufsstart der Kopfhörer. Es folgen PR-Aktionen per E-Mail, auf Facebook und Twitter, über einen eigenen YouTube-Kanal lassen sich Videos zum ‧Testickle Lab abrufen. Auch Printanzeigen und Plakate, Postkarten und Taschen ‧weisen auf das Lifestyle-Produkt hin. Über dort eingebettete QR-Codes landet man automatisch auf der Diesel-Homepage, wo Kunden aufgefordert werden, dem Phono sapiens fantasticles mit einer Hymne zu huldigen. Höhepunkt der Kampagne: ein rauschendes Fest in einem Berliner Szeneclub. Und das Abschicken des Siegersongs per Funktechnik ins All.

„Die Kreativität der Studenten hat mich voll überzeugt“, sagt Christoph Scheller, Professor im Fachbereich Gestaltung an der FH Aachen. Doch etwas fehlte ihm noch: ein Claim, der die vielen Ideen zusammenband. Die Lösung, drei Tage vor Toresschluss: „Listen to your balls“. Das tat auch Hartwig Steffenhagen. Der 67-Jährige, BWL-Professor an der RWTH, übernahm spontan eine tragende Rolle als verrückter Professor in einem der von den Studenten produzierten Videos. „Viel besser“, sagt DDB-Agenturmann Bruns, „kriegen wir das auch nicht hin.“

Gute Einstellungschancen für die Studenten

Die Kampagne treffe „sowohl strategisch als auch kreativ auf den Punkt“, bestätigt Jury-Chef Andreas Mengele, Geschäftsführer der Agentur Heimat. „Sie ist Diesel – und macht neugierig aufs neue Produkt.“

Das glaubt auch der Auftraggeber: „Ein so tolles Ergebnis hätten wir nie erwartet“, sagt Diesel-Marketing-Managerin Ulrike Orth. „Die Professionalität der Studenten hat uns beeindruckt.“ Sollte sich die Konzernzentrale in Italien dem Urteil anschließen, könnte für die Nachwuchs-Kreativen aus Aachen bald mehr rausspringen als der 800-Euro-Siegerscheck: Derzeit prüfen Diesel und Kopfhörer-Hersteller Monster Cable, die von den Studenten entwickelte Kampagne weltweit umzusetzen. Und auch DDB bietet Perspektiven: „Vor Kurzem“, sagt DDB-Werber Bruns, „haben wir einen Studenten eines Ex-Siegerteams eingestellt.“ 

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%