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Halb Schweden ist in den Ferien auf dem Schiff online erreichbar: Das Büro mit im Boot

von Von Helmut Steuer und Stockholm

Für Lars Evert Lindberg ist die Welt in Ordnung. „Arbeit und Urlaub?“, fragt der 51-jährige Stockholmer ungläubig. Nein, diese Trennung, lässt er unmissverständlich verstehen, ist für Schweden ein Relikt vergangener Tage. Hier geht das Büro mit auf Reisen.

Der Unternehmer sitzt entspannt auf seiner zwölf Meter langen Motoryacht. Draußen kämpfen ein paar Sonnenstrahlen mit der ansonsten dichten Wolkendecke. Nur das Gesicht von Lindberg strahlt an diesem Tag – und es sieht nicht so aus, als würde das die übrigen Tage nicht viel anders sein. Sein Schiff trägt den passenden Namen „Enterprise“. „Hier habe ich mein Büro, kann walten und schalten und bin immer erreichbar“, schwärmt der Blondschopf, um schnell hinzuzufügen: „Wenn ich das denn will“. Sein Unternehmen Hedin Tex hat seinen Sitz in Heikendorf bei Kiel. Mit vier Mitarbeitern produziert und vertreibt Lindberg Modems, die Sensordaten zum Beispiel aus Tunneln an Überwachungszentralen senden. Die Familie habe nicht nach Deutschland ziehen wollen, deshalb sei ihm die Idee gekommen, die Firma von Stockholm aus zu steuern. Umgeben von Telefon, Fax und Flachbildschirmen, die in die Bootseinrichtung elektrisch versenk- und drehbar sind, ist Lindberg immer online. Den drahtlosen Kontakt zur Außenwelt hält er durch sein UMTS-Handy, das mit dem Server in seinem Unternehmen verbunden ist. „Das Wichtigste für mich, dass ich auf die Mailbox Zugriff habe, und zwar direkt, ohne dass ich mich erst einloggen muss“, erklärt der Unternehmer. Die von Ericsson konzipierte Lösung für das mobile Büro ermöglicht, dass Lindberg über eine einzige Telefonnummer erreichbar ist – egal ob er zuhause, im Büro oder an Bord seiner Motoryacht ist. Dabei ist er keine Ausnahme. Immer mehr schwedische Manager setzen auf das mobile Büro, dass es ihnen ermöglicht, auch im Urlaub arbeiten zu können, wenn es denn unbedingt nötig ist. Nach einer Untersuchung des Telekom-Konzerns Telia Sonera wollen neun von zehn Top-Managern in diesem Jahr während des Urlaubs drahtlos arbeiten. Auch Olof Aurell, beim Telekommunikationsausrüster Ericsson verantwortlich für Business-Lösungen, rechnet in den kommenden Jahren mit einem wahren Boom für das mobile Büro. „Bis 2009 wird sich das Volumen des mobilen Datenverkehrs gegenüber heute nahezu verfünffacht haben“, schätzt er.

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