Internationale Studie: Kindern geht es gut, wenn es den Eltern gut geht

Internationale Studie: Kindern geht es gut, wenn es den Eltern gut geht

Eine internationale Studie hat bessere Rahmenbedingungen für Eltern und Kinder gefordert. Regierungen könnten mit Regelungen etwa für Mindestlöhne, Mutterschutz und Betreuung helfen und somit dazu beitragen, dass Kinder sich voll entfalten können.

Wenn Regierungen in aller Welt die Rahmenbedingungen verbessern, können sich die Kinder voll entfalten. Das ist der Schluss einer am Mittwoch veröffentlichten internationalen Analyse des World Policy Analysis Center. Nach eigenen Angaben hat das Zentrum, die rechtlichen Grundlagen und die Familienpolitik von insgesamt 191 Ländern verglichen. Indikatoren waren etwa Armut, Diskriminierung, Bildung, Gesundheit, Kinderarbeit und Kinderehen. „Millionen Kinder in aller Welt werden durch die Verhältnisse in ihren Ländern daran gehindert, ihr volles Potenzial zu entfalten“, konstatieren die Autoren. Die in jungen Jahren gelegten Grundlagen seien aber besonders wichtig für den späteren Erfolg.
Möglichkeiten dem zu begegnen, wären etwa Mindestlöhne, bezahlten Mutterschutz, kostenlose Bildung für Kinder oder Einschränkung der Kinderarbeit in besonders armen Ländern. Kinder sollten auch dort Schulen besuchen können, schreibt die Studie "Changing Children's Chances".

Familien Deutschland ist besonders familienfeindlich

Von zehn untersuchten Ländern in Europa sehen sich die Deutschen selbst als am wenigsten kinderfreundlich. Es fehlt an gesellschaftlicher Anerkennung für Kinder und Familien, zeigt eine Befragung.

huGO-BildID: 29450986 ARCHIV - Die Säuglinge Lilly (l-r), Judy und Helena, alle am 05. November 2012 in der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden (Sachsen) geboren, liegen am 06.11.2012 während eines Pressetermins nebeneinander auf eier Kuscheldecke. Rund 62 Prozent der in Ostdeutschland geborenen Kinder stammen aus einer Beziehung ohne Trauschein. Damit gehören die neuen Länder bei den nichtehelichen Geburten im europäischen Vergleich zu den Spitzenreitern. Nur in Island liegt die Zahl mit 65 Prozent noch höher. Foto: Arno Burgi/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Es ist so, dass sich die Situation der Eltern auf das Wohlergehen des Nachwuchses auswirkt: Ein bezahlter Mutterschutz habe sich etwa inzwischen fast überall durchgesetzt, nur 8 der 191 untersuchten Länder hätten keine entsprechende Regelung - darunter auch die USA. Berufstätige Eltern müssten unterstützt werden, etwa durch die Einführung von Mindestlöhnen und die Bereitstellung von Tagesstätten und anderen Arten der Kinderbetreuung.
Das an der renommierten University of California, Los Angeles (UCLA) angesiedelte Zentrum will Führungskräfte anhand der länderübergreifenden Analyse von Daten bei der Lösung von Problemen unterstützen. Dies gilt für Fragen auf örtlicher, nationaler und internationaler Ebene.

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Außerdem sollen mithilfe der Studie Regierungen auch daran erinnert werden, dass bereits gemachte Zusagen zum Wohle von Kindern einzuhalten sind. Entscheidungsträger werden aufgerufen, unter anderem möglichst für eine kostenlose Schulbildung auch in der Sekundarstufe zu sorgen. Das Mindestheiratsalter für Jungen und Mädchen sollte angeglichen werden, damit Mädchen nach Möglichkeit nicht zu früh verheiratet werden. In 54 der untersuchten Länder dürften Mädchen beispielsweise drei Jahre früher heiraten als Jungen, was oft dazu führe, dass sie ohne Abschluss von der Schule gingen.

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