IT-Sicherheit: Wo Hacker ihr unheimliches Handwerk lernen

IT-Sicherheit: Wo Hacker ihr unheimliches Handwerk lernen

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Hacker

Sie gelten als öffentlichkeitsscheu, verschwiegen und kriminell: IT-Spezialisten, die jeden Code entschlüsseln und in jeden Computer eindringen können. Doch wer bildet sie aus? Eine Reise an deutsche Hacker-Hochschulen.

Es dauert nur wenige Minuten. Dann wechseln 182.000 Euro ihren Besitzer. Ein Computerwurm hat sich im System der Bank eingenistet, nimmt das Geld vom Konto des ahnungslosen Kunden und überweist es auf die Konten zweier Hacker. Die erhalten aber keine Strafe, sondern Applaus und eine Urkunde.

Verkehrte Welt? Keineswegs. Die Wurm-Attacke auf das fiktive Geldinstitut ist Teil eines Kurses an der Ruhr-Universität Bochum. Ein Semester lang lernen 20 angehende IT-Spezialisten, wie sie Passwörter knacken, Sicherheitslücken ausnutzen und fremde Konten kapern. Ein Rollentausch vom Studenten zum Computerknacker.

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Stetiger Wachstum

Das Hacker-Praktikum gehört zum Studiengang IT-Sicherheit, für den in Bochum derzeit 500 Studierende eingeschrieben sind. Die Stadt im Ruhrgebiet hat sich in den vergangenen Jahren zum Sammelbecken für eine technikbegeisterte Subkultur entwickelt, kurz: für Hacker.

Und die Szene wächst – auch in Deutschland. Vor allem kriminelle Hacker sorgen für Schlagzeilen. Das deutsche Regierungsnetz wird nach Angaben des ehemaligen Bundesinnenminister Thomas de Maizière bis zu fünfmal pro Tag attackiert. 75 000 Fälle von Computerkriminalität gab es laut Bundeskriminalamt im Jahr 2009, so viele wie nie zuvor.

Auch aus diesem Grund ging vorvergangene Woche das „Nationale Cyber-Abwehrzentrum“ in Bonn online. Die neue Behörde, die beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik angesiedelt ist, soll Informationen über Cyber-Angriffe sammeln und das Sicherheitswissen anderen Behörden sowie der Wirtschaft weitergeben. Bisher arbeiten dort aber gerade einmal zehn Spezialisten.

Chaos Computer Club

Deutlich mehr Hacker haben sich im Chaos Computer Club (CCC) organisiert. Der größte und bekannteste deutsche Hackerverein beschäftigt sich schon lange mit IT-Sicherheit und hat aktuell rund 3200 Mitglieder – vor zehn Jahren waren es noch halb so viele.

Besonders aktiv ist der CCC in Darmstadt, Berlin und München. Kein Wunder: Die renommierten Informatikstudiengänge locken regelmäßig computerbegeisterte Abiturienten an. Doch zu diesen klassischen Hacker-Hotspots gesellt sich längst auch die Uni Bochum.

Nur: Warum lehren staatliche Universitäten, wie man fremde Rechner angreift? Und wie verhindern sie, dass die Studenten ihr Wissen später für illegale Zwecke einsetzen? Antworten darauf gibt eine Reise zu den deutschen Hacker-Hochburgen: Darmstadt und Bochum.

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