Jahreswechsel: Warum unsere guten Vorsätze scheitern

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Jahreswechsel: Warum unsere guten Vorsätze scheitern

von Kerstin Dämon

Mehr Sport, weniger Stress, keine Zigaretten: Eigentlich ist uns klar, dass wir mit unseren guten Vorsätzen scheitern werden. Warum das so ist und wie Sie endlich mal durchhalten.

So sicher, wie die Raketen nach Weihnachten in den Läden und am 1. Januar im Rinnstein liegen, so sicher fasst der Durchschnittsdeutsche einen guten Vorsatz fürs neue Jahr. Und fast ebenso sicher wird er damit scheitern.

Die Hitliste der guten Vorsätze ist Jahr für Jahr nahezu identisch. Mehr Familie, weniger Stress - das steht ganz oben auf der Liste der guten Vorsätze. In einer aktuellen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa gaben 62 Prozent der Befragten an, mehr für ein stressfreies Leben tun zu wollen. 59 Prozent wollen mehr Sport machen, 36 Prozent wollen abnehmen und so weiter. Laut der Studie „Gute Vorsätze 2016“ im Auftrag der Nachhaltigkeitsbank Triodos wollen 85 Prozent der Deutschen im neuen Jahr sowohl ihr eigenes Leben als auch das ihrer Mitmenschen verbessern und sich und anderen Gutes tun.

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Diese guten Vorsätze nehmen sich die Deutschen für 2016

  • Stress vermeiden - oder zumindest abbauen

    Seit drei Jahren führt der gute Vorsatz "Stress vermeiden oder abbauen" die Liste der guten Vorsätze bei den Deutschen an. 2016 wollen 62 Prozent Stress reduzieren. In den vergangenen Jahren wollten das 60 beziehungsweise 57 Prozent. Offenbar hat es bis dato also nicht so geklappt mit dem Neujahrsvorsatz.

     

    Quelle: Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK

  • Mehr Zeit für Familie und Freunde

    Ebenfalls seit drei Jahren hoch im Kurs: Im neuen Jahr mehr Zeit mit der Familie beziehungsweise mit Freunden verbringen. Für 2016 haben sich das 61 Prozent vorgenommen. In den letzten Jahren waren es 55 Prozent (2015) und 54 Prozent (2014).

  • Mehr Sport machen

    Der Klassiker: Im nächsten Jahr wird sich endlich mehr bewegt: Statt mit dem Auto geht es mit dem Fahrrad zur Arbeit, im Büro nimmt man die Treppe statt dem Lift und am Wochenende wird gejoggt. Das planen 59 Prozent. Vermutlich ist es kurz nach Vertragsabschluss mit dem Fitness-Studio aber auch schon wieder vorbei mit der Euphorie. Schließlich wollten die Deutschen schon die letzten Jahre mehr Sport treiben.

  • Mehr Zeit für sich selbst

    Außerdem sollen im kommenden Jahr bei 51 Prozent die eigenen Bedürfnisse stärker beachtet und man selbst mehr in den Vordergrund gerückt werden. Für 2015 hatten das 48 Prozent geplant und auch schon 2014 wollten sich 47 Prozent der Deutschen endlich mehr Zeit für sich selbst nehmen. Hat offenbar nicht geklappt.

  • Gesunde Ernährung

    Ebenfalls 51 Prozent wollen sich im kommenden Jahr gesünder ernähren.

  • Abnehmen

    Gewicht reduzieren wollen 35 Prozent. Auch hier ist das Bedürfnis nach einer schlankeren Taille über die Jahre noch gestiegen: 2015 war "abnehmen" der Neujahrsvorsätze von 34 Prozent der Deutschen, 2014 wollten nur 31 Prozent abspecken.

  • Sparsamer sein

    31 Prozent wollen im kommenden Jahr weniger Geld ausgeben.

  • Weniger Fernsehen

    18 Prozent haben sich vorgenommen, im nächsten Jahr öfter mal die Glotze auszulassen.

  • Weniger Handys, Internet, Computer

    Und 16 Prozent wollen weniger Zeit mit dem Starren auf irgendwelche Bildschirme und der Nutzung sozialer Netzwerke verbringen.

  • Weniger Alkohol

    Das Bierchen zum Feierabend, der Wein zum Abendessen und am Wochenende ein paar Cocktails mit Freunden: 14 Prozent wollen im nächsten Jahr weniger Alkohol trinken.

  • Rauchen aufgeben

    Noch so ein Klassiker: Zehn Prozent wollen 2016 mit dem Rauchen aufhören.

Das klingt vorbildlich, wird aber meist nicht gelingen. Britische Forscher haben schon 2012 nachgewiesen, dass 88 Prozent ihre guten Vorsätze nicht einhalten. Und auch die aktuelle Forsa-Umfrage in Deutschland zeigt: Vorsatz und Umsetzung sind zwei paar Schuhe. 50 Prozent hielten immerhin länger als drei Monate durch, bei den anderen 50 Prozent war schon vorher Schluss mit der Disziplin.

Zu wenig Sport, zu viel Süßes, zu viel Alkohol

Denn die Realität der Deutschen hat - zumindest bei den meisten - wenig mit ihren Vorsätzen gemein. Nach ihren Sünden gefragt gaben die Bundesbürger in einer weiteren Forsa-Untersuchung an, sich zu wenig zu bewegen, zu viel Süßes zu essen, zu gestresst zu sein oder zu viel zu trinken. Beim Ringen um die richtige Lebensweise gewinnt also meist der innere Schweinehund.

Trotzdem glaubt der Homo sapiens offenbar jedes Jahr aufs Neue, seine schlechten Gewohnheiten schlagartig ändern zu können. Das hat zum einen mit dem Wunsch zu tun, das eigene Leben zu kontrollieren, erklärt der Bochumer Professor Jürgen Margraf, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. "Wenn wir das Gefühl haben, wir hätten Kontrolle, geht's uns gut. Dann können wir auch sehr viel Stress wegstecken." Für unser persönliches Wohlbefinden reicht schon das Gefühl, etwas verändern zu können. "Ab morgen nehme ich ab" – und schon schmeckt die Sahnetorte gleich doppelt so gut.

Neujahrsvorsätze entstehen durch den Glauben an Wunder

Außerdem glaubt der Mensch eben gerne, dass das Unmögliche möglich ist. Wäre das anders, könnten sämtliche Lotterien sofort dicht machen. "Wir sind unrealistisch optimistisch", sagt Margraf. "Es hilft Ihnen durch den Tag, es macht Sie auch aktiver, weil Sie das Gefühl haben, dass es sich lohnt". Entsprechend steckt natürlich immer auch ein bisschen Aberglaube im Neujahrsvorsatz: Im neuen Jahr wird alles möglich, was uns das vergangene Jahr verwehrt hat.

Für alle, die sich weiter gute Vorsätze nehmen und sie auch umsetzen wollen, besteht aber Hoffnung: Es geht!

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