Karriere: Erfolgreich durch Fitness

Karriere: Erfolgreich durch Fitness

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Trainer Tuch (rechts) und Klient Oberleitner: Mit einfachen Übungen für zwischendurch fit werden

Gewandt, entscheidungsstark, kreativ – früher reichte das. Heute müssen Manager zudem sportlich sein. Wie Führungskräfte das schaffen und wie beruflicher Erfolg und Fitness zusammenhängen.

Morgens um sieben hecheln die frühen Läufer. Entschlossen rennen sie am Düsseldorfer Rheinufer flussaufwärts gegen das gemächliche Tempo der schwerbeladenen Binnenschiffe an. Der kahlköpfige Mann hat das beliebte Laufspiel gerade hinter sich. Er, mittelgroß, mittelalt, schlank, in auffällig unansehnlichen Joggerklamotten, schluckt Wasser, wischt mit einem weißen Frotteehandtuch über den schweißnassen Nacken und versinkt in der parkenden Limousine. Sein Fahrer schließt die Hecktür des schwarzen Audi A 8 hinter ihm. Nächster Halt: Konzernzentrale.

Solche Momentaufnahmen sind alltäglich, nicht nur am Rhein. Bevor sie sich in ihre Stressroutine begeben, stemmen Manager Gewichte, schwimmen Bahnen, treten Radpedale oder laufen, bis der Puls hämmert. Sie gieren nach Abwechslung und Abstand – aus gutem Grund.

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Wer seinen Körper regelmäßig an die Leistungsgrenzen treibt, verbessert seine geistigen Ressourcen. Schon der Satiriker Juvenal betete im 1. Jahrhundert für „einen gesunden Geist im gesunden Körper“. Inzwischen ist in wissenschaftlichen Studien belegt: Fitness verlangsamt den Alterungsprozess. Und der beste Weg, sein Gehirn jung zu halten, „ist ein Herz-Kreislauf-Training“, sagt einer der renommiertesten Altersforscher, der Neuropsychologe Donald Stuss vom Baycrest-Zentrum in Toronto.

Erste Erfolge lassen sich oft schon nach Wochen beobachten. Wissenschaftler der Universität Ulm fanden heraus, dass Teilnehmer einer Ausdauer-Laufgruppe nach rund sechs Wochen besser gelaunt und kognitiv leistungsfähiger waren als eine unsportliche Testgruppe. Nicht nur das: Die Forscher stellten bei den Läufern Leistungszuwächse im visuell-räumlichen Gedächtnis fest sowie präziseres Denken. Und: Die Läufer machten deutlich weniger Fehler.

Fitness kann eine Sache von Minuten sein

Welche Sportarten treiben Manager? Wie halten sich deutsche Führungskräfte fit? Eine exklusive Studie des Deutschen Führungskräfteverbandes im Auftrag der WirtschaftsWoche zeigt: 86 Prozent der Befragten sagen, dass ihnen körperliche Fitness wichtig sei, um auch im Beruf erfolgreich zu sein. Drei von vier Managern betreiben regelmäßig Ausgleichssport. Nur einer von vier Befragten verzichtet darauf komplett: „Keine Zeit“ gaben zwei von drei Nichtsportlern an oder auch „keine Lust“.

Dabei kann Fitness manchmal eine Sache von Minuten sein. Forscher der Universität Harvard fanden heraus, dass jeder mit einem kurzen, täglichen Workout fitter werden kann. Das glaubt auch der Berliner Personaltrainer Dietrich Tuch. Nach absolviertem Waldlauf präsentiert er seinen Coachees, wie etwa dem Unternehmer Eckart Oberleitner, Übungen, die sie zwischendurch absolvieren können.

Ähnlich beschreibt der Fitnessexperte Thorsten Tschirner die Wirkungen seines täglichen Acht-Minuten-Trainings, mit dem jeder seine Fitness verbessern kann. Tschirners Mini-Training hat drei Stufen: 

Aufwärmphase: Während eines 60-Sekunden-Warm-ups werden Herz und Kreislauf in Schwung gebracht. Alternativen: Seilspringen oder Schattenboxen. Kräftigungsübungen: Um Brust und Rücken zu stärken, eignen sich Liegestütze. Tschirner empfiehlt zwei oder drei Sätze mit 10 bis 15 Wiederholungen. Schwieriger wird es, wenn man dabei einen Fuß auf die Ferse des anderen legt. Entspannung: Für den „Armstrecker“ wird ein Handtuch gebraucht, das hinter dem Rücken geführt wird. Eine Hand hält das Tuch im oberen, die andere Hand im unteren Rücken. Abwechselnd wird es nach oben und nach unten gezogen.

Instant-Bürosport ist aber nur der Anfang. Wer wirklich fit werden will, muss sich deutlich mehr engagieren, und das haben viele Manager erkannt. Über 60 Prozent der sportlich aktiven Führungskräfte wählen dafür das Fahrrad: Die Hälfte von ihnen strampelt zwischen drei und sieben Stunden pro Woche. Fast 60 Prozent der Befragten joggen oder walken regelmäßig, jeder zweite dieser Läufer wendet dafür zwischen drei und fünf Wochenstunden auf.

Neben Radfahren und Joggen sind die beliebtesten Trainingsmethoden bei Managern: Fitnessstudio (33 Prozent), Schwimmen (29 Prozent), Mannschaftssport (19 Prozent), Tennis (16 Prozent), Golf (11 Prozent) und Reiten (9 Prozent).

Zu den Läufern, die frühmorgens eine Stunde joggen, gehört der neue Chef des Waschmittelkonzerns Henkel, Kasper Rorsted. Er fühle sich danach einfach besser, sagt er. Rorsted teilt dieses Gefühl mit fast 70 Prozent der Führungskräfte, die auf die Frage, warum sie Ausgleichssport betreiben, angaben: „Um frischer und ausgeruhter zu sein.“ Doch das erreicht man nicht in wenigen Minuten.

Für nachhaltige Ergebnisse empfiehlt die Münchner Fitnessexpertin und Personaltrainerin Johanna Fellner „ein Training von 40 bis 60 Minuten, mindestens dreimal in der Woche“. Experten raten für jedes Training eine Intensität von 60 bis 80 Prozent des Maximalpulses, um das Herz-Kreislauf-System ausdauernd anzuregen oder um Übergewicht zu reduzieren. Ihren Maximalpuls errechnen Sie, wenn Sie Ihr Lebensalter von 220 abziehen.

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