Virtual Reality: KFC nutzt Spiel um Mitarbeiter auszubilden

Kentucky Fried Chicken: Wie Virtual Reality die Weiterbildung verändert

, aktualisiert 05. September 2017, 16:00 Uhr
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Virtuell Hühnchen panieren mit KFC.

Die Fast-Food-Kette KFC hat ein virtuelles Spiel geschaffen, um ihre Mitarbeiter auszubilden. Im virtuellen Raum müssen sie Hähnchen panieren. Die VR-Weiterbildung könnte zum Vorbild für andere Ausbildungsberufe werden.

In den letzten Jahren hat sich die Art von modernem Mitarbeitertraining geändert. Firmen haben das Potenzial von virtueller Realität erkannt und nutzen es zu Ausbildungszwecken und zur Weiterbildung: So müssen Piloten vor ihrem ersten Flug viele Stunden im Simulator üben und Ärzte proben operieren mithilfe einer Virtual-Reality-Brille.

„Virtual Reality wird vor allem in Trainingsszenarien eingesetzt, in denen man bestimmte Prozesse probieren und immer wieder wiederholen muss“, sagt Professor Thomas Bremer von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin.

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Mischung aus Escape-Game und Horrorfilm

In der Gastronomie war Virtual-Reality bisher fast ungenutzt. Das ändert sich allerdings gerade: Die Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken versucht sich jetzt erstmals an einer ganz neuen Art von Mitarbeitertraining: Ein Virtual-Reality-Spiel, das mithilfe einer VR-Brille gespielt wird, soll die Sorgsamkeit der Mitarbeiter steigern und sicherstellen, dass sie lernen, frittiertes Hühnchen „auf die harte Tour“ zuzubereiten, heißt es vom Unternehmen.

Dementsprechend heißt das Spiel auch „The Hard Way”. Und der Name ist Programm. In einer Mischung aus surrealem Escape-Game und Horrorfilm sind die Mitarbeiter virtuell in einem dunklen Raum eingesperrt. Immer bei ihnen ist Colonel Sanders, der Gründer von KFC. Mit dröhnender Stimme gibt er den Spielern Tipps, wie sie das Hühnchen in der vorgegebenen Zeit perfekt frittieren und zubereiten. Denn nur so können sie aus dem Raum entkommen.

Virtual-Reality-Brillen

  • Taucherbrille fürs Virtuelle

    Ob Oculus Rift, Playstation VR oder HTC Vive: Alle Virtual-Reality-Brillen funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Im Sichtfeld zeigt ein Bildschirm die virtuelle Umgebung an, Linsen sollen für einen Rundum-Effekt sorgen. Das Bild wird bei jeder Bewegung des Kopfes angepasst – Sensoren messen jede Veränderung, der Computer errechnet blitzschnell das neue Bild.

  • Oculus Rift von Oculus VR

    Gründer Palmer Luckey baute eine erste Datenbrille aus Smartphone-Komponenten zusammen. Inzwischen hat die Facebook-Tochter die Technik so verfeinert, dass 2016 eine erste Verbraucherversion von Oculus Rift fertig wird. Oculus hat den Preis für die lange erwartete 3D-Brille mit 699 Euro in Europa höher als von Experten erwartet angesetzt.

  • Gear VR von Samsung

    Samsung bietet die Datenbrille Gear VR bereits jetzt als Zubehör fürs Smartphone an – es wird in die Halterung geschoben und dient als Display, die zwei Linsen in der Brille sorgen für die 3D-Optik. Damit ist das System nicht so leistungsfähig wie Konkurrenzprodukte, aber mobil. Die Technik stammt übrigens von Oculus VR.

  • Vive von HTC und Valve

    Der Elektronikhersteller HTC entwickelt seine Virtual-Reality-Brille Vive gemeinsam mit dem Spielespezialisten Valve. Um die Position des Spielers möglichst genau zu ermitteln, werden im Raum zwei Lasersensoren montiert, die mit den Sensoren am Gerät permanent in Kontakt sind. Eine Besonderheit: Nutzer können sich damit im Raum bewegen. Einführung: Ende 2015.

  • Cardboard von Google

    Die virtuelle Realität muss nicht teuer sein: Mit Cardboard hat Google eine zusammenfaltbare Pappkonstruktion entwickelt, in die Nutzer ihr Smartphone schieben können. Eine App bereitet die Bilder passend auf. Technisch sind die anderen Systeme überlegen, Cardboard lässt aber erahnen, welche Möglichkeiten es gibt.

Gelegentlich schießt Sanders Laserblitze durch den Raum. Doch der KFC-Gründer ist nicht das einzige kuriose Detail in dem Spiel. Flackerndes Licht, Hühnerschenkel, die von der Decke hinab schweben und ein Roboter mit langen Armen erinnern an einen Horrorfilm. Bevor der KFC-Mitarbeiter den Escape Room endgültig verlassen kann, muss er noch ein letztes Mal die richtige Kombination aus Inspektion, Panade und Frittiervorgang herunterbeten, bevor sich die verschlüsselte Tür öffnet und der Spieler zurück in die Realität entlassen wird.



Das Spiel ist "ein Experimentieren mit neuen Technologien und Medien, um Geschichten zu erzählen. VR ist eine offensichtliche Wahl geworden, um den Angestellten auf virtuelle Art zu zeigen, wie man das KFC Originalrezept zubereitet“, sagt Jonathan Minori, einer der Design Direktoren. Sein Unternehmen W+K Lodge hat das Spiel entwickelt.

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