Kommentare zu: Wie E-Mails und Smartphones die Leistung mindern

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7 Kommentare
  • 19.07.2010, 20:41 UhrAnonymer Benutzer: Die Wahrheit ...

    wir wissen doch alle, dass diese permanente Erreichbarkeit krank macht und oftmals vom konzentrierten Arbeiten ablenkt. Aber wir ändern nichts, weil wir uns alle einen Vorteil davon erhoffen, oder schlimmsten Falls befürchten den Kürzeren zu ziehen ...

  • 20.07.2010, 00:05 UhrAnonymer Benutzer: Bernd

    Ein Musterbeispiel für schlechte Kommunikationswerkzeuge stellen meiner Erfahrung und Einschätzung nach auch eine Vielzahl von CRM-Systemen dar. Eingeführt um die Kundenbeziehung zu verbessern, sind die meisten zu platten Vertriebskontrollsystem verkommen. blinder und unsinniger Aktionismuss bestimmt den Gebrauch, demotiviert die Vertriebsmannschaft und laugt sie aus. Aber Kontrolle ersetzt keine Führung und Aktionismuß keine Motivation. Und wer glaubt, dass man Vertriebsnotizen irgendwann einmal zu gehaltvollen Erkenntnissen verdichten kann - der kann einem einfach nur leid tun.

  • 20.07.2010, 12:40 UhrAnonymer Benutzer: Vertriebler

    Als Vertriebsmanager in einem international aufgestellten Automobilzuliefererunternehmen kann ich den Artikel nur voll bestätigen! Auf der einen Seite wird schlicht „verlangt“ immer erreichbar zu sein, von Kunden, den Kollegen, dem Chef, dem bereichsleiter etc… Auf der anderen Seite spielt jeder einzelne dieses Spiel mit.
    Das schaukelte sich in den letzten Jahren zur bekannten Situation herauf. Morgens kommen die Emails aus Fernost, am Tage aus Europa und am Abend aus Amerika. Klar, dass es immer auch „zwingende Gründe“ gibt, die Wochenenden und Ferien in die verfügbare Zeit einzubringen. Alle scheinen immer erreichbar zu sein, jeder scheint mit allem ständig im Austausch zu stehen.
    Allerdings: ich fühlte mich nie mehr schlechter informiert als in den heutigen Tagen, nie konnte ich ineffizientere Projektabwicklungen und Verhandlungen erleben. Das vorgeschriebene jährliche Mitarbeitergespräch habe ich schon seit Jahren nicht mehr geführt und auch klassische besprechungen, in denen stundenlang konzentriert und face-to-face Probleme gelöst wurden, gibt es quasi nicht mehr. Jeder hockt nur noch isoliert vor seinem Mailaccount und schickt blödsinn in die Welt hinaus. Für einige Kollegen ist es der Horror, bei Transkontinentalflügen einige Zeit nicht kommunizieren zu können. Dennoch wird die Nacht zum Tage gemacht, die zu sendenden Emails wenigstens vorformuliert, um diese gleich nach der Landung dann im Dutzend verschicken zu können.
    Schöne neue Arbeitswelt.

  • 21.07.2010, 20:34 UhrAnonymer Benutzer: K.Marschner

    ich denke, die Aussagen des Artikels sind unbestritten. Dies gilt dann aber auch für die bereiche, die nach meiner Erfahrung durch jeden einzelnen beeinflussbar sind. So habe ich mir schon vor Jahren angewöhnt, nur noch morgens, vor und nach dem Mittag sowie vor Feierabend e-mails zu bearbeiten. Die laufende benachrichtigunsgfunktion bei Posteingang ist deaktiviert ! Das funktioniert wirklich gut und ich kann es nur empfehlen.
    Des weiteren: Es ist ja schön, dass über Smartphone e-mails ständig abrufbar sind, aber wird es wirklich verlangt, diese zu jeder Tages- und Nachtzeit abzurufen und, vor allen Dingen, sofort zu beantworten ? Fakt ist: Wenn man letzteres macht, gewöhnen sich alle, d.h. Kunden, Kollegen, Lieferanten usw. daran und man schafft es nur noch schwer, dies zurückzudrehen. Meine Erfahrung ist diesbzgl., dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis alle verstanden haben, dass eine e-mail nach einer bestimmten Uhrzeit erst am nächsten Tag beantwortet wird. Folgen hatte dies nicht, wenn man von einer ruhigeren und konzentrierteren Arbeitsweise für einen selbst absieht. Man kann also mehr steuern, als man vielleicht meint.

  • 21.07.2010, 21:34 UhrAnonymer Benutzer: nossek

    "Am ärgsten sind wir jedoch der Technik ausgeliefert, wenn wir sie als etwas Neutrales betrachten; denn die Vorstellung, der man heute besonders gerne huldigt, macht uns vollends blind gegen das Wesen der Technik" M. Heidegger - Die Frage nach der Technik.

  • 21.07.2010, 21:34 UhrAnonymer Benutzer: nossek

    “Der Glaube, daß es Stücke unserer Welt gebe, die nichts als ‘Mittel’ seien, denen ... gute Zwecke angehängt werden könnten, ist reine illusion. Die Einrichtungen selber sind Fakten, und zwar solche, die uns prägen. Und diese Tatsache ... wird nicht dadurch, daß wir sie verbal zu Mitteln degradieren, aus der Welt geschafft.”
    G. Anders – Die Antiquiertheit des Menschen

  • 21.07.2010, 21:45 UhrAnonymer Benutzer: nossek

    Alle höhere Kultur unserer Art beruht paradoxerweise darauf, daß wir...zu unseren Zielen immer längere, immer umständlichere, an Stationen und biegungen reichere Wege begehen müssen.
    Der Mensch ist, und zwar je höher er kultiviert ist, um so mehr das indirekte Wesen.
    (...)
    Die steigende Vielgliedrigkeit und Komplizierung des höheren Lebens gestattet (die) bloße Dreiheit der Reihe: Wunsch - Mittel - Zweck nicht, sondern gestaltet das Mittelglied zu einer Vielheit, in der das eigentlich wirksame Mittel wieder durch ein Mittel hergestellt wird und dieses wieder durch ein weiteres, bis jene unübersehbare Verschlingung, jener Kettencharakter unserer praktischen betätigungen erwächst, innerhalb dessen der Mensch reifer Kulturen lebt.
    (....)
    Durch diese Langsichtigkeit der Zweckreihen, die das Leben zu einem technischen Problem macht, wird es uns tausendfach unmöglich, das Endglied jeder Reihe in jedem Augenblick im bewußtsein zu haben; teils, weil wir sie nicht überblicken können, teils weil der je nächste, vorläufige Schritt die ganze Konzentration unserer seelischen Energien beansprucht, bleibt das bewußtsein an den Mitteln hängen, die Endziele, von denen dieser ganzen Entwicklung Sinn und bedeutung kommt, rücken an unseren inneren blickhorizont und versinken schließlich hinter ihm.
    Die Technik, d. h. die Summe der Mittel für die kultivierte Existenz, wächst zum eigentlichen inhalt der bemühungen und Wertungen auf, bis man auf allen Seiten von kreuz und quer verschlungenen Reihen von Unternehmungen und institutionen umgeben ist, denen allenthalben die abschließenden, definitiv wertvollen Ziele fehlen.
    G. Simmel : Schopenhauer und Nietzsche
    http://socio.ch/sim/verschiedenes/1906/schopenhauer_nietzsche.htm

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