Lesenswert: "Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben"

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Stephan Scholtissek: "Multipolare Welt. Die Zukunft der Globalisierung und wie Deutschland davon profitieren kann.", Murmann, 270 Seiten, 22,50 Euro

Urlaubszeit ist Lesezeit: Neben der wohlverdienten Entspannung kann man die freie Zeit auch für Weiterbildung und Karriereplanung nutzen. Die WirtschaftsWoche hat die besten Lesetipps für den Urlaub zusammengestellt.

Globalisierung 2.0

SAP macht es vor: Um im globalen Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte mithalten zu können, hat der Softwarekonzern ein weltweites Netz von Programmierern aufgebaut; um Manager und Entwickler an sich zu binden, hat er Anreizsysteme entwickelt; um seine Mitarbeiter fit zu halten, bietet er gezielt Trainingsprogramme an.

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Für Stephan Scholtissek ist SAP damit ein Unternehmen, das sich den Herausforderungen unserer Zeit stellt. Und die sind gewaltig: „Globalisierung war gestern“, schreibt der Deutschland-Chef der Unternehmensberatung Accenture überzeugend in seinem neuesten Buch, jetzt entstehe etwas „vollkommen Neues“: die „multipolare Welt“.

Faktenreich erklärt Scholtissek, wie Freihandel, IT-Revolution und multinationale Konzerne die gewohnten Machtverhältnisse auf den Kopf stellen: Nicht mehr die USA, Japan oder Deutschland dominieren das Wirtschaftsgeschehen. Staaten wie China, Indien oder Brasilien entwickeln sich zu „global players“. Treffend formuliert Scholtissek die Fragen, die dieses Spiel entscheiden: Wie können Millionen von Abnehmern in Asien erreicht werden? Wie lässt sich der Wettlauf um Rohstoffe gewinnen? Wie finde ich die Spitzen-Fachkräfte, um die sich alle prügeln?

Auf knapp 270 Seiten malt Scholtissek eine genaue Landkarte der neuen „multipolaren Welt“. Die darin verzeichneten Wege münden immer wieder in eine zentrale Botschaft: Bildung, Expertise und Innovationen entscheiden über die Zukunft von Staaten und Unternehmen. Nur dort, wo Ideen entstehen und erfolgreich zu Produkten würden, gelinge die „Alchemie des kapitalistischen Zeitalters – die Transformation von Geist zu Gold, von Erfindergenie zu gesellschaftlichem Wohlstand.“ Auch hier setzen die neuen Riesen zum Überholmanöver an: „Die Top-Unis von morgen liegen in Asien und Osteuropa“, stellt Scholtissek fest, „die Einsteins von morgen kommen aus Tallinn oder Bangalore.“ Weil Länder wie Deutschland eine restriktive Einwanderungspolitik verfolgen, kehrt sich der „brain drain“ zugunsten der neuen Mächte um; gleichzeitig gehen viele Manager in den Ruhestand. Diese Lücke lässt sich nur durch „Globales Talentscouting“ und Bildungsprogramme schließen.

Dass Deutschland kein besonders gutes Zeugnis von Scholtissek bekommt, ist nicht überraschend. Um mithalten zu können, empfiehlt der Autor dem Exportweltmeister Nachsitzen: Bürokratieabbau, Forschungsförderung und Lohnzurückhaltung. Außerdem müsse die „Bildungsschieflage“ beseitigt und die Ausbildung modernisiert werden, argumentiert Scholtissek. Nicht nur Staat und Unternehmen nimmt der Autor in die Pflicht – auch die Arbeitnehmer sind gefordert: Sie müssen „offen für Neues“, „geistig beweglich“ und „räumlich mobil“ sein, sich soziale Kompetenz ebenso aneignen wie frisches Wissen. Wer dazu bereit sei, werde zu den Gewinnern in der multipolaren Welt zählen, lautet das zuversichtliche Fazit eines lohnenden Buches.

Survival-Kit fürs Büro

Guy Browning: "Wie man eine Topfpflanze in zwei Wochen tötet", Rowohlt, 287 Seiten, 8,95 Euro

Survival-Kit fürs Büro

Die üblichen Karrieretipps – Netzwerken, Weiterbilden und nur ja nicht zu viele Infos auf die Vortragsfolien – kennt inzwischen jeder. 

Aber wie schlägt man sich im Büroalltag wirklich durch?

Guy Browning, Gründer der Consultingfirma Smokehouse und Guardian-Autor hat einen fröhlichen Leitfaden für alle noch so schrecklichen Berufslebenslagen vorgelegt.

Die vielleicht wichtigste Botschaft: Nimm’s mit Humor, auch wenn der Alltag noch so schmerzhaft ist. Mit treffenden Vergleichen bringt Browning seine Leser selbst an grauen Arbeitstagen zum Schmunzeln: Das Bewerbungsgespräch? Ist eine Kreuzung aus Blind Date und spanischer Inquisition.

Arbeitsverträge? Sind die Minenfelder des Firmenlebens. Dazu gibt es ein paar wertvolle – bestenfalls leicht übertriebene – Grundregeln für den Arbeitsalltag. Etwa: "Nett sein im Büro ist das Gleiche wie nett sein beim Autofahren", meint Browning, "jeder mag Sie, aber Sie kommen kein Stück vorwärts." Stattdessen zu empfehlen: geschicktes "Vorgesetztenmanagement".

Damit lässt sich nicht nur der eigene Chef, sondern im Idealfall der ganze Konzern steuern, "theoretisch sogar von der Poststelle aus".

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