Marke Eigenbau: Wie man im Internet zur Marke wird

Marke Eigenbau: Wie man im Internet zur Marke wird

„Ohne Leidenschaft geht es aber auch nicht“, sagt Klaus Eck. Sichtbarkeit und Reputation würden merklich erst dann steigen, wenn man auf diversen Plattformen erscheint: in Netzwerk-Gruppen. In Foren. In Blogs. Dort ginge es vor allem darum, mit anderen zu kommunizieren, zu kommentieren, zu diskutieren. „Wer schweigt, der bleibt nicht“, sagt der Münchner Kommunikationsberater. Nur durch die Vielzahl unterschiedlicher Beiträge entstehe das, was jede starke Marke braucht: Komplexität.

Wie ein Dirigent orchestriert Eck seit rund fünf Jahren die Facetten seiner Online-Auftritte. Jedes seiner Themen wie etwa „Corporate Blogs“ hält er eifersüchtig besetzt. Wer sich dafür interessiert, findet ihn sofort. „Einen solchen Expertenstatus erreicht man aber nicht, indem man alle paar Tage Meldungen schreibt“, sagt Eck. „Man muss weitergehende Analysen anbieten, mit anderen Experten diskutieren und die Community zeitweise sogar provozieren.“ Marke verpflichtet.

Rückschläge gehören dazu

Differenzierung allein reicht im Internet auf Dauer nicht, dafür ist die Halbwertzeit von Nischen im Web zu gering. Wer beispielsweise vor einem Jahr noch mit dem Signet „Twitter-Berater“ auffallen konnte, kämpft heute mit Tausenden Mitstreitern um Aufmerksamkeit.

Deswegen müssen sich gerade Personenmarken hin und wieder neu erfinden, ihre Zielgruppe überraschen und das eigene Spektrum erweitern. Popstars wie Madonna oder Sean – Puff Daddy, P. Diddy – Combs machen das regelmäßig vor.

„Darunter dürfen auch Rückschläge sein“, sagt Giesler. Es sei ein Irrglaube, dass Online-Profile ein allseits perfektes Bild produzieren müssten. Erst die persönlichen Züge, die Misserfolge und die Lehren, die einer daraus zieht, machen den Stoff zu einer glaubhaften Geschichte. Schließlich legt man sich damit für lange Zeit fest.

Die Transparenz, die permanente Beobachtung, die Pflicht zur Pflege – das alles sollte einkalkulieren, wer nach ein paar Megabyte Eigenmarke strebt, und bedenken: Ein hoher Bekanntheitsgrad macht nicht zwangsläufig erfolgreicher oder glücklicher. Zu dem Fazit gelangte der Glücksforscher Richard M. Ryan von der Universität Rochester bereits vor rund einer Dekade. Diejenigen, die sich darauf konzentrierten, von anderen anerkannt zu werden, waren deutlich unglücklicher als jene, die mit sich zufrieden waren und für Freundschaften interessierten. Folgestudien bestätigten: Wer sich auf so flüchtige Dinge wie öffentliche Anerkennung versteift, wird nur vom Urteil anderer abhängig.

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Das Suchen und Anhimmeln außergewöhnlicher Menschen liegt zwar in der Natur des Menschen. Es ist aber auch eine seiner dämlichsten Eigenschaften. Bei den Bejubelten führt sie nicht selten zu Hochmut – und der kommt bekanntlich vor dem Fall.

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