Bessere Berufschancen, größere Zukunftssorgen: Wovor die junge Generation Angst hat

McDonalds Ausbildungsstudie 2017: Jugendliche freuen sich auf den Job von morgen - und kritisieren die Schule von gestern

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Jugendliche freuen sich auf den Job von morgen - und kritisieren die Schule von gestern.

Was ihre berufliche Zukunft angeht, sind die jungen Deutschen optimistisch: Sie halten ihre beruflichen Chancen für besser als die ihrer Eltern. Die 15- bis 24-Jährigen machen sich dafür um ganz andere Sachen Sorgen.

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen blicken optimistisch in ihre berufliche Zukunft. Zumindest halten viele der 15- bis 24-Jährigen ihre Aussichten alles in allem für besser als die der eigenen Eltern. Das zeigt eine repräsentative Allensbach-Umfrage im Auftrag von McDonalds. Demnach glauben zwei Drittel der 15- bis 24-Jährigen, dass sich Leistung lohnt und dass ihre Aufstiegschancen in Deutschland gut oder sehr gut sind.

Dass sich Leistung lohnt, vertritt die Mehrheit der Befragten (68 Prozent). Leistung, das heißt für viele Abitur, Studium und gute Noten: "Der Schulabschluss mit Abitur gilt gewissermaßen als die notwendige Voraussetzung, um aussichtsreich in den Wettbewerb um gute Ausbildungs- und Berufsplätze einzutreten", bestätigt Klaus Hurrelmann, von der Hertie School of Governance, der als wissenschaftlicher Berater der Studie fungierte und seit langem auch die Shell-Jugendstudie leitet.

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Kritik an der Schulbildung, kein Vertrauen in die Politik

Allerdings haben 56 Prozent das Gefühl, in der Schule nur schlecht auf das Berufsleben vorbereitet zu werden. Nur 36 Prozent der Schüler sind zufrieden damit, wie ihre Schule sie auf ihr späteres Berufsleben vorbereitet. "Hier ist die Politik gefragt. Lehrmittel und Prozesse müssen dringend überarbeitet und auf die Bedürfnisse der jungen Generation angepasst werden. Außerdem müssen die Vorzüge des Dualen Ausbildungssystems und die damit verbundenen Entwicklungschancen deutlich hervorgehoben werden.", sagt McDonalds-Personalvorstand Gabriele Fanta.

Berufsleben Schüler wissen nicht, worauf sie sich einlassen

Junge Menschen, die eine Lehre machen, sind sehr zufrieden mit ihrer Ausbildung. Allerdings hatten sie vorher keine Ahnung, was in ihrem Beruf auf sie zukommt. Schuld daran haben die Schulen - und die Unternehmen.

ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein Mann liest am 31.03.2015 in der Agentur für Arbeit in Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt) in einer Broschüre zur Berufsausbildung. Die duale Ausbildung verliert zunehmend an Bedeutung: Fast um die Hälfte ist die Zahl der Bewerber in den vergangenen Jahren in Sachsen geschrumpft. Foto: Hendrik Schmidt/dpa (zu lsn «Bertelsmann-Studie: Weniger Lehrstellen, weniger Bewerber» vom 30.11.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Dass die Politik sich der Schulbildung und Berufsvorbereitung annimmt, glauben die Jugendlichen allerdings nicht. 49 Prozent gaben an, überhaupt kein Vertrauen in die Politik zu haben. Die Konsequenz: rückläufige Bewerberzahlen, genervte Ausbildungsleiter. "Die Unternehmen müssen allzu oft das vermitteln, was in der Schule auf der Strecke geblieben ist", so Fanta.

Auch wenn die in der McDonald’s Ausbildungsstudie befragten jungen Menschen aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage grundsätzlich mit sehr viel Optimismus in die Zukunft blicken, sind sie doch in vielen Punkt sehr kritisch, was ihre Zukunft angeht. Auf die Frage: "Wie ist Ihr Eindruck: Leben wir heute in einer besonders unsicheren Zeit, oder würden Sie sagen, vor zehn, 15 Jahren war alles genauso unsicher?" antworteten 38 Prozent, dass sie die Lebensumstände für besonders unsicher hielten.

So fürchten 72 Prozent, dass der Terrorismus weltweit zunimmt, jeweils 64 Prozent, dass es in Deutschland zu weiteren Terroranschlägen kommt beziehungsweise dass Gewalt und Kriminalität zunehmen. Weitere 60 Prozent gaben an, sich große Sorgen zu machen, dass die Unterschiede zwischen Arm und Reich immer größer werden. 54 Prozent fürchten, dass es zu wenig bezahlbare Wohnungen gibt, 52 Prozent, dass immer mehr Staatsoberhäupter unberechenbar werden und 50 Prozent, dass Deutschland in militärische Konflikte oder einen Krieg hineingezogen werden könnte. 49 Prozent fürchten, dass die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland zunimmt. Dass immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland kommen könnten, bereitet 41 Prozent der jungen Deutschen Sorgen.

Vermutlich wegen der gefühlten Bedrohung durch Terrorismus ist auch die Zahl derer gestiegen, die Arbeit und Karriere nicht mehr für besonders wichtig halten. So hat sich innerhalb der letzten vier Jahre der Anteil der unter 25-Jährigen, denen es im Leben ganz besonders wichtig ist, Spaß zu haben und das Leben zu genießen, von 44 auf 50 Prozent erhöht.

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