Mediennutzung: Die Deutschen lieben Bücher

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Mediennutzung: Die Deutschen lieben Bücher

DVDs oder CDs im Wohnzimmer werden seltener, stattdessen geht der Trend zum Streaming von Serien, Filmen und Musik. Doch wie wichtig ist der Trend den Deutschen wirklich? Eine Umfrage zeigt erstaunliche Ergebnisse.

Mancher hält Seriensucht und Angst vor Spoileralarm inzwischen für Massenphänomene. In vielen Familien, Freundeskreisen oder Büros scheint es oft nur eine einzige Frage zu geben: Welche Serie(n) guckst du zurzeit? Einige stehen kurz vorm Burnout, wenn sie daran denken, was sie alles noch sehen müssen/wollen/könnten. Der Traum vom idealen Leben sähe dann so aus: eine von DVDs oder auch Büchern leergeräumte Wohnung, dafür Abos von allen Streamingdiensten (Online-Videotheken) und ganz viel Freizeit, um auf dem Flachbildschirm all die tollen Serien anzuschauen.

Allein in den USA gibt es Hunderte Produktionen, Beispiele zu nennen ist völlig willkürlich. Es geht um Formate wie „House of Cards“, „The Walking Dead“, „American Horror Story“, „Orange Is the New Black“, „The Affair“, „True Detective“, „Fargo“, „Narcos“, „Bloodline“, „Mr. Robot“, „Mozart in the Jungle“, „Transparent“ und und und.

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Bald könnte es Amerikas boomende Kreativitätsindustrie mit einer platzenden Serienblase zu tun bekommen. Doch noch dauert der Hype in den Vereinigten Staaten an. In Deutschland aber scheint das gesellschaftliche Phänomen nur bei Teilen der Bevölkerung anzukommen.

Wie die neuen Streamingdienste die Unterhaltungswelt verändern

  • Datenverbindung

    Schnelles Internet via DSL, Kabel oder Glasfaser ermöglicht den Abruf der Medien aus der Cloud.

  • WLAN-Lautsprecher

    Die Boxen geben Webradio oder Musik-Streams in einzelnen Räumen oder gleichzeitig im ganzen Haus wieder.

  • Fernseher

    Smarte TV-Geräte dienen als Unterhaltungszentrale, spielen Filme aus dem Netz ab und ermöglichen den Zugriff auf Computerspiele etwa im PC.

  • Tablet

    Die flachen Rechner oder Smartphones werden zur Universal-Fernbedienung für alle Medieninhalte im Haus.

  • Zweitfernseher

    Weitere TV-Geräte zeigen Filme vom Digitalrekorder im Wohnzimmer oder aus dem Netz.

  • Heim-Rechner

    Der Laptop überträgt die digitale Foto-, Musik- und Filmsammlung ins heimische Netz.

  • Auto

    Das vernetzte Radio im Fahrzeug greift auf Musik-Streams aus dem Internet oder vom Smartphone zu.

Vor allem bei Jüngeren gehört es mittlerweile zu den liebsten Freizeitbeschäftigungen, in die neuesten amerikanischen Serien mit ihren komplexen Charakteren und lässigen Storys abzutauchen. Doch für eine Mehrheit der Gesamtbevölkerung gehören Netflix, der Videodienst von Amazon oder auch Maxdome und Watchever weniger zum Leben.

Vielen scheint auszureichen, dass ausgesuchte Serienerfolge - auch britische wie „Downton Abbey“ oder „Sherlock“ - mit einiger Verzögerung bei den großen deutschen Free-TV-Sendern laufen.

In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur wählten 38 Prozent die Option „Film-Streaming“, wenn sie unter gängigen Unterhaltungsmedien angeben sollten, worauf sie persönlich dauerhaft verzichten könnten. Als weniger entbehrlich wurden dagegen gedruckte Bücher genannt sowie das klassische Fernsehen, Musik-CDs oder DVDs.

Bücher, TV, Streaming? Diese Medien finden die Deutschen unverzichtbar

  • Ein Leben ohne...

    Nur wenige Erwachsene in Deutschland können sich ein Leben ohne Bücher oder Fernsehen vorstellen. Das ergab eine repräsentative Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur aus dem Januar 2016. Andere Unterhaltungsmedien hielten die Befragten dagegen eher für entbehrlich.

  • Bücher

    Nur eine Minderheit von 13 Prozent der Befragten findet gedruckte Bücher verzichtbar. Elektronische Bücher (zum Beispiel Kindle oder Tolino) halten 41 Prozent für verzichtbar.

  • Klassisches Fernsehen

    14 Prozent der Befragten können sich ein Leben ohne das klassische Fernsehen vorstellen.

  • CDs

    Schon wesentlich mehr können sich vorstellen, auf Musik-CDs zu verzichten: Rund ein Fünftel (21 Prozent) der Befragten fand CDs verzichtbar. Hörbücher auf physischen Tonträgern wie CDs spielen für 46 Prozent keine allzu wichtige Rolle.

  • Kino

    Ein Leben ohne Kinobesuche ist für 23 Prozent vorstellbar.

  • DVDs

    Auf Spielfilme oder Serien von DVD würden 24 Prozent der Befragten verzichten.

  • Streaming

    Weniger wichtig finden die Erwachsene laut der YouGov-Umfrage Online-Videotheken. 38 Prozent könnten ohne das Streaming von Serien und Filmen (etwa via Netflix, Amazon, Maxdome, Watchever) leben, 40 Prozent ohne Musik-Streaming (zum Beispiel via Spotify oder Apple).

  • Unterscheidung nach Altersgruppen

    Eindeutig ist die Tendenz, wenn man nach den Altersgruppen schaut: So finden bei den 18- bis 24-Jährigen immerhin 21 Prozent das Fernsehen verzichtbar, bei den Menschen über 55 sind es dagegen nur 10 Prozent.

    Film-Streaming finden dagegen die Leute ab 55 kaum relevant: 50 Prozent können darauf verzichten, wie sie angaben. Bei den Jüngeren (zwischen 18 und 24 Jahren) sind es dagegen nur 27 Prozent, die es missen könnten. In der Altersgruppe 25 bis 34 Jahre sind es sogar nur 24 Prozent

Beim Streaming zeigt sich, wie gespalten die Gesellschaft beim Medienkonsum ist: Ältere (ab 55) machen es oft gar nicht und können dementsprechend gut darauf verzichten - nämlich zu 50 Prozent. Am beliebtesten ist Streaming demnach bei Menschen zwischen 25 und 34: nur 24 Prozent halten es in dieser Altersgruppe für verzichtbar.

In einer anderen Umfrage fand YouGov heraus, dass nur 6 Prozent ihre Serien aus den USA oder Großbritannien (also mit Englisch als Originalsprache) „immer in der Originalfassung“ ansehen, wenn das möglich ist. Die Mehrheit bevorzugt hingegen die Synchronfassung. Bei denjenigen, die die Originalfassung schauen, schaltet etwa die Hälfte „meistens“ englische oder deutsche Untertitel als Hilfe hinzu.

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Auf die Frage, welches Unterhaltungsmedium die Leute regelmäßig benutzen - also mindestens einmal pro Woche - antworteten lediglich 21 Prozent mit „Film-Streaming“ in der YouGov-Umfrage. „Musik-Streaming“ (etwa per Spotify, Tidal, Napster, Deezer oder Apple Music) sagten 17 Prozent. Dagegen nannten 89 Prozent das klassische Fernsehen, 52 Prozent gedruckte Bücher, 43 Prozent Musik-CDs und 30 Prozent DVDs.

Bei der Frage, was die Leute unter bestimmten Kulturprodukten im letzten halben Jahr für sich selbst kauften, lag ganz altmodisch das gedruckte Buch bei 53 Prozent vorne. Dahinter erst kamen Kinokarte (39 Prozent), CD (33 Prozent) oder DVD (31 Prozent).

Ob das Buch nun wirklich am beliebtesten ist oder nur genannt wird, weil es in der angeblichen Dichter- und Denkernation Deutschland die sozial erwünschte Antwort zu sein scheint, bleibt dabei unklar. Ehrlicherweise: „Nichts davon“ kauften laut Umfrage 23 Prozent.

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