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Mitarbeiter-Motivation: Zwei Drittel machen Dienst nach Vorschrift

von Jochen Mai

67 Prozent aller Arbeitnehmer fühlen sich laut einer Umfrage kaum an ihr Unternehmen gebunden. 20 Prozent haben innerlich bereits gekündigt.

Es hat sich kaum etwas verbessert: 67 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland fühlen sich kaum noch an ihr Unternehmen gebunden und machen Dienst nach Vorschrift, 20 Prozent haben innerlich bereits gekündigt. Lediglich 13 Prozent der Beschäftigten verspüren eine echte Verpflichtung gegenüber ihrem Unternehmen und arbeiten hoch engagiert.

So lautet das Ergebnis des jüngsten Gallup-Engagement-Index, der heute Mittag in Berlin vorgestellt wurde. Der Index basiert auf zwölf Aussagen zum Arbeitsplatz und Arbeitsumfeld, die knapp 2000 zufällig ausgewählte Arbeitnehmer ab 18 Jahre telefonisch abgegeben haben.

In den vergangenen acht Jahren schwankt der Wert der nur gering motivierten Mitarbeiter zwischen 67 und 70 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter ohne Bindung ist seit 2001 von 15 auf 20 Prozent angestiegen.

Im internationalen Vergleich belegt Deutschland damit nur einen Platz im unteren Mittelfeld. Zum Vergleich: In Großbritannien fühlen sich 20 Prozent der Beschäftigten loyal verbunden und hoch motiviert, in den USA sogar 29 Prozent. Nur in Frankreich und Japan ist der Anteil emotional stark gebundener Mitarbeiter mit zwölf beziehungsweise sieben Prozent geringer als in Deutschland.

Hierzulande bemängeln viele Beschäftigte vor allem, dass sie zu wenig Anerkennung im Job erhalten oder ihre Meinung im Unternehmen nicht gehört werde. Andere sind der Meinung, dass sie eine Position ausfüllen, die ihnen nicht wirklich liegt. Der Aussage „Mein Chef legt den Schwerpunkt auf meine Stärken und positiven Eigenschaften“ stimmten lediglich 35 Prozent der Befragten zu.

Die Folgen sind wirtschaftlich durchaus relevant. So weisen Beschäftigte mit geringer emotionaler Bindung an ihren Arbeitgeber bis zu vier Fehltage mehr auf als loyale Mitarbeiter. Einem Unternehmen mit 1000 Mitarbeitern können so leicht jährliche Mehrkosten von 485.000 Euro entstehen.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 31.01.2009, 10:01 UhrAnonymer Benutzer: L

    ihr armen, armen Leute, ausgepresst werdet ihr vom gemeinen Arbeitgeber. immer dieses Rumgejammere, das ist doch zum Kotzen! Meine Güte, dann bekommt den Arsch hoch, macht euch besser als den Durchschnitt (was ziemlich einfach ist) und los gehts. Aber in der Menge untertauchen, durchschnittlich zu sein und sich hier beklagen ist ja auch vieeel einfacher.

  • 16.01.2009, 00:24 UhrAnonymer Benutzer: Cara

    Das Motto nachdem die Arbeitgeber mit den Arbeitnehmern umgehen lautet heute: Auspressen und bei gesundheitlichen Problemen (burnout) möglichst schnell über das Sozialsystem entsorgen.
    Wen wundert es noch, dass sich die Arbeitnehmer wehren und nur noch die Leistung erbringen, die notwendig ist, um einermaßer über die Runden zu kommen? ich betrachte diese Verhaltensweise als NOTWEHR.

  • 15.01.2009, 11:31 UhrAnonymer Benutzer: Martin

    Die Arbeitgeber haben die Zeit seit dem Mauerfall dazu genutzt, die Arbeitnehmer systematisch zu drücken. Galt in der bonner Republik "Leben und leben lassen", gelten in der berliner Republik Lohndumping, Leiharbeit und sinkende Reallöhne. Da sollte es eigentlich niemand verwundern, daß die Loyalität der Arbeitnehmer zu ihren Firmen deutlich gesunken ist! Die Analyse in der Wiwo unterschlägt die wesentlichsten Ursachen, warum nur noch Dienst nach Vorschrift abgeleistet wird.

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