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Moderne Sakralbauten: Wenn neue Gotteshäuser entstehen

von Christopher Schwarz

Gegen den Trend: Nicht nur die katholische und evangelische Kirche, auch jüdische und muslimische Gemeinden bauen attraktive neue Gotteshäuser.

Innenraum der neugebauten Kirche St. Marien im friesischen Schilling Quelle: WHVer Uwe Karwath Wilhelmshaven
Innenraum der neugebauten Kirche St. Marien im friesischen Schilling Quelle: WHVer Uwe Karwath Wilhelmshaven

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Die große Zeit des modernen Kirchenbaus in Deutschland ist vorbei. Weil ein Neubau manchmal rentabler ist als eine Sanierung oder weil eine Gemeinde gegen den Trend wächst, verzeichnet die katholische Kirche seit 1990 trotzdem rund 50 Kirchenneubauten. Jüngstes Beispiel ist die Kirche am Meer St. Marien im friesischen Schillig, die dieses Jahres eingeweiht wurde. Wie eine Welle steigt der mit Klinkersteinen verkleidete Baukörper zum Glockenturm empor; durch das gläserne Dach geht der Blick der Kirchgänger, im Sommer meist Touristen, direkt in den Himmel.

Die evangelische Kirche kann für den Zeitraum zwischen 1990 und 2010 sogar auf 208 Neubauten verweisen. Der Trend geht freilich zum Bauen im Bestand: Die Gemeinden sind bestrebt, sich von überflüssig gewordenen Immobilien zu trennen und Gemeindezentrum und Gotteshaus zu verbinden. Zu den sehenswerten Kirchenneubauten aus jüngerer Zeit zählt auch ein so bescheidener Bau wie die im Advent 2008 eingeweihte Ökumenische Kapelle der Hamburger Hafencity: ein schlichter Container aus Holz und Glas, der 50 Besuchern Platz bietet.

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Ambitionierter sind die in den vergangenen Jahren in Deutschland errichteten Synagogen. So besteht die 2006 in München eingeweihte Synagoge am Jakobsplatz aus einem 20 Meter hohen, von einem Bronzegewebe umfangenen Glaskubus, der auf einem acht Meter hohen Travertin-Sockel ruht. Das Gotteshaus soll an zwei zentrale Motive des Judentums erinnern, an Tempel und Zelt, und bildet mit dem Jüdischen Museum und dem Gemeindezentrum ein glanzvolles städtebauliches Ensemble.

Ein Solitär in vieler Hinsicht ist dagegen die im September 2005 im oberbayrischen Penzberg eröffnete Moschee: keine Kuppeln, sondern ein Quader aus Sichtbeton und Glas mit einem Minarett, in dessen Außenwänden die Gebetsrufe des Muezzins kalligrafisch eingeschrieben sind.

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