Nachwuchskräfte: Leere in der Talent-Pipeline

Nachwuchskräfte: Leere in der Talent-Pipeline

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kampf um Fachkräfte

Eine neue Umfrage beweist: Die Unternehmen unterschätzen die Förderung geeigneter Nachwuchskräfte - mit negativen wirtschaftlichen Folgen.

Eigentlich müssten die Unternehmen weltweit Ed Michaels dankbar sein. In einer Studie warnte der McKinsey-Berater einst vor einem „War for Talents“. Seine Befürchtung: Der Engpass an qualifiziertem Nachwuchs werde für viele Konzerne schon bald zum Wettbewerbsnachteil. Michaels kann sich inzwischen bestätigt fühlen – das beweist auch eine aktuelle Umfrage.

Zwischen Dezember 2009 und März 2010 befragten die Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) und die World Federation of People Management Associations (WFPMA), ein weltweites Netzwerk von Personalexperten, über 5500 Führungskräfte aus 109 Ländern weltweit zu den wichtigsten Personalthemen. Vor allem vier stehen derzeit weit oben auf der Liste: Talentmanagement, die Entwicklung von Führungskräften, strategische Personalplanung und Mitarbeiterengagement. Das liest sich erstmal vernünftig – die Realität sieht indes anders aus.

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Denn bereits 56 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass es in ihrem Unternehmen an geeigneten Nachfolgern für die oberen Führungsebenen mangelt. Das hat auch Folgen für die Besetzungspraxis: Schon die Hälfte der Konzerne besetzt Führungspositionen mit externen Kandidaten. Dabei sind interne Besetzungen oft vielversprechender: Solche Mitarbeiter „finden mehr Rückhalt in der Belegschaft“, sagt BCG-Experte Rainer Strack.

Mehr noch: Misserfolge beim Aufbau interner Talente wirken sich negativ auf den Unternehmenserfolg aus. Während erfolgreiche Konzerne 60 Prozent ihres Topmanagements aus internen Talentpools rekrutieren, sind es bei schwächeren Unternehmen gerade einmal 13 Prozent.

Ebenfalls unterschätzt wird der demografische Wandel. Dessen Bedeutung hat in der Wahrnehmung der befragten Führungskräfte seit 2008 sogar noch abgenommen. In Deutschland rangiert das Thema nur auf Platz 5 der wichtigsten Personalthemen, in der weltweiten Wahrnehmung ist es in den vergangenen beiden Jahren gar um sieben Plätze auf Rang 19 abgerutscht. Das Problem alternder Belegschaften werde „dramatisch unterschätzt“, sagt Rainer Strack.

Vielleicht nehmen die Unternehmen die Warnungen ja diesmal ernst. Beim „War for Talents“ hat das allerdings nicht sofort funktioniert – die Studie von Ed Michaels erschien bereits im Jahr 1997.

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