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Neue Studie: Fachkräftemangel doch nicht so gravierend

Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt, dass ein Großteil der Betriebe seinen Fachkräftebedarf 2011 vollständig decken konnte. Durch den demografischen Wandel kann sich das aber ändern.

Ford fährt wegen der brummenden Geschäfte auf seinem US-Heimmatmarkt die Produktion hoch und verkürzt auch in diesem Jahr die 14-tägigen Werksferien im Sommer. Die Fertigung in 20 Werken stehe nur eine Woche lang still, teilte der zweitgrößte US-Autobauer mit. Dadurch könnten 40.000 Fahrzeuge mehr hergestellt werden. Es gebe eine gewaltige Nachfrage vor allem nach Kleintransportern, die abgearbeitet werden müsse, sagte der zuständige Ford-Manager Jim Tetreault. Bereits 2012 fielen die Werksferien für die Ford-Arbeiter in den USA eine Woche kürzer aus. Zudem soll mit Sonderschichten die Produktion gesteigert werden. In drei Viertel der Fabriken werde in mehr als zwei Schichten gearbeitet, teilte das Unternehmen mit.

Mit diesen Maßnahmen will Ford dieses Jahr 240.000 zusätzliche Autos herstellen. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres verkaufte das Unternehmen knapp 13 Prozent mehr Autos und Pick-ups. Der gesamte US-Automarkt legte in dieser Zeit lediglich um sieben Prozent zu. Um die ehrgeizigen Ziele auch erfüllen zu können, will Ford rund 3500 Menschen zusätzlich einstellen - wenn auch vorerst nur auf Stundenbasis.

Bild: REUTERS

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat am Mittwoch eine neue Studie vorgelegt, die den Unkenrufen aus Politik und Wirtschaft trotzt: Demnach konnten die meisten Betriebe im vergangenen Kalenderjahr 2011 ihren Bedarf an qualifizierten Fachkräften durchaus decken.

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Wie die IAB-Experten weiter mitteilen, lag der Fachkräftebedarf 2011 sogar über dem bisherigen Höchststand im Boomjahr 2000. Der Druck, gute Kräfte zu finden, war dabei aber geringer als vor elf Jahren.

Demnach konnten im ersten Halbjahr 2011 nur acht Prozent der befragten Betriebe offene Fachkräftestellen nicht neu besetzen. Zwar stieg der Anteil in den letzten Jahren an, erreichte aber bislang nicht wieder den Höchstwert von zehn Prozent aus dem Jahr 2000.

Platz zehn: IT-Experten

Laut einer Erhebung von Personalmarkt.de verdienen Berater bei SAP im Schnitt rund 100.000 Euro pro Jahr. Etwas allgemeiner mit der Branche befasst sich eine Kienbaum-Studie, wonach Programmierer und sonstige IT-Fachleute im Schnitt 64.000 Euro pro Jahr verdienen. Projektleiter verdienen rund 3000 Euro mehr. In den oberen IT-Etagen sieht es ein bisschen anders aus: Für Führungskräfte gibt es im Schnitt 111.000 Euro pro Jahr, der Leiter IT-Management verdient rund 117.000 Euro und der Leiter Informationsverarbeitung und Organisation bekommt laut Kienbaum durchschnittlich 133.000 Euro.

Bild: dpa

Die Forscher geben allerdings zu bedenken, dass für den einzelnen Betrieb jede offene Fachkräftestelle durchaus ein Problem sein kann. Die Firmen würden darauf mit unterschiedlichen Strategien reagieren, zumal viele von einer zukünftigen Verschärfung der Fachkräfteengpässe ausgehen: So wollte im Jahr 2011 beispielsweise schon jeder vierte Betrieb seine älteren Beschäftigten länger im Betrieb halten. Vier Jahre zuvor waren es gerade einmal 16 Prozent der Unternehmen.

Übernahmequote nach Ausbildung auf Rekordniveau

Während Beteiligung an der Ausbildung von Mitarbeitern insgesamt im Wesentlichen stabil blieb, ist die Übernahmequote nach der Ausbildung deutlich gewachsen und befindet sich aktuell auf einem Rekordniveau. Mehr als zwei Drittel der Ausbildungsabsolventen wurden im Jahr 2011 vom Ausbildungsbetrieb auch übernommen.

Auch die Weiterbildungsbeteiligung der Betriebe ist gestiegen und hat mit 53 Prozent ebenfalls einen neuen Höchststand erreicht. Vier Jahre zuvor lag der Wert bei 45 Prozent, im Jahr 2000 sogar bei lediglich 37 Prozent. Die Weiterbildungsquote (der Anteil der Mitarbeiter, die an Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen haben) stieg auf 30 Prozent. Vier Jahre zuvor betrug sie lediglich 23 Prozent.

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Nach wie vor nehmen ältere Arbeitnehmer in geringerem Maße an betrieblich unterstützter Weiterbildung teil, als es ihre jüngere Kollegen tun. Der Anteil der Älteren hat aber immerhin deutlich zugenommen.

Derzeit seien der Ausbau der Weiterbildung von Mitarbeitern, die verstärkte Ausbildung von Fachkräften, aber auch die Schaffung von attraktiven Arbeitsbedingungen in vielen Betrieben weit oben auf der Agenda, berichten die IAB-Forscher.

Die Ergebnisse der Studie beruhen auf dem IAB-Betriebspanel. Hierbei handelt es sich um eine jährlich durchgeführte, repräsentative Befragung von 16.000 Betrieben.

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