Neue Studie: Licht im Ohr hilft gegen Depressionen

Neue Studie: Licht im Ohr hilft gegen Depressionen

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Neurowissenschaftler haben herausgefunden, dass sich die Stimmung durch Licht beeinflussen lässt, das ins Ohr gestrahlt wird.

von Jana Reiblein

Dass ein Mangel an Tageslicht aufs Gemüt schlägt, ist bekannt. Erstmals wiesen finnische Forscher nun nach, dass Licht gegen Depressionen helfen kann – wenn man es ins Ohr leuchtet.

Die Forschungsergebnisse eines Wissenschaftlerteams aus Finnland klingen kurios: Leuchtet man Menschen ins Ohr, wird hierdurch ihre Gehirnfunktion stimuliert. In der Fachzeitschrift "World Journal of Neuroscience" veröffentlichten sie eine Studie, die diesen Vorgang belegt.

Auf diesem Gebiet sind die Forscher Pioniere. Es ist der erste veröffentlichte wissenschaftliche Artikel, der die sogenannte funktionale Modulation, also die Beeinflussung der Funktion des Gehirns mit Licht zum Inhalt hat.

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Starke Tageslichtlampen werden schon lange gegen Winterdepressionen eingesetzt. Aber bei der Studie der Finnen wurden den Probanden die Augen verbunden: Das Licht sollte nur durch das Ohr auf das Hirn einwirken können. Und tatsächlich: Bei dem Placebo-kontrollierten Versuch an 51 gesunden Testpersonen konnten die Forscher Beweise für einen Einfluss des Lichts auf die Gehirnfunktionen sammeln.

Sie stellten fest, dass durch das trans-kraniale, also das durch den Kopf hindurch gestrahlte Licht die Aktivität in Bereichen des Hirns erhöht wurde, die in Bezug zur Verarbeitung von visuellen sensorischen Informationen und taktilen Reizen stehen. Im Klartext: Gehirnbereiche, in denen Sicht- und Berührungsreize verarbeitet werden, werden durch Licht angeregt.

Gemessen wurde die Stimulation der Gehirnareale durch funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRI). Dabei handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, zu denen auch etwa Röntgenaufnahmen zählen – nur viel genauer und detaillierter. Mithilfe der fMRI konnten die Regionen bestimmt werden, in denen sich die Menge des zirkulierenden Bluts und dessen Sättigung mit lebenswichtigem Sauerstoff aufgrund der Bestrahlung mit Licht veränderte.

Der leitende Oberarzt Timo Takala vom Oulu Deaconess Institut ordnet die Ergebnisse ein. "Es gab früher schon Beweise für die Existenz von lichtempfindlichen Proteinen im Gehirn. Diese Studie bestätigt die Licht-Reaktionsfähigkeit des Gehirns selbst, und dass Licht, das durch den Gehörgang eingestrahlt wird, eine sehr praktikable Methode zur Beeinflussung der Stimmung ist", sagt er.

Licht ist weithin als eine wirksame Therapie zur Behandlung von jahreszeitlich bedingter Depression anerkannt. Die Forscher gehen davon aus, dass die klinische Wirksamkeit der Tageslichttherapie, wobei das Licht durch das Auge eingestrahlt wird, auf die lichtempfindlichen Proteine im Hirn zurückzuführen ist. Solche Stoffe wurden bisher nur auf der Netzhaut des Auges gefunden.

Mit Material von ots

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