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Nintendo: Knigge für die Generation Killerspiel

von Oliver Voß

Mit einem Knigge-Videospiel lässt sich bald gutes Benehmen lernen. Ein Familienspross des Etikette-Papstes persönlich wirbt für das neue Nintendo-Spiel. Doch kann man die Generation Killerspiel mit digitalen Anleitungen zum Krawattebinden von Egoshooter und World of Warcraft weglocken?

Moritz Freiherr Knigge am Filmset
Moritz Freiherr Knigge am Filmset

Moritz Freiherr Knigge sitzt auf einem kleinen Schränkchen neben einer Whiskeyflasche, gähnt herzhaft und schaut gelangweilt auf die Uhr. Ist das etwa gutes Benehmen? Dem Nachfahren des deutschen Urvaters der Anstandsregeln ist’s  egal. „Ich sehe mich nicht als Etikette-Papst“, sagt Knigge. Und er darf auch ein wenig müde sein. Denn schon seit seit mehr als fünf Stunden steht der Rotschopf im sandfarbenen Anzug, die Rottöne von Socken, Krawatte und Einstecktuch perfekt aufeinander abgestimmt, am Set eines kleinen Filmstudios in Essen.

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Hier im Essener Süden am Rande eines Stadtwäldchens ist er der Hauptdarsteller in einem  Werbespot für ein neues Videospiel. Mit dem sollen Kids zukünftig Benimmregeln pauken. Das Spiel gibt es ab September für die mobile Spielekonsole Nintentdo DS.  

Knigge zockt gern Killerspiele

„Etikette wird heute als steif, staubig und spießig wahrgenommen“, sagt Knigge. Und kaum einer schaut heute noch in eine Knigge-Fibel. Daher freut sich Knigge  über den modernen Ansatz, zumal er mit seinen 40 Jahren immer noch gerne selbst daddelt.

In den Drehpausen fachsimpelt er über die Steuerung eines Wintersportspiels. Inder Wohnung des Freiherrn im Schweizer Neuchatel stehen gleich vier Konsolen. Er mag Nintendo-Klassiker, wie Super Mario aber auch Autorennspiele. „Gran Turismo ist schon geil“, sagt Knigge und auch sogenannte Killerspiele hat er schon zur Genüge gezockt.

Digitalen Anleitungen zum Krawattebinden

Doch kann man die Generation Killerspiel mit digitalen Anleitungen zum Krawattebinden  von Egoshooter und World of Warcraft weglocken? Auch wenn der Werbespot neben Knigge ein Kind im besten Spielealter präsentiert, sind die Macher da selbst skeptisch. „Jugendliche sind nicht die Primärzielgruppe“, sagt Andreas Balfanz, Marketingchef beim Herausgeber des Spiels RTL Interactive. Man ziele eher auf die Generation-30+.

Grafisch ist das Spiel keine Offenbarung und auch die Action hält sich in Grenzen. „Knigge – spielend zu guten Benehmen“ ist im Kern ein simples Frage-Antwort-Spiel. Den Spielern werden 21 Minispiele mit Fragen zu verschiedenen Themen der Etikette geboten. Dabei müssen sie beispielsweise wissen, wie man den Papst korrekt anspricht (Eure Heiligkeit), wo das Brautpaar bei der Hochzeit sitzt (Mittig an der Längsseite der Tafel) oder ob man bei Schaschlik-Spießen die Fleischstücke einzeln essen darf (Nein, erst alle vom Spieß schieben).

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 30.07.2009, 13:53 UhrAnonymer Benutzer: Zymeth

    Kurz gesagt: Verhaltenslehrendes Spiel=ok
    Von den Spielen weglocken =no go

  • 30.07.2009, 13:45 UhrAnonymer Benutzer: Zymêth

    ...Man wird nicht von ein auf dem anderen Tag ein Killer nur wenn man Spiele wie z.b. Counterstrike spielt. Wenn Eltern bei der Erziehung scheitern und die Kinder mit Gewalt großwerden,einen Computer besitzen, mit dem sie spielen und eine höhere Gewaltbereitschaft an den Tag legen, dann ist das nicht die Schuld der Spiele sondern einzig und allein die der Eltern. Wenn "Killerspiele" wirklich das Agressions- und Gewaltverhalten fördern sollen, dann müsste doch jeder, der Zugang zu einem Computer hat (und gerne spielt) , auf jeden Fall einen Menschen getötet oder zumindest verletzt haben. ich spiele selber World of Warcraft (wow) und mir ist nochnie der Gedanke gekommen meine Eltern oder Mitmenschen zu verzaubern :). Ab und zu spiele ich auch gerne mal Kriegsspiele - (dabei bin ich Pazifist) - weil ich ganz einfach weiß das ich keinen lebenden Menschen verletze, sondern gemütlich Zuhause vor meinem Pc oder Konsole sitze und animierte Figuren bekämpfe. Deshalb verbitte ich mir den begriff "Generation Killerspiel" (ich gehöre selber dazu), da er verletzend gegenüber den Leuten die gerne spielen und mir ist! Spielen ist kein Verbrechen ; es ist ein Spaßfaktor ! ;D

    Ps:Diejenigen die Onlinespiele verbieten wollen, haben doch sowieso keine Ahnung. (sollten es mal versuchen) ;) (16)

  • 30.07.2009, 12:08 UhrAnonymer Benutzer: Zymeth

    ich schließe mich der Meinung von Tom an.

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