OECD: Gute Startchancen für die meisten Jugendlichen

OECD: Gute Startchancen für die meisten Jugendlichen

Brummende Konjunktur, funktionierendes Ausbildungssystem: Die Chancen der meisten Jugendlichen in Deutschland sind gut. Doch mehr als jeder zehnte junge Erwachsene bleibt ohne Abitur oder Berufsabschluss.

In kaum einem anderen Land gehen so viele junge Leute zur Schule, sind in Ausbildung oder haben einen Job wie in Deutschland. Trotzdem gibt es weiterhin viele Jugendliche mit schlechten Chancen: Der Anteil junger Menschen ohne qualifizierten Abschluss stagniert seit Jahren. Das zeigt die am Donnerstag in Berlin präsentierte OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“.

So waren in Deutschland im vergangenen Jahr 8,6 Prozent der 15- bis 29-Jährigen nicht in Bildung, Ausbildung oder Beschäftigung. Es ist einer der niedrigsten Anteile in den OECD-Ländern. Nur Island (6,2 Prozent), die Niederlande und die Schweiz (beide 8,3 Prozent) sowie Luxemburg (8,4 Prozent) schneiden besser ab. Der OECD-Durchschnitt beträgt 14,6 Prozent.

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Zu den Gründen zählt der OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher die gute Wirtschaftslage und die als vorbildlich geltende berufliche Bildung. Der Übergang in den Beruf sei in der Regel reibungslos. Zehn Jahre zuvor hatte der Anteil der Menschen ohne Schule, Ausbildung oder Job in Deutschland mit 14,7 Prozent noch fast auf dem seither fast unveränderten OECD-Schnitt gelegen.

Studienanfänger contra Studienabbrecher: In welchen Ländern die meisten Studenten durchhalten

  • OECD-Durchschnitt

    Im Durchschnitt aller OECD-Länder beginnen 67 Prozent aller jungen Menschen im Laufe ihres Lebens ein Studium an, gehen auf eine Meisterschule oder eine andere höhere Berufsbildungseinrichtung. 50 Prozent der jungen MEnschen in den OECD-Ländern schließen dies auch ab.
    Quelle: OECD-Bildungsbericht

  • Australien

    Spitzenreiter ist Australien: Hier ziehen 74 Prozent ihr Studium oder ihre Meisterschule auch bis zum Abschluss durch.

  • Neuseeland

    In Neuseeland beginnen 92 Prozent eines Jahrgangs ein Hochschulstudium.72 Prozent schließen das Studium auch ab.

  • Japan

    71 Prozent der jungen Japaner beenden ihr Studium auch.

  • Dänemark

    In Dänemark fangen 87 Prozent eines Jahrgangs ien Studium an, 62 Prozent bringen es zu Ende.

  • Slowenien

    In Slowenien gehen 74 Prozent der jungen Leute an die Uni, 58 Prozent verlassen sie mit einem entsprechenden Zeugnis.

  • Lettland

    Auch in Lettland verlassen 58 Prozent der Studenten die Uni mit einem abgeschlossenen Studium.

  • USA

    In den USA schließen 54 Prozent der Studenten ihr Studium auch ab.

  • Österreich

    53 Prozent derer, die ein Studium begonnen haben, ziehen es auch bis zum Ende durch.

  • Spanien

    Hier gehen 52 Prozent mit einem Bachelor oder Master von der Uni ab.

  • Chile

    In Chile beginnen 89 Prozent der jungen Leute ein Hochschulstudium oder eine Meisterausbildung, 52 Prozent schaffen es letztlich auch.

  • Finnland

    Nur 55 Prozent der jungen Finnen studieren. Von ihnen beenden 49 Prozent das Studium auch.

  • Schweiz

    76 Prozent der jungen Schweizer gehen an eine Uni, nur 48 Prozent davon schließen das Studium auch ab.

  • Großbritannien

    In Großbritannien zieht es 58 Prozent eines Jahrgangs an die Unis und Fachhochschulen, 47 Prozent machen einen entsprechenden Abschluss.

  • Türkei

    Auch in der Türkei schließen 47 Prozent der jungen MEnschen das Studium ab.

  • Tschechien

    In Tschechien beenden 46 Prozent ihre Unilaufbahn mit einem Zeugnis.

  • Slowakei

    60 Prozent der jungen Slowaken studieren. Den Abschluss machen jedoch nur 45 Prozent der Studenten.

  • Niederlande und Norwegen

    Die Abschlussquote in den Niederlanden und in Norwegen beträgt ebenfalls je 45 Prozent. In beiden Ländern verlassen also 55 Prozent der Studenten die Uni ohne einen Abschluss.

  • Portugal

    In Portugal gehen zwar 63 Prozent eines Jahrgangs auf eine Universität, dohc nur 43 Prozent der Studenten schließen ihr Studium auch ab.

  • Schweden

    In Schweden verlassen sogar nur 41 Prozent der Studenten die Uni oder FH mit einem entsprechenden Zeugnis.

  • Deutschland

    Zählt man die jungen Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft mit, beginnen in Deutschland 59 Prozent eines Jahrgangs ein Studium oder gehen auf eine Meisterschule. Doch nur 36 Prozent machen auch einen Abschluss.

  • Italien

    In Italien schaffen nur 34 Prozent der Studenten auch einen Abschluss.

  • Luxemburg

    Luxemburg ist sowohl bei der Anzahl der Studenten als auch bei den Absolventen Schlusslicht: Nur 19 Prozent eines Jahrgangs beginnen dort ein Hochschulstudium oder vergleichbares. Und nur 16 Prozent schließen das Studium auch ab. 

Der Anteil der Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung oder Abitur sank in den vergangenen Jahrzehnten kaum. Er liegt bei den heute 25- bis 34-Jährigen bei 13 Prozent - bei den 55- bis 64-jährigen sind es 14 Prozent. In anderen Ländern konnte der Anteil der Geringqualifizierten in den vergangen 30 Jahren deutlich verringert werden: in Österreich etwa von 23 auf 10 Prozent, in der Schweiz von 16 auf 8 Prozent.

Der Anteil junger Erwachsener mit akademischen oder höheren beruflichen Abschlüsse stieg zwischen 2005 und 2015 von 22 auf 30 Prozent. 

Warum die Deutschen gründen

  • Der eigene Chef sein

    43 Prozent der 5.508 Unternehmen, die in der Zeit von 2005 bis 2007 gegründet wurden, entstanden, weil die Gründer selbstbestimmt arbeiten wollten.

    Quelle: Statista

  • Gute Geschäftsidee

    Eine konkrete Geschäftsidee umsetzen wollten 22,5 Prozent der von KfW und ZEW befragten Neugründer.

  • Notgründung

    Die Gründung als Ausweg aus der Arbeitslosigkeit liegt mit 12,8 Prozent auf Platz drei.

  • Ermüdende Jobsuche

    Für gut zehn Prozent gab es keine alternative Beschäftigung in einem Unternehmen.

  • Marktlücken füllen

    8,5 Prozent sahen ihre Chance, eine Marktlücke auszunutzen.

  • Druck vom Chef

    Rund zwei Prozent sagten, ihr ehemaliger Arbeitgeber habe eine Gründung forciert.

  • Steuergründe

    Steuerliche Anreize waren für 1,5 Prozent ausschlaggebend.

Deutschland gibt 4,2 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes für Bildungsinstitutionen aus - im OECD-Mittel sind es mit 4,8 Prozent deutlich mehr. Laut OECD-Experte Schleicher gibt es einen deutlichen Unterschied in der Bildungsfinanzierung: Die meisten Staaten beteiligten durch Studiengebühren „die gut verdienende Bildungsgewinner“ an der Finanzierung - in Deutschland bitte man die Jüngsten zur Kasse.

Denn in der frühkindlichen Bildung liege der private Finanzierungsanteil bei etwa einem Viertel und damit deutlich über dem OECD-Schnitt.

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