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OECD-Studie: Armut deutscher Kinder wegen Be­treuungs­misere über Durchschnitt

von dpa

Trotz vergleichsweise hoher Finanzhilfen für Familien wachsen in Deutschland mehr Kinder in Armut auf als in den meisten anderen Industriestaaten. Die beste Strategie gegen Armut sei es, Eltern die Berufsausübung zu ermöglichen, zeigt eine heute veröffentlichte Studie der OECD.

Die Union stellt den Ausbau der Kinderbetreuung in Frage: Zunächst solle geklärt werden, ob es überhaupt Bedarf für neue Krippenplätze gebe,  dpa
Die Union stellt den Ausbau der Kinderbetreuung in Frage: Zunächst solle geklärt werden, ob es überhaupt Bedarf für neue Krippenplätze gebe. Foto: dpa

Deutschland investiert zwar überdurchschnittlich stark in Kindergeld und Steuererleichterungen, gibt im internationalen Vergleich aber wenig Geld für Angebote zur Kinderbetreuung aus. Die effektivste Strategie gegen Armut sei, den Eltern das Ausüben ihres Berufs zu ermöglichen, mahnte der zuständige OECD-Experte Willem Adema. Nach den Zahlen, die die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihren 30 Mitgliedstaaten gesammelt hat, ist es in der Bundesrepublik aber vergleichsweise schwer, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Ausgaben für Kinderbetreuung unter OECD-Durchschnitt Der Studie zufolge investiert die Bundesrepublik mit 3,0 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) überdurchschnittlich viel Geld in die gesamte Familienförderung. Ein Großteil der Summe fließe aber in Kindergeld und Steuererleichterungen. Für Angebote zur Kinderbetreuung blieben hingegen nur 0,77 Prozent des BIP übrig, womit die Bundesrepublik unter dem OECD-Durchschnitt liege. Im Ergebnis stünden nur für 9 Prozent der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze zur Verfügung, während in Skandinavien Werte von 40 bis 60 Prozent erreicht würden. OECD forder Umdenken bei Verteilung der Fördergelder Gleichzeitig liege die Beschäftigungsquote von Alleinerziehenden deutlich unter dem OECD- Schnitt. Speziell Kinder, die nur mit einem Elternteil aufwachsen, seien aber besonders oft von Armut betroffen. Entsprechend lebten 12,8 Prozent der deutschen Kinder in Armutsverhältnissen, während der OECD-Durchschnitt bei lediglich 12,0 Prozent liege. Vor diesem Hintergrund regte Adema an, die Verteilung der Gelder zur Familienförderung zu überdenken. Gleichermaßen sieht er die Unternehmen in der Pflicht, etwa durch flexiblere Arbeitszeitmodelle. Auch der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, Klaus Ernst, forderte, Eltern auf Wunsch von Schichtarbeit und Überstunden zu befreien und bis zum sechsten Lebensjahr des Kindes den Kündigungsschutz der Eltern auszuweiten.

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1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 21.10.2008, 15:23 UhrAnonymer Benutzer: Daniela Polley

    Das Kindergeld dient in Deutschland zur Steuerfreistellung des Existenzminimums und ist nur aus diesem Grund vergleichsweise hoch. Weiß die OECD das nicht? Eine Umverteilung geht daher gar nicht.

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