Ost-West-Gefälle: Wo die meisten Mini-Jobber wohnen

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Ost-West-Gefälle: Wo die meisten Mini-Jobber wohnen

Bei der Häufigkeit von Minijobs gibt es ein deutliches Ost-West-Gefälle. In manchen Gegenden ist laut einer Studie jede dritte Stelle ein 400-Euro-Job.

Fragt man danach, wie der typische Minijobber aussieht, so lautet die Antwort: weiblich und aus einem westlichen Bundesland. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, die der Tageszeitung "Die Welt" vorliegt.

In ihrer Untersuchung haben die Forscher den Anteil der Minijobs an allen Arbeitsplätzen für alle deutschen Städten ermittelt. Das Ergebnis: Besonders viele Minijobber gibt es in ländlichen Gebieten im Westen Deutschlands. In den Landkreisen mit dem höchsten Anteil ist nahezu jede dritte Stelle ein 400-Euro-Job. Spitzenreiter ist die niedersächsische Stadt Delmenhorst: 34 Prozent aller Stellen sind hier Minijobs. An zweiter Stelle steht der Landkreis Trier-Saarburg, wo ein Drittel aller Beschäftigten nur geringfügig beschäftigt ist. Ebenfalls weit vorn in der Statistik sind etwa der Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen oder der bayerische Landkreis Dachau: auch hier liegen die Minijob-Quoten über 30 Prozent.

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Durchschnittsgehälter nach Bundesländern

  • Baden-Württemberg

    52.394 Euro

  • Bayern

    53.006 Euro

  • Berlin

    40.138 Euro

  • Brandenburg

    37.905 Euro

  • Bremen

    49.486 Euro

  • Hamburg

    50.933 Euro

  • Hessen

    54.120 Euro

  • Mecklenburg-Vorpommern

    35.660 Euro

  • Nordrhein-Westfalen

    50.159 Euro

  • Rheinland-Pfalz

    47.548 Euro

  • Saarland

    46.710 Euro

  • Sachsen

    34.712 Euro

  • Sachsen-Anhalt

    36.075 Euro

  • Schleswig-Holstein

    46.586 Euro

  • Thüringen

    36.283 Euro

Weiteres Phänomen: Die meisten 400-Euro-Jobber sind weiblich. Die Forscher des WSI nehmen an, dass gerade in den provinziellen Gebieten eine traditionelle Rollenverteilung vorliegt, bei der der Mann der Hauptverdiener ist und die Frau neben Haushalt und Kindererziehung nur einer geringfügigen Beschäftigung nachgeht. Zudem seien Familie und Beruf in ländlichen Gegenden durch unzureichende Betreuungsangebote meist noch schwerer zu vereinen, als in der Stadt, zitiert die "Welt" den WSI-Studienleiter Alexander Herzog-Stein.

Minijobs Minijobs halten Mütter vom Erwerbsleben fern

Die Zahl der steuerfreien Zweitjobs hat sich seit 2003 verdoppelt.  Die Bertelsmann-Stiftung fordert eine radikale Reform der Minijobs, um Frauen in die Vollzeitarbeit zu locken.

Frauen schieben Kinderwagen Quelle: dpa

Doch auch die Wirtschaftsstruktur des jeweiligen Landkreises spielt laut den Experten eine Rolle bei der Verteilung der Minijobs. So gebe es umso mehr 400-Euro-Jobs, je bedeutsamer der Dienstleistungsbereich in einer Region sei. Auch in Branchen wie etwa der Lebensmittelindustrie, in der verbreitet Frauen arbeiten, sei der Anteil der Minijobber hoch.

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