
Da steht dann etwa der Apa-Psychologe Ron Palomares vor einer Schulklasse und erklärt den Elfjährigen: „Resilienz ist wie ein Muskel, der von Natur aus schwach oder stark sein kann. Aber je mehr wir den Muskel trainieren, desto stärker wird er.“ Derweil legt sein Verbandskollege, der Psychologe Russ Newman, nach: „Resilienz ist keine übernatürliche Gabe. Sie beruht größtenteils auf Verhaltensmustern, die man sich antrainieren kann.“
Fürs Resilienz-Coaching der Erwachsenen wiederum sorgen in den USA längst hoch spezialisierte Institutionen wie etwa das vom Psychologen, Ex-Fallschirmjäger und Pentagonberater Al Siebert gegründete Resiliency Center in Portland, Oregon (resiliencycenter.com). Auch der Psychologe und Stressforscher Salvatore Maddi von der Universität von Kalifornien in Irvine, bekannt geworden durch eine Langzeit-Resilienz-Studie an 400 entlassenen Mitarbeitern der Bell-Telefongesellschaft in Chicago, hat inzwischen sein eigenes Resilienz-Zentrum, das Hardiness Institute (hardinessinstitute.com), eröffnet. Beide Institute leben gut vom Coaching für Manager, Organisationen, Studenten und Privatleute.
In Deutschland beschreitet vielleicht noch der Management-Coach Boris Grundl einen ähnlichen Weg. Zumindest hat auch er seine Schicksalslektion in frühen Lebensjahren gelernt. Mit nur 25 Jahren brach er sich bei einem gewagten Klippensprung ins Wasser während eines Mexiko-Urlaubs die Wirbelsäule. Seither ist er querschnittsgelähmt.
Selbstaufbau ist anstrengender, als auf fremde Hilfe zu warten
Doch anstatt sich in die Opferrolle zu flüchten, beschloss er, sein Leben trotz des Handicaps in die Hand zu nehmen: Als erster Rollstuhl-Student machte er sein Diplom an der Kölner Sporthochschule, legte sodann eine Blitzkarriere als Marketing- und Vertriebsdirektor in einem europäischen Großkonzern hin und ist heute gefragter Managementtrainer, Buchautor sowie Chef seiner eigenen Grundl Leadership Akademie. Wo die Wissenschaftler über die didaktischen Wirkungen von Krisen und Katastrophen im Leben akademisch fein ziseliert dozieren, drückt es Coach Grundl unverblümt aus: „Der Mensch“, zitiert er den Xavier-Naidoo-Song, „lernt nur, wenn er Scheiße frisst.“
Gewiss, resilient zu werden, erfordert einen Kraftakt: Nach dem Unglück auch noch tapfer den Scherbenhaufen aufzulesen und das Beste aus der neuen Situation zu machen ist anstrengender, als auf fremde Hilfe zu warten. Aber die Mühe zahlt sich aus: Selber leben verschafft viel mehr Genugtuung als gelebt zu werden.














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Alle Kommentare lesen14.05.2009, 08:08 UhrAnonymer Benutzer: Tralala
ich glaube im buddhismus geht es eher darum, gar nicht zu leiden und innerlich lächelnd daneben zu stehen.
(und sie trotzdem "alle" zu haben) :-)
27.01.2009, 20:24 UhrAnonymer Benutzer: Bärbel E. Kohler
ich finde es mehr als überfällig, einen solchen beitrag zu veröffentlichen. in der Krise lernt man seine Krisenfähigkeit kennen und als Coach versuche ich seit Jahren das bewußtsein bei Managern und Geschäftsführern dafür zu schärfen. Die Erlernbarkeit der resilienten Fähigkeiten scheint nur für solche Zeitgenossen abwegig, die noch nicht in der Krise stecken. Als verantwortungsbewußte Führungskraft sollte auch gerade in den heutigen Tagen an die Mitarbeiter gedacht werden, die aufgrund des Krisenmanagementes mit ihrem Arbeitsplatz zahlen müssen. Für diese sollte ein Training ein Zeichen dafür sein, dass keiner ins bodenlose fallen muss und das Unternehmen -trotz der Personaleinsparungen- für seine Mitarbeiter verantwortlich ist und neue Wege aufzeigt.
ich danke der Wirtschaftswoche für diesen beitrag und sehe optimistisch in die Zukunft, denn jede Krise ist eine Chance!
bärbel E. Kohler
Neuss
27.01.2009, 12:43 UhrAnonymer Benutzer: angelo66
ist doch nur bla,bla,bla