Prost!: Deutscher Sekt schlägt Champagner

Prost!: Deutscher Sekt schlägt Champagner

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Deutscher Sekt kann ein edles Getränk sein.

von Thorsten Firlus-Emmrich

Beim traditionellen Anstoßen zum Jahreswechsel hat Champagner zwar das größte Renommée. Doch aus Deutschland kommen immer mehr herausragende Sekte. Was die deutschen Schaumweine edel macht.

Mit Versailles endete die Ära des „Deutschen-Champagners“. Bei der Pariser Friedensverhandlung von 1919 bis 1920 wurde unter anderem beschlossen, dass Schaumweine aus Deutschland diese Bezeichnung fortan nicht mehr tragen dürfen.

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Champagner ist als Marke bestens geschützt, darauf achtet das Comité Champagne genau. Das mussten in mehreren Gerichtsurteilen in Deutschland etwa die lernen, die „Champagnerbratbirne“ als Schaumwein vermarkten oder ihren Imbiss „Currywurst & Schampus“ nennen wollten.

Der Nimbus als edelster Schaumwein der Welt soll nicht verwässert werden. Der Ruf des Champagners wird befördert durch aufwändige Werbekampagnen der Marken, die wie Moet & Chandon, Ruinart oder Dom Pérignon zu großen Luxuskonzernen gehören. Der Begriff „Deutscher Sekt“ klingt dagegen nach Amtsstube. Verdient hat das der heimische Schaumwein nicht. Aus der Bundesrepublik kommen immer häufiger herausragende Sekte.

Empfehlenswerte Sekte

  • Raumland

    Mehr kann ein Winzer kaum wollen: In den vergangenen zehn Jahren hat Volker Raumland mit einigen seiner gleichnamigen Sekten acht Mal den Preis "Bester Winzersekt Brut" im Weinguide Gault Millau Deutschland gewonnen. Seine Spitzenprodukte kosten weit mehr als 50 Euro, der diesjährige Siegerwein gar 160 Euro für die 1,5 Liter fassende Magnumflasche. Aber auch seine Cuvées Marie Luise und Katharina sind bereits für 15 Euro erhältlich.

  • Reichsrat von Buhl

    So wie Reichsrat von Buhl hat kaum ein Weingut in so kurzer Zeit so erfolgreich an seinem Ruf als herausragender Sektproduzent gearbeitet. Es ist eines von drei Weingütern, die sich der 2013 verstorbene Unternehmer Achim Niederberger kaufte. 2002 erwarb er Bassermann-Jordan in Deidesheim, 2005 Reichsrat von Buhl und 2007 das Weingut Dr. Deinhard, das er in Weingut von Winning umbenennen ließ ­– mehr als 100 Jahre waren diese einst durch Erbteilung entstandenen Weingüter getrennt, heute sind sie trotz Eigenständigkeit wieder unter einem unternehmerischen Dach. Von Buhl hat erst Ende 2014 seinen ersten Riesling Sekt im neuen Stil auf den Markt gebracht, der unter Weinkritikern sofort Respekt erlangt hat und der im Gault Millau mit 91 Punkten zu den Top Ten unter den Sekten zählt - für unter 15 Euro. Im Keller verantwortet der Franzose Mathieu Kauffmann die Vinifizierung. Dass er ein Händchen für Schaumwein hat, ist kein Zufall: Bis zu seiner Einstellung in Deidesheim war er Kellermeister für das große französische Champagnerhaus Bollinger.

  • Ökonomierat Rebholz

    Das Weingut Ökonomierat Rebholz zählt in erster Linie wegen seiner Stillweine für den Gault Millau mit zu den besten Deutschlands. Aber auch die Sekte vom Winzer des Jahres (FAZ), Hansjörg Rebholz, bekommen hohe Punktzahlen: 2009 ergatterte Rebholz den Titel „Winzersekt Brut des Jahres“. Drei Sorten bietet Rebholz an: einen Rosé-Sekt aus Spätburgunder-Trauben, eine Cuvée aus Spätburgunder und Chardonnay und einen Riesling-Sekt.

  • Weingut Huber

    Der 2014 verstorbene Winzer Bernahrd Huber aus dem badischen Malterdingen hat sich vor allem mit seinen Spätburgundern international einen Namen gemacht. Doch auch die Sekte erhalten in den Weinführern stets hohe Punktzahlen. Seine Frau Barbara und Sohn Julian führen den Betrieb heute weiter. 10.000 Flaschen Sekt produziert das Weingut. 25 Euro kostet der Blanc de Blancs Sekt Brut natur, dessen Name auf mit einem Goldstift auf die Flasche aufgetragen wird.

  • Sekthaus Solter

    Das Sekthaus Solter im Rheingau befindet sich in Rüdesheim in einem Anwesen, in dem Komponist Johannes Brahms Urlaub machte. Nach dem Tod von Helmut Solter im Jahr 2013 führt nun mit seiner Frau Verena Solter, der Betriebsleiterin Bettina Appelshäuser, Kellermeisterin Sabrina Schach und Betty Enchelmaier-Tietz vier Frauen den Betrieb. Angeboten werden vom Riesling Sekt Brut für 12,50 Euro bis zur Cuvée "H" für 35 Euro fast ein Dutzend Sekte.

  • Diel

    Das Schlossgut Diel an der Nahe wird heute von Caroline Diel zusammen mit ihrem Vater Armin geführt. Armin Diel ist Mitglied des Präsidiums im Verband der Prädikatsweingüter und einstmals zusammen mit Joel B. Payne Cheftester des Gault Millau. Nebenher fand er immer auch Zeit herausragende Weine zu produzieren. Und drei Sekte. 2011 war die Cuvée Mo aus dem Jahrgang 2004 "Bester Winzersekt Brut" im Gault Millau.

Geht es nach Markt-Dominanz, ist Rotkäppchen die erfolgreichste deutsche Marke. Der Mutterkonzern Eckes vertreibt die weiteren Sektmarken Mumm und MM. Mit den Marken Blanchet, Mariacron und Eckes mischt der Konzern auch bei Stillweinen und Spirituosen mit.

Bei der Sommelier Trophy wurde der beste deutsche Sommelier gekürt. Die Kandidaten mussten 30 Fragen beantworten. Eine Auswahl rund um Wein, Bier und Kaffee zeigen wir Ihnen hier. Haben Sie das Zeug zum Sommelier?

Geht es nach dem Urteil der Tester, ist die Marke Raumland, benannt nach Volker Raumland, die erfolgreichste deutsche Marke. In den vergangenen zehn Jahren holte sich das Sekthaus aus dem rheinhessischen Flörsheim-Dalsheim mit verschiedenen Jahrgängen acht Mal den Titel „Bester Winzersekt Brut“ im Weinguide Gault Millau. In der aktuellen Ausgabe siegt Raumlands „Mon Rose“ Cuvée Reserve des Jahrgangs 2005 vor drei weiteren Sekten aus demselben Haus.

Doch Raumland ist nicht das einzige Unternehmen, das das Segment hochwertigen Schaumweines nicht den Winzern und Weinbauern im 34.000 Hektar großen Anbaugebiet in der Champagne überlässt. Laut des Deutschen Wein Instituts (DWI) gibt es mehr als 4600 amtlich geprüfte Winzersekte. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass in aller Regel Weintrauben aus eigenen Weinbergen verwendet werden. Und das ist in Deutschland sehr oft Riesling, der in der Champagne grundsätzlich nicht angebaut wird.

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