Schlafmangel: Konzerne zahlen Prämien für ausgeruhte Mitarbeiter

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Schlafmangel: Konzerne zahlen Prämien für ausgeruhte Mitarbeiter

Sitzen Sie auch wieder müde im Büro und kommen nicht aus dem Quark? Es gibt einen Zusammenhang zwischen Schlaf und Performance. Deshalb wollen einige US-Unternehmen ihre Mitarbeiter dazu bringen, mehr zu schlafen.

US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump brüstet sich damit, kaum Schlaf zu brauchen. Yahoo-Chefin Marissa Mayer ruht oft nur vier Stunden pro Nacht, Tesla-Generaldirektor Elon Musk kommt mit sechs Stunden aus. Wer ganz oben ist, der hat keine Zeit zum Schlafen, so lautet in den USA bisher das Credo der Erfolgreichen. Und doch: Viele Amerikaner entdecken eine neue Liebe zum Schlaf - denn er soll noch erfolgreicher machen.

Das jüngste Buch der Unternehmerin und Huffington-Post-Gründerin Arianna Huffington preist die - auch kreativen - Vorzüge des Ausgeschlafenseins: „The Sleep Revolution“ (Die Schlafrevolution) setzte sich wochenlang auf den Bestsellerlisten fest. Und auch erste Unternehmen belohnen ihre Mitarbeiter dafür, dass diese genug schlafen. Medien berichten über übermüdete Arbeitnehmer, die als eine Art Zombie-Armee durch die Firmenetage wanken, und treiben den Wandel voran.

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25 Dollar-Prämie für mehr als sieben Stunden Schlaf

Zunächst war es das Mittagsschläfchen am Arbeitsplatz, zu dem unter anderem Google und Facebook ihre Mitarbeiter ermutigten. Seit kurzem bezahlt nun eine große Krankenversicherung ihren Angestellten sogar einen Bonus für ausreichende Nachtruhe.

„Dinge sind schneller erledigt, wenn die Leute präsent und vorbereitet sind. Aber man kann nicht gut vorbereitet sein, wenn man noch halb schläft“, sagte Mark Bertolini, Vorstand der Aetna Krankenversicherung, bei einem TV-Aufritt. Das Unternehmen zahlt seinen Mitarbeitern für je 20 Nächte mit mehr als sieben Stunden Schlaf 25 US-Dollar (24 Euro)- insgesamt bis zu 300 US-Dollar pro Jahr.

Falsche Volksweisheiten rund um den Schlaf

  • Mehr Schlaf ist besser

    Falsch. Menschen haben unterschiedliche Schlafbedürfnisse. Als optimal gelten im Schnitt sieben Stunden. Aber letztlich muss jeder sein Optimum finden. Bestes Indiz: Wer sich tagsüber fit fühlt, hat nachts genug geschlafen.

  • Lieber vor Mitternacht einschlafen

    Falsch. Die Qualität des Schlafs hat damit nichts zu tun. Unserem Körper ist es egal, wann wir einschlafen. Viel wichtiger ist, genügend Stunden tief und fest zu schlummern. Doch klar ist: Je später wir ins Bett gehen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dieses Pensum zu erreichen.

  • Schlaf kann man nachholen

    Falsch. Kurzfristig geht das vielleicht, langfristig sind unregelmäßige Schlafzeiten eher schädlich. Unser Körper liebt Beständigkeit, sie ist essenziell für guten Schlaf. Arbeiten Sie lieber an Ihren Gewohnheiten unter der Woche, anstatt am Wochenende Schlaf nachzuholen. Oder fühlen Sie sich fit, wenn Sie zwölf Stunden durchgeschlafen haben?

  • Bei Vollmond schläft man schlechter

    Falsch. 45 Prozent der Deutschen gehen zwar davon aus, der Mond habe Einfluss auf ihren Schlaf. Ein Zusammenhang zwischen Mondphase und Schlafdauer ließ sich bisher aber nicht nachweisen. Erklären lässt sich dieser Volksglaube eher mit dem Phänomen selektiver Wahrnehmung: Wer nachts wach liegt und am Himmel den Vollmond entdeckt, prägt sich solche Momente stärker ein.

  • Nachts aufwachen nervt

    Jeder Mensch wacht im Schnitt fast 30 Mal pro Nacht auf – allerdings für so kurze Zeit, dass er sich am nächsten Morgen nicht daran erinnert. Das hat die Evolution prima eingerichtet. Für unsere Vorfahren war es essenziell, gelegentlich wach zu werden, wollten sie nicht von Feinden überrascht werden.

Dafür müssen die Arbeitnehmer ihre nächtlichen Ruhezeiten präzise in ein digitales Schlaftagebuch eintragen - oder direkt über eines der weit verbreiteten Fitness-Armbänder dorthin senden. Den Verdacht, indiskrete Blicke in den Lebenswandel der Mitarbeiter werfen zu können, versucht das Unternehmen auszuräumen, indem es die Daten von einem Drittanbieter auswerten lässt. Und Ausnahmen, etwa wenn kleine Kinder nachts aufwachen, würden dabei durchaus toleriert, hieß es. Unterm Strich, so rechnete Bertolini vor, soll die bessere Nachtruhe auch mehr Produktivität bringen.

So schlafen Sie besser ein und stehen morgens entspannter auf

  • Sport und Bewegung

    Auch wenn es schwer fallen mag: Wer sich vor dem Schlafen gehen an der frischen Luft bewegt, bekommt den Kopf frei und schläft besser ein und durch. Dafür reicht schon ein Spaziergang an der frischen Luft - es muss ja nicht gleich das Power-Workout-Programm sein.

  • Den Job Job sein lassen

    Guter Schlaf hat viel mit Abschalten zu tun. Also schalten Sie Diensthandy und E-Mails aus, sobald Sie nach Hause kommen und kümmern Sei sich um Ihre Lieben und sich - und nicht um den cholerischen Chef.

  • Zeit mit geliebten Menschen verbringen

    Apropos Ihre Lieben: Nachdem Sie die letzten acht bis zehn Stunden mit Kollegen und Chefs verbracht haben, die Sie sich nur indirekt aussuchen können, verbringen Sie abends Zeit mit Familie, Kindern, Freunden oder Ihrem Goldfisch. Hauptsache, es ist etwas Lebendiges, das Sie mögen. Das entspannt enorm und sorgt für einen anderen Blick auf den Tag. Zumindest, wenn Sie sich mit Menschen beschäftigen.

  • Tag Revue passieren lassen

    Manchen Menschen hilft es, vor dem Schlafen gehen zehn Minuten zu meditieren. Sollte Ihnen der Spiritismus abgehen, lassen Sie einfach den Tag noch einmal an Ihrem inneren Auge vorbei ziehen - und zwar nur die guten Dinge. Konzentrieren Sie sich auf das, was gut gelaufen ist.

  • Machen Sie eine to-do-Liste

    Bevor Sie sich ins Bett legen, tragen Sie kurz - schriftlich oder in Gedanken - zusammen, was Sie am nächsten Tag erwartet: Der Hund muss zum Tierarzt, Sie wollten Milch kaufen, den Müll runter tragen, die Präsentation fertig stellen und abends mit den Kollegen Fußball spielen. So klären sie Ihre Gedanken und schlafen besser ein.

  • Lesen Sie

    Statt zum Einschlafen Fern zu schauen oder sich auf dem Smartphone Youtube-Videos anzusehen, lesen Sie lieber ein Buch. Das ist gut für die grauen Zellen und müde macht es auch.

„Vor allem für Männer ist Schlafmangel zu einer Art Statussymbol geworden“, beklagt Huffington. Auch sie selbst war jedoch ihr halbes Arbeitsleben lang chronisch übermüdet.

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