Schlafmangel: Übermüdete Mitarbeiter verursachen Milliarden-Kosten

Schlafmangel: Übermüdete Mitarbeiter verursachen Milliarden-Kosten

Schlafmangel hat viele negative Folgen: von schlechter Laune über Übergewicht bis zu einer höheren Sterblichkeitsrate. Und wer übernächtigt zur Arbeit kommt, schadet auch dem Unternehmen.

"Der Tag hat 24 Stunden, und wenn das nicht reicht, nehmen wir noch die Nacht dazu", soll angeblich einmal ein Marine-Offizier seinen Kadetten gesagt haben. Auch die Zivilbevölkerung beherzigt diesen Spruch häufig. Schließlich ist ein Tag oft viel zu kurz für alles, das erledigt werden muss.

So geht der Durchschnittsdeutsche pro Tag acht Stunden arbeiten, verbringt eine Stunde in Bus, Bahn oder Pkw, um zur Arbeit und wieder nach Hause zu kommen. Dann treibt er noch ein bisschen Sport, kauft ein, kocht, putzt, deckt den Tisch, isst, räumt wieder ab, macht die Wäsche und spielt mit den Kindern. Drei Stunden und 49 Minuten lang schaut er fern, surft im Netz, trifft Freunde oder geht sonstigen Freizeitbeschäftigungen nach.

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Wer da noch ins Kino oder zum Fußball gehen möchte, muss wirklich die Nacht dazu nehmen - also wird am Schlaf gespart. Experten sehen darin eine große Gefahr. "Wir leben in einer 24-Stunden-Gesellschaft, sind ständig erreichbar, ständig mit dem Arbeitsplatz und anderen Menschen verbunden. Das Abschalten fällt uns einfach immer schwerer", sagt Hans-Günter Weeß, Psychologe und Leiter eines Schlafzentrums.

Fakten rund um das Thema Schlaf

  • Gewicht

    Zu den vielen Dingen, die dick machen wie Schokolade oder Chips gehört laut kanadischen Forschern auch zu viel Schlaf. Wer neun bis zehn Stunden pro Nacht schläft nimmt häufiger fünf Kilo zu als jene, die bei gleicher Aufmerksamkeit für die eigene Ernährung nur sieben bis acht Stunden schliefen.

  • Depression

    Zu viel Schlaf erhöhe das Risiko eine Depression zu bekommen. Das zumindest ist das Ergebnis einer Studie mit erwachsenen Zwillingen. Die Teilnehmer mit bis zu acht Stunden Schlaf zeigten zu 27 Prozent eine Veranlagung zu einer Depression, die mit neun und mehr Stunden zeigten zu 49 Prozent eine solche.

  • Tod

    Zu wenig Schlaf oder zu viel Schlaf - beides schlecht. Das zumindest legt eine Meta-Analyse 16 verschiedener Studien aus dem Jahr 2010 nahe. Demnach haben alle die ein höheres Risiko früher zu sterben, die regelmäßig zu kurz oder zu lang schlafen.

  • Schwangerschaft

    Die Schlafgewohnheiten von 650 Frauen untersuchten Forscher in Korea, die sich in einer Hormonbehandlung befanden in Vorbereitung auf eine künstliche Schwangerschaft. Die Erfolgsquote war bei denen am höchsten, die sieben bis acht Stunden schliefen und am geringsten bei denen mit Schlafdauer zwischen neun bis elf Stunden.

  • Herz

    Kardiologen empfehlen ebenso eher sechs bis acht Stunden Schlaf statt mehr. Aber während Schlafmangel das Risiko von Schlaganfall und Herzinfarkt steigere, sei der Schlafüberfluss verantwortlich für ein höheres Risiko an Angina zu erkranken.

Auch wenn es manchem Workaholic schwer fällt, es zu glauben: Wer die Nächte durcharbeitet, im Bett noch Alltagsprobleme wälzt und morgens um drei Uhr E-Mails beantwortet, ist nicht produktiv. Im Gegenteil: Wer weniger als sechs Stunden schläft, ist unkonzentriert, macht Fehler - und wird schneller krank.

Allein in Deutschland entstehen pro Jahr mehr als 200.000 Krankheitstage durch Übermüdung und deren Folgen. Der Wirtschaft entsteht daraus einer Untersuchung der Denkfabrik Rand Europe zufolge ein Schaden in Höhe von 60 Milliarden Dollar (rund 57 Milliarden Euro) pro Jahr.

Wer weniger schläft, ist früher tot

Eine durchwachte Nacht ist natürlich kein großes Problem - so lange daraus keine chronische Schlafstörung wird. Dann nämlich steigert Schlafmangel das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes.

Das Center for Disease Control and Prevention (CDC) in den USA hat herausgefunden: Wer durchschnittlich weniger als sechs Stunden pro Nacht schläft – in Deutschland trifft das auf immerhin neun Prozent der Menschen zu – hat eine 13 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, vorzeitig zu sterben, als jemand, der sechs bis neun Stunden schläft.

Wenn das kein Argument ist, mal ein Stündchen früher ins Bett zu gehen.

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