Schulbuch ade: Bildung wird digital

Schulbuch ade: Bildung wird digital

Apple bringt digitales Lernen in US-Schulen. Auch andere Länder wollen lieber Tablets statt Bücher.

Jetzt ist es offiziell: Das iPad von Apple ersetzt demnächst in den USA das gemeine Schulbuch. Mit der App iBook sollen Schüler und Studenten dynamischer und vor allem interaktiv lernen. Ein weiterer Vorteil: Die digitalen Bücher sind günstiger als die gedruckten. Maximal 14,99 Dollar soll ein amerikanischer Schüler für sein E-Book zahlen müssen. Das entspricht in etwa einem Preis von zwölf Euro.

Der Gedanke dahinter ist nicht neu: In den USA gibt es bereits Schulen, die Apple-Produkten verwenden - laut Apple arbeiten bereits jetzt 1,5 Millionen Schüler im Unterricht mit iPads. Die Geräte sollen die Motivation der Schüler heben und langweiligen Frontalunterricht ersetzen. Der Lehrer wird zum IT-Berater. Sofern er ausreichend qualifiziert ist.

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iPads in Südkorea und der Türkei

Die USA sind mit der Idee aber nicht allein: In den kommenden vier Jahren will die Türkei 15 Millionen Tablet-PCs für Schulen anschaffen. Jeder Schüler soll mit einem Tablet-PC arbeiten. Während einer Rundreise durch Silicon Valley im vergangenen August hat der türkische Wirtschaftsminister Zafer Caglayan bereits Gespräche mit Microsoft und Apple aufgenommen. Diese Tablet-Offensive gehört zum Bildungsprojekt FATIH, bei dem es darum geht, den Bildungsstandard mit moderner Technik zu heben.

Und auch Südkorea hat bereits 2011 die Digitalisierung der Bildung ausgerufen. Bis 2015 sollen sämtliche Schulbücher von Smartphones oder Tablet-PCs ersetzt werden. Wenn Eltern sich ein solches Gerät nicht leisten können, bekommen die Kinder eins von ihrer Schule gestellt. Die Schulen selber sollen mit entsprechenden Funknetzen ausgestattet werden, sodass auch Klassenarbeiten online geschrieben werden können. Ab diesem Jahr werden die südkoreanischen Lehrer peu a peu geschult und auf die neue Situation vorbereitet. Diese "smart education strategy" lässt sich die Regierung rund 1,4 Milliarden Euro kosten.

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Analoges Deutschland

Deutsche Schulen dagegen können von so etwas nur träumen: Laut verschiedener OECD-Untersuchungen, hinkt Deutschland was Computernutzung in Schulen - von Tablets ganz zu schweigen - betrifft, weit hinterher. So kamen nach einer Untersuchung im Jahr 2009 auf elf Schüler ein Computer, in nur 15 Prozent der Schulen wurden Laptops zur Verfügung gestellt. Und auch 2010 war Deutschland im OECD-Vergleich Letzter. 2010 stellte nur eine von zehn Schulen jedem Schüler einen Computer zur Verfügung - zum Teil stark veraltete Modelle. Selbstversorgung könnte eine Lösung des Problems sein. Allerdings lassen nur 15 Prozent der Schulen zu, dass Schüler ihre eigenen Rechner mitbringen.

Dass Computer grundsätzlich in den Unterricht integriert werden, ist außer im Fach Informatik selten. Bei 30 Prozent der Schulen spielen Computer gar keine Rolle.

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