Schwarmtiere: Boarding wie die Ameisen

Schwarmtiere: Boarding wie die Ameisen

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Eine Biene sammelt Pollen in der Blüte eines sizilianischen Mandelbaums

von Daniel Rettig

Manager und Unternehmen können von Ameisen, Termiten oder Bienen einiges lernen. Eine US-Fluglinie hat sich zum Beispiel bei der Optimierung ihres Boardingsystems an Ameisen orientiert.

Im Jahr 2006 dachte die amerikanische Fluglinie Southwest -Airlines darüber nach, ihr Boardingsystem zu ändern. Schon seit Langem gestattete sie den Passagieren die freie Platzwahl, doch inzwischen mehrten sich die Beschwerden über den langsamen Einstieg. Um die beste Option herauszufinden, spielten Techniker am Computer verschiedene Varianten durch, wobei die Simulation nicht auf menschlichem Verhalten basierte – sondern auf dem von Ameisen.

Die Krabbeltiere verhalten sich ähnlich wie wir. Versperren andere den Weg, warten sie einige Sekunden ab – genau wie Menschen beim Einstieg ins Flugzeug. Southwest verglich die Simulation mit realen Boardingdaten und bemerkte: Die freie Sitzplatzwahl war tatsächlich die effizienteste Methode.

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Bienen

In jedem Frühsommer ist ein Bienenschwarm so groß, dass er ein neues Zuhause braucht. Bis zu 15 000 Bienen machen es sich auf einem Baum bequem, während einige Hundert Kundschafterinnen ein geeignetes Heim suchen. Haben sie eines gefunden, kehren sie zurück und führen einen Schwänzeltanz auf. Daraufhin fliegen andere Kundschafterinnen zu dem Ort. Sind sie einverstanden, fangen sie ebenfalls an zu tanzen. Irgendwann ist eine Mehrheitsentscheidung gefallen – ohne dass -jemand den Prozess leitet.

Das Prinzip kann auch in Unternehmen funktionieren. Vermeintliche Nichtexperten verfügen über viel Wissen. Wer eine große Gruppe unabhängig voneinander befragt, erhält eine verlässliche Antwort – die Fehler heben sich auf. Das kann auch gefährliche Dominoeffekte vermeiden. Bei denen steht anfangs ein vermeintlich harmloses Ereignis, etwa ein kleiner Funke oder ein simpler Finanzbericht, der jedoch weitere Ereignisse anstößt – bis der Wald brennt oder die Aktien abstürzen.

Termiten

Bis zu drei Meter hoch sind die Hügel, die Termiten in der afrikanischen Steppe errichten. Im Schnitt braucht eine Kolonie bis zu fünf Jahre für den Bau – in dieser Zeit werden neue Generationen geboren, andere sterben. Wie die Termiten den Bau trotzdem koordinieren? Indem sie sensibel auf die Umwelt reagieren. Kommt eine Arbeiterin an einem Häufchen Erde vorbei, das ihre Kollegen bereits angehäuft haben, legt sie ihr Körnchen dazu. Andere Arbeiterinnen machen es ihr nach – bis irgendwann eine große Säule entstanden ist.

„Stigmergie" nennen Forscher diese Form der Selbstorganisation, in der alle Termiten gemeinsam etwas erschaffen, was aber im Detail keine von ihnen genau versteht. Entscheidend ist die Wissensvielfalt: Je größer die ist, desto mehr Optionen bieten sich.

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