Segelsport: Beim America's Cup regiert das Geld

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Segelsport: Beim America's Cup regiert das Geld

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Die US-Crew vom Team Oracle gewinnt den America's Cup gegen das Team Neuseeland.

von Peter Steinkirchner

Nach dem Triumph im allerletzten Rennen krönt Milliardär Larry Ellison erneut sein Monster-Investment ins Segeln - doch was er in der Bucht San Francisco inszenierte, darf nicht die Zukunft des ältesten Sportwettbewerbs der Welt sein.

Viel Geld verliert gegen noch mehr Geld - auf die einfache Formel könnte man schlicht das spektakuläre Finale des diesjährigen America's Cup bringen. Team New Zealand, ausgestattet mit einem Budget von 84 Millionen Dollar, hat nach 19 Rennen am Ende klar das Nachsehen gegen das vom Software-Milliardär Larry Ellison und weiteren Sponsoren mit sagenhaften 200 Millionen Dollar gepimperte Team Oracle. Also: Wer doppelt so viel Geld in Boot, Mannschaft und Drumherum stecken kann, der kann sich den Sieg auch gleich kaufen. Doch ganz so simpel ist die Kiste denn doch nicht.

Denn der Triumph für das Team Oracle war alles andere als ein Selbstläufer: Nach einer Bestrafung mit einem Malus von zwei Punkten in die Finalserie gestartet, brauchte der Titelverteidiger der ältesten Segelregatta der Welt gleich elf Siege, um den Cup im Land zu behalten. Und danach sah es lange Zeit ganz und gar nicht aus: Die starken Neuseeländer holten in den ersten Rennen Punkt um Punkt und führten scheinbar uneinholbar mit 8:1.

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Ein einziger Sieg hätte den Kiwis gereicht, um den Pokal nach vielen Jahren mal wieder ans andere Ende der Welt zu holen. Die ganze kleine Nation fieberte mit; die Straßen in Auckland und Christchurch sollen wie leergefegt gewesen sein, während die Boote auf dem Waser waren. Und man hätte der Segelnation den Sieg sicher gegönnt. Doch mit einem so noch nie dagewesenen Comeback pulverisierte das Milliardärs-Team um Skipper  James Spithill Rennen für Rennen  den Vorsprung des Underdogs und gewann so mit jedem dieser Siege ein Stück Legitimität, Glaubwürdigkeit und auch Sympathie zurück.

Zwar mag am Ende auch das bessere Material und das doppelt so große Budget eine Rolle gespielt haben - vermutlich haben sich Dutzende Techniker und Ingenieure nach dem gewaltigen Rückstand die Nächte um die Ohren gehauen, um noch das letzte bisschen mehr an Geschwindigkeit aus den High-Tech-Segelmonstern herauszuholen. Dabei dürften sie sehr nah an Grenzen der Sicherheit herangegangen sei - man mag sich nicht ausmalen, was bei einem Unfall mit den Männern an Bord passiert wäre. Einen Toten hat die Veranstaltung in den Vor-Regatten zu beklagen - trauriger Beleg dafür, wie sehr dieses vom Team Oracle erdachte neue Rennkonzept die Grenzen des Regattasegelns in Richtung Spektakel verschoben hat.

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Quelle: rtr

Denn eins ist auch klar: Für Traditionalisten, die mit Gänsehaut die schwarz-weiß Fotos legendärer America's Cup-Yachten aus dem Album der Familie Beken aus dem englischen Örtchen Cowes genießen, war dieser 34. Cup das nackte Grauen. Denn mit nichts hatten die gewaltigen Katamarane mit ihren 40-Meter-Masten weniger Ähnlichkeit als mit den schlanken Renn-Yachten von einst, die mit ihrer eleganten Linienführung und der puren Poesie ihrer Segel das Bild dieses ehrwürdigen Wettbewerbs seit Generationen prägten. Eher sahen sie aus wie die Ausgeburten Science-Fiction-seliger Hollywood-Produzenten.

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