Small Talk: Wie man richtig plaudert

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Small Talk: Wie man richtig plaudert

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Regieren kann sie, aber plaudern fällt ihr schwer: Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Portugals Staatspräsident Anibal Cavaco Silva am 12.11.2012 in Lissabon.

von Daniel Rettig

Tiefsinnige Gespräche sind schöner, aber wer peinliche Situationen vermeiden und einen guten Eindruck will, kommt nicht ohne die Fähigkeit zum Small Talk aus. Die besten Tipps fürs erfolgreiche Plaudern.

Vor einigen Jahren war Angela Merkel auf Staatsbesuch in einem afrikanischen Land. Der Präsident erwartete sie mit seiner Limousine am Flughafen, während der Fahrt saßen die Politiker schweigend nebeneinander. Dann entstand ein denkwürdiger Dialog:

"Und Sie sind also die neue Bundeskanzlerin?" - "Ja." - "Das ist doch schön." - "Ja." - "Das war sicher nicht leicht." - "Nein." - "Da müssen Sie jetzt aber verdammt glücklich sein." - "Mir geht es gut." - "Sie tun sich eher schwer mit Small Talk, oder?" - "Ja."

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Diskutieren fällt leichter

Von diesem Gespräch berichtete die "Süddeutsche Zeitung" im Oktober 2005 – auf der einen Seite das bemühte Oberhaupt aus Afrika, auf der anderen die designierte, aber wortkarge Regierungschefin aus Deutschland. Man meint, die Beklommenheit in der Präsidentenlimousine förmlich spüren zu können.

Kein Wunder. Intensive, nachdenkliche Gespräche sind oft nicht nur angenehmer als oberflächliche Plaudereien – es fällt vielen Menschen auch leichter, mit in Falten gelegter Stirn stundenlang tiefgründig zu diskutieren, als ein paar Minuten gut gelaunt scheinbare Belanglosigkeiten auszutauschen. Doch egal, ob während der Kaffeepause einer Konferenz, auf Geschäftsreisen, auf der Weihnachtsfeier, im Aufzug oder am Kaffeeautomaten: Oft sind es eher die kurzen, lockeren Gespräche, die das Bild prägen, das man von seinem Gegenüber hat. Und die darüber entscheiden können, ob der nächste Karriereschritt gelingt. Niemand kommt ohne ihn aus, egal, ob Absolvent oder Führungskraft. "Small Talk ist für die Karriere definitiv wichtig", sagt auch der Psychologe und Coach Stephan Lermer, "heute sogar mehr denn je."

Reden vergoldet die Karriere

Kein Wunder, dass der Buchhandel voll ist mit Ratgebern über die Kunst des Small Talks. Zahlreiche Werke geben gut gemeinte Tipps, darunter "Techniken der Schlagfertigkeit", "Die hohe Kunst des kleinen Gesprächs", "Menschengewinner" oder "Das Ideen-Buch für Fortgeschrittene".

Der Tenor all dieser Bücher: Schweigen versilbert die Karriere, Reden vergoldet sie. Wenn sie neue Stellen besetzen, verlangen Unternehmen von Bewerbern Kommunikationsfähigkeit. Wer schnell mit anderen ins Gespräch kommt, knüpft leichter Kontakte – unerlässlich in Zeiten, in denen die Qualität des eigenen Netzwerks immer mehr darüber entscheidet, wer einen Job bekommt und wer nicht. Small Talk sei "ein Assessment Center im Miniaturformat", sagt Psychologe Lermer. Man könne wunderbar abtasten, ob die Chemie zum Gesprächspartner stimmt – und die Beziehung danach vertiefen. "Sie sollten sich die Zeit dafür nehmen", sagt die Psychologin Amy Cuddy von der Harvard Business School. "Sie werden sehen: Es hilft."

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