Social Media Manager : Was Berufstwitterer den ganzen Tag machen

Social Media Manager : Was Berufstwitterer den ganzen Tag machen

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Madlen Nicolaus verantwortet Kodaks Web-2.0-Aktionen in Europa, Afrika und im Nahen Osten

Immer mehr Unternehmen bündeln ihre Online-Aktivitäten auf Facebook, Twitter und Blogs in eigenen Abteilungen, geleitet von einem sogenannten Social Media Manager. Madlen Nicolaus ist so eine und verantwortlich für Kodak in Europa. Wie sie die strauchelnde Fotomarke ins Web 2.0 führt.

Madlen Nicolaus hält die Kamera fest in der Hand und lächelt tapfer. Auch, als ein verbaler Schlag nach dem anderen auf sie einhagelt: „Das Display ist viel zu klein“, kommentiert ihr Gegenüber, „ist das eigentlich ein Touchscreen? Nee, sieht nur so aus. Das ist aber verwirrend.“

Der Blogger dreht und wendet eine Videokamera. Das Testgerät kommt frisch aus der Entwicklungsabteilung von Kodak – und ist der ganze Stolz der Crew rund um Nicolaus. Gerade mal drei Stück durfte die junge Managerin mit zum Bloggertreffen nach München nehmen.

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Und nun das: Der renommierte Blogger lässt kein gutes Haar an der Kamera, die nicht größer ist als ein gewöhnliches Handy. „Das Design wirkt irgendwie altbacken“, mault er, während Nicolaus ihn filmt. „Man erkennt die Tasten ja kaum!“

Dann findet er eine Klappe an der Seite: „Ah, hier ist ein USB-Anschluss versteckt, das finde ich gut. Aber warum kann man den nicht an einem Kabel rausziehen? So muss ich mich ja zum Hochladen mit der Kamera umständlich an den Rechner klemmen.“ Es scheint, als suche er geradezu nach Mängeln. Nicolaus lächelt noch immer.

Nach viereinhalb Minuten endet die Tirade – ausgerechnet mit einer Entschuldigung: „Sorry, jetzt hab ich nur Kritisches gesagt.“ Aber Nicolaus kontert souverän: „Kein Problem, unsere Entwickler sollen ja wissen, was die User dazu sagen.“ Das stoische Lächeln sitzt perfekt.

Mit Kritik umgehen, auch wenn es knüppeldick kommt – das muss ein Social Media Manager unbedingt können. Erst recht im Internet, wo sein Hauptarbeitsfeld liegt. Hier ist der Kundenkontakt immer direkt und ungefiltert, Produktanfragen und Gemecker landen bei Nicolaus genauso oft wie Lob und Bestellungen.

Seit einem Jahr ist die 29-Jährige Social Media Managerin bei Kodak und verantwortet sämtliche Web-2.0-Aktivitäten des Unternehmens in Europa, Afrika und im Nahen Osten. Gemeinsam mit sechs externen Mitarbeitern füllt sie die nationalen Twitter-Accounts, schneidet Videos für verschiedene YouTube-Kanäle und gibt über Facebook Tipps zu Babyfotos oder digitalen Bilderrahmen.

Und das alles möglichst schnell. „Anfragen über unsere Social-Media-Kanäle haben bei uns höchste Priorität“, erklärt Nicolaus, „weil sie öffentlich nachlesbar sind – Kunden können noch nach Monaten prüfen, ob wir uns um Probleme kümmern und auf Kritik angemessen reagieren.“

Wahrnehmung managen

Bereits seit vier Jahren ist die Fotomarke Kodak mit mehreren internationalen Blogs im Netz präsent. So wie das US-Unternehmen erkennen heute immer mehr Firmen, welches Potenzial in den Online-Netzwerken wie Facebook, Twitter oder YouTube, den sogenannten Social Media, steckt, und wollen dort mehr als nur die eigene Web-Site präsentieren: Blogs, Videos und Bildergalerien zum Beispiel eröffnen einen unmittelbaren Draht zum Kunden. Da werden eigens fürs Netz gedrehte Werbefilme online gestellt, Kreativwettbewerbe ausgerufen oder neue Infos per Twitter versandt.

Die Erfolge sind mitunter immens: In Deutschland zum Beispiel schaffte es der Versandhändler Otto dank eines Modelwettbewerbs auf seiner Facebook-Fanseite bis in die überregionalen Printmedien, in den USA legte der Herrenduft Old Spice durch eine raffinierte Web-Kampagne sein staubiges Image ab – der dazugehörige Videoclip wurde innerhalb von nur drei Tagen 23 Millionen Mal geklickt.

Damit diese vielfältigen Aktionen ein stimmiges Gesamtbild ergeben, beschäftigen immer mehr Unternehmen sogenannte Social Media Manager. Sie steuern die verschiedenen Kampagnen auf diversen Online-Plattformen, koordnieren die beteiligten Unternehmensabteilungen, briefen Agenturen, stellen Produktinfos ins Netz, schulen Kollegen und kommunizieren mit wichtigen Zielgruppen und Meinungsführern. Es ist ein Beruf mit -Zukunft – und einer der künftig immer wichtiger wird.

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14 Kommentare zu Social Media Manager : Was Berufstwitterer den ganzen Tag machen

  • Kodak macht es einfach richtig. Hatte selber schon mit den Mädels zu tun und bin wirklich begeistert.

  • Social Media richtig zu machen, erfordert Mut und eine Menge Vertrauen gegenüber des Social Media Managers. ist eine Frage des Charakters - auch bei den Chefs.

  • Einer der Pioniere in Deutschland und das auf sehr transparente und nette Art und Weise. Madlen macht einen klasse Job und hat vor allen Dingen begriffen, was viele Firmen einfach noch lernen muessen: Zuhoeren!

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