Software: Microsoft stellt wieder ein

Software: Microsoft stellt wieder ein

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Für Microsoft stellt die CeBIT noch immer die wichtigste Leitmesse in Sachen ITK dar

Microsoft scheint auf Erholungskurs: 4000 Stellen sollen in diesem Jahr neu besetzt werden, die Kürzungen vom Jahresanfang werden damit zum Großteil ausgeglichen. Was ihr wichtig ist, verrät die Microsoft-Personalchefin.

Als Microsoft-Chef Steve Ballmer Anfang April den Abbau von 5000 Stellen ankündigte, ging ein Raunen durch die IT-Branche. Es war das erste Mal überhaupt, dass der Softwaregigant Stellen strich. Allerdings erklärte Microsoft schon damals, dass an anderer Stelle das Personal verstärkt werden solle, so dass letztlich 2000 bis 3000 der damals weltweit 91 000 Jobs wegfallen. In Deutschland arbeiten rund 2.400 Menschen für Microsoft, der Großteil davon am Firmensitz in Unterschleißheim bei München.

Nun scheint der Konzern das Schlimmste durchstanden zu haben. Zwar sind im vergangenen Quartal erneut Umsatz- und Gewinn zurückgegangen, allerdings weit weniger schlimm als von Analysten befürchtet. Dies ließ die Aktie am Freitag auf Höhenflug gehen. Zudem setzt das Unternehmen große Hoffnungen auf sein neues Betriebssystem Windows 7.

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Auch beim Personal sieht es wieder positiver aus: In diesem Jahr würden 4.000 neue Stellen besetzt, sagte Microsoft-Personalchefin Lisa Brummel. Damit macht der Konzern einen Großteil der auch rezessionsbedingten Stellenstreichungen wieder wett. Die Suche nach Personal sei infolge der Wirtschaftskrise etwas einfacher geworden, sagte Brummel. „Es sind wieder mehr Leute verfügbar.“

Keine Assessment-Center

Die Personalentscheidungen zeigen auch die Prioritätensetzung in Redmond: Gekürzt wurde quer durch alle Bereiche, von Forschung und Entwicklung über Vertrieb, Finanzen bis hin zur Rechtsabteilung. Schwerpunkte der Neueinstellungen sollen nach Unternehmensangaben der Bereich Internetsuche und das Cloud Computing sein.

Bei der Auswahl neuer Mitarbeitern setzt Microsoft anders als viele andere Unternehmen vor allem auf persönliche Gespräche. Von standardisierten Auswahlverfahren in Assessment-Centern ist Brummel nicht überzeugt. „Wir stellen Individuen ein - und die lernt man am besten persönlich kennen“, betonte sie. Sie achtet bei Bewerbern vor allem auf Erfolgsgeschichten im Lebenslauf.

Brummel steht seit rund vier Jahren an der Spitze der Microsoft- Personalabteilung und hat sich in dieser Zeit mit ihrer unkonventionellen Art einen Namen gemacht. Zu ihren ersten Amtshandlungen gehörte es, den sportbegeisterten Mitarbeitern in der US-Konzernzentrale wieder kostenlos Handtücher in den Umkleidekabinen zur Verfügung zu stellen, die unter ihrem Vorgänger dem Sparkurs zum Opfer gefallen waren. Viele Mitarbeiter, die mit dem Rad zur Arbeit fahren oder in der Pause zum Sport gehen, hatten sich darüber geärgert. „Ihnen ging es nicht um die Handtücher, sondern darum, dass ihre Bedürfnisse nicht wahrgenommen wurden“, sagte sie.

"Anständiger Kaffee"

Bei allen Sparzwängen dürfe ein Unternehmen nicht vergessen, die Beschäftigten einzubeziehen und ihre Wünsche an den Arbeitsalltag zu berücksichtigen. Da viele Mitarbeiter bereits seit zehn Jahren oder länger für das Unternehmen arbeiten, ist vor allem die Vereinbarkeit von Job und Familie ein großes Thema für Microsoft. Rund ein Viertel der Beschäftigten sind Frauen, denen der Konzern eine Vielzahl von Teilzeitstellen, Home-Office-Arbeitsplätzen und Unterstützung bei der Suche nach einer Kinderbetreuung anbietet. „Das gilt inzwischen aber auch für die Väter, die genauso ein Interesse daran haben, Kind und Karriere zu verbinden“, sagte Brummel.

Aber auch die „weichen Arbeitsplatzfaktoren“ können nach ihren Erfahrungen dazu beitragen, dass die Menschen mehr Spaß an der Arbeit haben. „Manchmal können das auch kleine Dinge wie ein anständiger Kaffee sein.“

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