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Soziale Netzwerke : Die Macht von Facebook wird überschätzt

von Redaktion: Thorsten Firlus

Facebook, LinkedIn oder Twitter wird großer Einfluss nachgesagt. Macht haben sie jedoch keine – schreiben die österreichischen Autoren Harald Katzmair und Harald Mahrer.

Infografik Soziale Netzwerke
Infografik Soziale Netzwerke

Erfolgreiche Netzwerke sind die Lebensadern von Macht. Und kaum ein Begriff hat in den vergangenen Jahren eine derartige Karriere erlebt wie der Begriff „Netzwerk“. Auf kaum einer Einladung zu einer Veranstaltung fehlt der Hinweis, dass es anschließend noch genug Zeit zum „Netzwerken“ gibt. Das ist ein verlässlicher Hinweis darauf, dass man sich auf einer Veranstaltung an der Peripherie der Macht befindet. Die wahren Netzwerke der Macht sind andere. Hier wird nicht über das Netzwerken geredet. Hier wird über Geld und Einfluss verhandelt, hier wird „gemacht“.

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"Fake for Real"-Prinzip

Wir sind mit einer Vielzahl von tendenziell machtlosen Netzwerken konfrontiert. Trotzdem versprechen diese Netzwerke ihren Mitgliedern interessante Beziehungen und Einfluss. Sie tun so, „als ob“. Das „Fake for Real“-Prinzip kennen wir aus Gesellschaft und Wirtschaft. Beispielsweise vom blühenden Markt der kopierten Markenartikel. Er bedient den Drang der Konsumgesellschaft, sich über Luxusgüter soziale Anerkennung zu organisieren. Die Käufer wissen, was sie tun. Sie tun, als ob.

Die Macht der „Als ob“-Netzwerke ist keine echte Macht, sondern eine scheinbare Macht. Wer sein soziales Kapital in ein solches Netzwerk einbringt, wird nicht mit Zinsen aus diesem Netzwerk, mit einer Netzwerkrendite, sondern mit erheblichen Verlusten rechnen müssen. Kennzeichen machtloser Netzwerke, auf die jeder schon gestoßen ist, sind:

viel Marketing und wenig Inhaltmachtlose Mitglieder (Personen wie Institutionen)keine relevanten Anliegen des Netzwerkeskeine Selektion der Mitglieder (etwa durch Empfehlungen)keine Offenheit für Innovationenpompöse Funktionen und Titelübertriebene Inszenierung und Selbstdarstellung von „Führungspersönlichkeiten“

Facebook, MySpace & Co.

In den vergangenen Jahren ist eine neue Generation von Netzwerken entstanden: die sogenannten „Social Media“ oder „sozialen Netzwerke“ der digitalen Welt Facebook, MySpace, studiVZ, Twitter und andere haben für einen wahren Netzwerkboom gesorgt – und nebenbei auch dafür, dass viele Arbeitgeber die Seiten sozialer Netzwerke für ihre Mitarbeiter sperren ließen. Die Gründe sind simpel: damit sich die Mitarbeiter wieder voll und ganz auf ihre beruflichen Aufgaben konzentrieren können und damit sie keine Firmengeheimnisse ausplaudern – egal, ob bewusst oder unbewusst. Denn soziale Netzwerke lenken ab und binden enorme Energien an „Aufmerksamkeit“.

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13 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 13.07.2011, 18:38 UhrAnonymer Benutzer: dan

    wo ist denn der button um das im facebook zu teilen??...

  • 28.06.2011, 23:21 UhrAnonymer Benutzer: Tom

    interessante, nette Prosa. Die Realität sieht anders aus ;-)

  • 26.06.2011, 23:47 UhrAnonymer Benutzer: Thema verfehlt?

    ich bin in keinem sozialen Netzwerk, aber: Wird die Frage nach der "Macht" nicht übertrieben bzw. pseudo-intellektuell diskutiert? Früher hatte sich der Freundeskreis Mails durch Massenverteiler zugeschickt, heute tauschen sich die Schüler und Studis per Plattform aus. Es wird einfach herrlich banal geplaudert - so wir wir das damals auch taten. Mehr ist es doch wirklich nicht. Etwas mehr Gelassenheit zu diesem Thema würde uns allen gut tun. Richtig ist aber der Hinweis nach den Sicherheitseinstellungen, die sollte man prüfen!!!

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